Der Kopf im Netz

Der Kopf im Netz, in der englischsprachigen Ursprungsfassung: The Mystery of Swordfish Reef, ist ein Kriminalroman des australischen Schriftstellers Arthur W. Upfield und der siebte, in dem er den Detektiv „Bony“ ermitteln lässt.

Bermagui 1937

Kontexte

Die Handlung spielt im Südosten des australischen Bundesstaats New South Wales, in dem kleinen, touristisch geprägten Ort Bermagui an der Küste des Pazifiks. Der Ort ist für seine ausgezeichneten Bedingungen für Fischerei und Hochseeangeln bekannt, da die Abbruchkante des australischen Kontinentalsockels zur Tiefsee nur wenige Kilometer vor der Küstenlinie liegt. Der Ort ist deshalb bei Hochseeanglern sehr beliebt.

Die Geschichte spielt im Sommer 1937/38 oder 1938/39.

Personen

Ermittler

Bony ermittelt – diesmal ohne die Tarnung als verdeckter Ermittler – auf Drängen des Chief Commissioners der Polizei von New South Wales, MacColl, nachdem ein Freund des Polizeichefs, Mr. Ericson, ein pensionierter Spitzenbeamter von New Scotland Yard, samt dem von ihm in Bermagui gemieteten Boot und dessen Besatzung spurlos verschwunden ist. In Bermagui ist nur Police Constable Telfer stationiert. Am Rand treten noch die Kriminalpolizisten Detective Sergeant Allen und Detective Sergeant Light der Polizei von New South Wales – mit wenig Ermittlungserfolg – auf.

Die anderen

Das übrige Personal des Romans besteht aus den Bewohnern des Ortes und der Umgebung sowie Touristen. Unter den Einheimischen befinden sich viele Eigentümer von Booten und deren Beimänner, die ihre Fahrzeuge an die Touristen vermieten, die im Meer angeln wollen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang Edward Blade, Vorsitzender des Angler-Clubs, dessen Aufgabe es auch ist „amtlich“ die Größe der gefangenen Fische festzustellen.

Handlung

Boote an der Marina von Bermagui, 2015
Schwertfisch

Nachdem das von Mr. Ericson gemietete Boot, die Do-me, samt Besatzung, dem Eigentümer Bill Spinks und dessen Matrose Bob Garroway, bei ruhiger See spurlos verschwunden ist, vermuten die meisten zunächst einen – allerdings sehr unerklärlichen – Unfall. Wenig später findet die Besatzung eines Trawlers in ihrem Schleppnetz den Kopf von Mr. Ericson – das Übrige wurde Opfer der Haie. Da der Schädel ein Einschussloch aufweist, ist klar, dass hier ein Verbrechen vorliegt. Die Ermittlungen von Detective Sergeant Allen und Detective Sergeant Light bleiben erfolglos, so dass der Chef der Polizei von New South Wales, MacColl, seinen Kollegen in Queensland, Colonel Spendor, bittet, Bony für die Klärung des Falles „auszuleihen“. Der macht nun einen „Arbeitsurlaub“, ermittelt und beginnt – ganz erfolgreich – mit dem Hochseeangeln.

Konstruktion

Der Ort der Handlung fällt für einen Bony-Roman völlig aus dem Rahmen – alle anderen spielen im Outback oder kleinen Siedlungen im australischen Inland. Arthur W. Upfield kannte Bermagui seit der zweiten Hälfte der 1930er Jahre und war selbst ein erfahrener Hochseeangler. In den 1950er Jahren lebte er auch für einige Jahre in Bermagui.

Im Gegensatz zu vorangegangenen Romanen der Bony-Reihe kulminiert die Spannung nicht in einem überwältigenden Naturereignis oder einer Naturkatastrophe. Hier ist die lebensbedrohliche Situation ausschließlich von Kriminellen verursacht.

In der Szene, in der Bony den Haupttäter stellt, verwandelt ihn Arthur W. Upfield in den „wilden“ Aborigine der die auf ihm liegende dünne Lackschicht der Zivilisation verlässt, und sich ganz seinem Jagdtrieb hingibt – bis hin dazu, dass er diesen Angriff nackt durchführt. Das wirkt überzogen und zeigt eine Schwäche in der Konstruktion der Psyche der Hauptperson des Romans. Es bleibt der Eindruck, dass es dem Autor nicht so recht gelungen ist, Bony in dieser für ihn fremden Umgebung glaubhaft darzustellen – der Autor hielt den Roman allerdings für den besten Bony-Krimi, den er bis dahin geschrieben hatte. „Trotz einiger Schwächen ist es ein starkes Buch, das man genießen kann, wenn auch nicht eines von Upfields besten.“

Kontext

In seinem Bony-Krimi Höhle des Schweigens nimmt Upfield an einer Stelle Bezug auf den Krimi Der Kopf im Netz und zwar als literarisches Werk, nicht als ein Erlebnis von Bony.

Ausgaben

Soweit nicht anders angegeben, stammen die nachfolgenden Angaben zu den englischsprachigen Ausgaben aus dem Katalog der Australischen Nationalbibliothek.

Siehe auch

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Die Ausgangsversion dieses Artikels wurde auf Grundlage der Ausgabe von Angus & Robertson (Eden Paperbacks) aus dem Jahr 1988 erstellt; siehe auch Abschnitt „Ausgaben“.
  2. ↑ Das entspricht von der Funktion her in etwa einem Polizeipräsidenten.
  3. ↑ Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen zahlreiche Soldaten der U.S. Army nach Australien und lernten das Land auch durch die Krimis von Arthur W. Upfield kennen. Leseempfehlungen, die zurück in die Heimat vermittelt wurden, riefen dortige Verlage auf den Plan, die US-amerikanische Ausgaben der Romane von Arthur W. Upfield veröffentlichten (Browne, S. 159).

Einzelnachweise

  1. ↑ Angabe nach der Zusammenfassung zum Katalogeintrag Bony at Bermagui im Katalog der Australischen Nationalbibliothek.
  2. ↑ Browne, S. 79.
  3. ↑ Bermagui auf Travel von smh.com.au vom 8. Februar 2004; abgerufen am 14. September 2024.
  4. ↑ Vgl. dazu auch: Browne, S. 183–191: „Clothes and Nakedness as Metaphor“.
  5. ↑ Browne, S. 81.
  6. ↑ Browne, S. 84 ("Despite several weaknesses, this is a powerful and enjoyable book, though not among Upfield's strongest.").
  7. ↑ Arthur W. Upfield: Man of Two Tribes, Angus & Robertson, London 1989. ISBN 0-207-16219-0, S. 113.
  8. ↑ The Mystery of Swordfish Reef im Katalog der Australischen Nationalbibliothek.
  9. ↑ Angaben in diesem Abschnitt nach dem Katalog der Library of Congress.
  10. ↑ Angaben nach dem Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.
  11. ↑ Katalog der Australischen Nationalbibliothek.