Der Fall Paradin

Film
Titel Der Fall Paradin
Originaltitel The Paradine Case
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1947
Länge 114 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Selznick International
Stab
Regie Alfred Hitchcock
Drehbuch
Produktion David O. Selznick
Musik
Kamera Lee Garmes
Schnitt John Faure
Besetzung

Der Fall Paradin (Alternativtitel: Schuldig oder nicht Schuldig?, Haßliebe) ist ein US-amerikanisches Gerichtsdrama von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1947. Der Film basiert auf dem Roman Wege im Zwielicht von Robert Smythe Hichens. Der Originaltitel des Films lautet wie der des Romans The Paradine Case.

Handlung des Films

Die schöne Mrs. Paradin ist angeklagt, ihren blinden Mann vergiftet zu haben. Sie stammt aus armen Verhältnissen und hatte einen reichen älteren Oberst geheiratet. Mit der Verteidigung wird die Anwaltsfirma von Sir Simon Flaquer beauftragt, der dem Anwalt Keane die Verantwortung überträgt. Dieser ist zwar glücklich verheiratet, erliegt aber binnen kürzester Zeit den Reizen seiner Mandantin; so gerät er zunehmend unter ihren Einfluss.

Im Laufe der Verhandlung stellt sich heraus, dass Mrs. Paradin ein Verhältnis mit ihrem Stallknecht Andre Latour, dem ehemaligen Diener ihres Mannes, hatte. Keane versucht vergeblich, den Liebhaber in einem Kreuzverhör als Mörder zu entlarven. In einer Besprechung verbietet Mrs. Paradin Keane, Andre Latour so unter Druck zu setzen. Keane hält sich aber daran nicht und zerlegt Latour im Kreuzverhör. Latour beschuldigt schließlich Mrs. Paradin und begeht Selbstmord, und Keane erkennt, dass seine Mandantin die Mörderin ist. Sie gibt es letzten Endes auch freimütig im Gerichtssaal zu. Sie wendet sich an Keane und drückt ihre Verachtung ihm gegenüber aus. Keane, der sich die Schuld am Selbstmord gibt, bricht emotional vor Gericht zusammen und gesteht seinen Fehler ein. Er bittet darum, die Verteidigung abzugeben. Mrs. Paradin wird später zum Tode verurteilt und Gay Keane sagt ihrem Mann, dass sie trotz allem stolz auf ihn sei. Das Ende des Films deutet an, dass sie ihm vergeben wird.

Hintergründe

Trivia

Auszeichnungen

1948 war Ethel Barrymore für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert.

Kritiken

„[…] die Redseligkeit des Films mindert die Spannung. (Wertung: 2 Sterne → durchschnittlich)“

– Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“

„Kriminalistische und ehepsychologische Probleme in einem brillant gespielten, für Hitchcocks Verhältnisse ungewöhnlich breit angelegten und dialogreichen Drama, das – von der zeitgenössischen Kritik geringgeschätzt – in neuerer Zeit als eines der bedeutenderen Werke des Meisters betrachtet wird.“

„Der Film besticht durch die menschliche Tiefe.“

– Süddeutsche Zeitung, München

„Bemerkenswerter Fall einer Giftmörderin und ihres Strafverteidigers, in dem sich kriminelle und ehepsychologische Probleme gegenseitig durchdringen. Hervorragend gestaltet und menschlich vertieft.“

– 6000 Filme

„Die teilweise künstlich komplizierte und dennoch psychologisch einfühlsame Dramatik des Films, die mehr den Verteidiger als die Mörderin in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, weist das Werk als einen typischen, als gehobene Unterhaltung schätzenswerten Hitchcock-Streifen aus.“

Literatur

Commons: Der Fall Paradin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Freigabebescheinigung für Der Fall Paradin. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 4950/KV; abgerufen am 5. Juli 2026).
  2. ↑ Robert A. Harris, Michael S. Lasky: Alfred Hitchcock und seine Filme. Hrsg.: Joe Hembus. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1976 (Originalausgabe).
  3. 1 2 3 IMDb. Stand: 9. Feb. 2009.
  4. ↑ Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 215.
  5. ↑ Der Fall Paradin. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  6. ↑ 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 108.
  7. ↑ Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 46/1953