Meister Singauf

Meister Singauf (Singauf, Singûf; bl. im 13. Jahrhundert) war ein mittelhochdeutscher Sangspruchdichter.

Leben und Werk

Unter dem Namen Meister Singauf sind in der Jenaer Liederhandschrift vier Sangspruchstrophen auf einen gemeinsamen Ton überliefert, dem auch eine Melodie in Quadratnotation beigegeben ist.

Die erste Strophe fordert von Rittern in Form einer Waffen- und Kleiderallegorie standesgemäße und christliche Tugenden ein. Die zweite Strophe beklagt den Verlust eines Gönners sowie allgemein die mangelnde milte der herren. Bei der dritten und vierten Strophe handelt es sich um Rätselstrophen.

Diesen schließen sich zwei weitere, auf die Rätsel bezogene Strophen im selben Ton an, die durch eine Marginalie Rumelant von Sachsen als Autor zugewiesen sind. In diesen wird die Auflösung der Rätsel gegeben und deren mangelnde Originalität und Qualität verhöhnt. Meister Singauf war auch Gegenstand einer Polemik Rumelants (VIII, 3), in der er ihm rät, sich den Meißner sowie Konrad von Würzburg († 1287), Höllefeuer und den Unverzagten, die ihm alle überlegen seien, zum Vorbild zu nehmen. Durch diese Repliken und Polemiken wird die Textzusammenstellung zu einem Sängerwettstreit, der in mancherlei Hinsicht Ähnlichkeiten mit dem Wartburgkrieg aufweist.

Literatur

Textausgaben

Melodieübertragungen

Sekundärliteratur

Einzelnachweise

  1. ↑ Holger Runow: Rumelant von Sachsen. Edition – Übersetzung – Kommentar (= Hermaea, N.F. 121). De Gruyter, Berlin/New York 2011, ISBN 978-3-11-023283-7, S. 130 und Kommentar S. 264–267; doi:10.1515/9783110232844.
  2. ↑ Burghart Wachinger: Sängerkrieg. Untersuchungen zur Spruchdichtung des 13. Jahrhunderts (= Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters. 42). C.H. Beck, München 1973, ISBN 3-406-02842-X, S. 170–178 (zugleich: Habilitationsschrift, Universität München, 1969).
Personendaten
NAME Meister Singauf
ALTERNATIVNAMEN Singauf; Singûf
KURZBESCHREIBUNG mittelhochdeutscher Sangspruchdichter
GEBURTSDATUM 13. Jahrhundert
STERBEDATUM 13. Jahrhundert oder 14. Jahrhundert