Der Unverzagte war ein mittelhochdeutscher Sangspruchdichter, der im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts wirkte.
Aus seinen überlieferten Texten ergibt sich das Bild eines vagierenden Berufsdichters, der seinen Lebensunterhalt als Spruchdichter an verschiedenen Höfen verdiente. Seine Sprache ist im Wesentlichen mittelhochdeutsch, lässt aber auch mittelniederdeutsche Elemente erkennen. Unter dem Namen „der Unverzagete“ sind in der Jenaer Liederhandschrift (39r–42r) 22 Strophen in drei einfach gehaltenen Tönen überliefert. Die Handschrift enthält auch die Melodien der Töne in römischer Quadratnotation.
Sein Wirken fällt in die Regierungszeit König Rudolfs von Habsburg (1273–1291), den er in einer Strophe ausführlich für seine Tugenden lobt, dies aber in der Schlusswendung ironisch in einen Scheltspruch wegen Rudolfs Geizes wendet, da der König dem Sänger keinerlei Gegenleistung gewährte. Kritik an Geiz und mangelnder Wertschätzung der Kunst ist ein Thema, das auch in seinen weiteren Strophen immer wieder aufscheint.
Rumelant von Sachsen führt in seiner Polemik gegen den Dichter Meister Singauf den Unverzagten neben Höllefeuer, Konrad von Würzburg († 1287) und dem Meißner als lebend und dem Singauf überlegen an.
Der künik Ruodolf minnet got und ist an triuwen staete.
der künik Ruodolf hât sich manigen schanden wol versaget.
der künik Ruodolf rihtet vol unt hazzet valsche raete.
der künik Ruodolf ist ein helt, an tugenden unverzaget.
der künik Ruodolf êret got und alle werde vrouwen,
der künik Ruodolf laet sich dicke in hôhen êren schouwen.
ich gan im wol, daz im nâch sîner milte heil geschiht:
der meister singen, gîgen, sagen, daz hoert er gerne unt gît in dar umbe niht.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Der Unverzagte |
| ALTERNATIVNAMEN | Unverzagt |
| KURZBESCHREIBUNG | Sangspruchdichter |
| GEBURTSDATUM | 13. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 13. Jahrhundert oder 14. Jahrhundert |