| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Freiname | Delgocitinib | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C16H18N6O | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||
| ATC-Code |
D11AH11 | |||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||
| Wirkmechanismus |
Hemmung von JAK1, JAK2, JAK3 und TYK2 | |||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 310,36 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Delgocitinib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Januskinase-(JAK)-Inhibitoren. In der Europäischen Union ist Delgocitinib seit September 2024 zur Behandlung des mittelschweren bis schweren chronischen Handekzems bei Erwachsenen zugelassen.
Delgocitinib ist zur topischen Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem (CHE) zugelassen, wenn topische Kortikosteroide entweder nicht geeignet oder nicht ausreichend wirksam sind.
Delgocitinib sollte bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen anderen Bestandteile des Arzneimittels nicht zur Anwendung kommen.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung vor.
Zur gleichzeitigen Anwendung anderer Arzneimittel auf denselben Hautstellen liegen keine ausreichenden Untersuchungen vor.
Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen nur begrenzte Daten vor. Aufgrund der geringen systemischen Aufnahme wird für die Stillzeit kein relevantes Risiko erwartet. Ob Delgocitinib in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt.
Zu den häufig berichteten Nebenwirkungen zählen lokale Reaktionen an der Anwendungsstelle, darunter Schmerzen, Juckreiz, Rötung und Kribbeln.
Delgocitinib hemmt konzentrationsabhängig alle vier Mitglieder der Januskinase-Familie: JAK1, JAK2, JAK3 und TYK2. Diese Enzyme sind Bestandteil des JAK-STAT-Signalwegs, über den proinflammatorische Zytokine Entzündungsreaktionen in der Haut auslösen und aufrechterhalten.
Delgocitinib hemmt die Signalübertragung verschiedener entzündungsfördernder Zytokine über den JAK-STAT-Signalweg. Dazu zählen unter anderem Interleukin (IL)-2, IL-4, IL-6, IL-13, IL-21, IL-23, Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF) und Interferon (IFN)-α. Dadurch werden entzündliche Signalprozesse abgeschwächt, die beim chronischen Handekzem eine Rolle spielen.
In einer offenen Phase-I-Studie mit 16 Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem war die systemische Exposition nach zweimal täglicher Anwendung von Delgocitinib-Creme auf Händen und Handgelenken über eine Woche minimal; die relative Bioverfügbarkeit gegenüber oraler Gabe betrug 0,6 %. Eine signifikante Akkumulation über die Zeit wurde nicht beobachtet. Die Autoren leiteten daraus ab, dass bei topischer Anwendung keine systemischen pharmakologischen Wirkungen zu erwarten sind.
Delgocitinib wurde von Japan Tobacco Inc. (JT) und Torii Pharmaceutical gemeinsam entwickelt. Im Jahr 2014 schloss LEO Pharma A/S einen Lizenzvertrag mit Japan Tobacco Inc., der LEO Pharma exklusive Rechte zur Entwicklung und Vermarktung von Delgocitinib für topische Anwendungen in der Dermatologie weltweit einräumte – mit Ausnahme Japans, wo JT die Rechte behielt.
In Japan erhielt Delgocitinib-Salbe im Jahr 2020 unter dem Handelsnamen Corectim die Zulassung für die Behandlung der atopischen Dermatitis.
Am 25. Juli 2024 empfahl der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Erteilung einer Marktzulassung für Delgocitinib-Creme zur Behandlung des mittelschweren bis schweren chronischen Handekzems bei Erwachsenen. Die Zulassung durch die Europäische Kommission erfolgte am 19. September 2024 unter dem Handelsnamen Anzupgo; Zulassungsinhaberin ist LEO Pharma A/S.
Am 29. November 2024 erteilte die britische Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) ebenfalls eine Zulassung für Delgocitinib-Creme.
Am 23. Juli 2025 erteilte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung für Delgocitinib-Creme in den Vereinigten Staaten.
Health Canada erteilte die Zulassung für Kanada am 25. August 2025 (Notice of Compliance).
Im Oktober 2024 beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung von Delgocitinib-Creme gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung A24-107, Stand: 10. Januar 2025).
Das IQWiG kam zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen von Delgocitinib-Creme gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie mangels geeigneter Daten nicht belegt ist. Als zweckmäßige Vergleichstherapie hatte der G-BA ein patientenindividuell optimiertes Therapieregime aus topischen und systemischen Behandlungen festgelegt – darunter topische Kortikosteroide der Klassen II bis IV, Alitretinoin, Phototherapie und, beim atopischen Handekzem-Subtyp, Dupilumab.
Das IQWiG akzeptierte die vom pharmazeutischen Unternehmer eingereichte DELTA FORCE-Studie nicht als geeigneten Beleg, da im Kontrollarm ausschließlich Alitretinoin als Monotherapie zur Verfügung stand. Nach Einschätzung des IQWiG bildete die Studie damit die vom G-BA festgelegte patientenindividuell optimierte Vergleichstherapie nicht ausreichend ab.
Nach Abschluss des Stellungnahmeverfahrens stellte der G-BA am 3. April 2025 fest, dass ein Zusatznutzen mangels geeigneter Daten nicht belegt ist.
Die EU-Zulassung basiert auf den Ergebnissen der beiden randomisierten, doppelblinden, Vehikel-kontrollierten Phase-III-Studien DELTA 1 und DELTA 2 mit insgesamt 960 Patienten. In Woche 16 erreichten statistisch signifikant mehr Patienten unter Delgocitinib eine fast vollständige oder vollständige Erscheinungsfreiheit als in der Kontrollgruppe (DELTA 1: 20 % vs. 10 %; DELTA 2: 29 % vs. 7 %).
Die offene Verlängerungsstudie DELTA 3 untersuchte 801 Patienten aus DELTA 1 und DELTA 2 über 36 weitere Wochen (kumulativ bis zu 52 Wochen). Das Nebenwirkungsprofil war mit den Vorgängerstudien vergleichbar, und die Wirksamkeit blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum erhalten.
In der randomisierten DELTA-FORCE-Studie wurden 513 Erwachsene mit schwerem chronischem Handekzem mit Delgocitinib-Creme oder oralem Alitretinoin behandelt. Für den primären Endpunkt und mehrere sekundäre Wirksamkeitsendpunkte zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Delgocitinib. Unerwünschte Ereignisse wurden bei 49 % der mit Delgocitinib und bei 76 % der mit Alitretinoin behandelten Patienten berichtet.
Monopräparate: