Der Volksstaat. Nr. 7 vom 21. Januar 1871, Seite 1 Wilhelm Liebknecht (in der Mitte im Zeugenstand stehend), Adolf Hepner (2. v. r.), und August Bebel (1. v. r.) als Angeklagte beim Leipziger Hochverratsprozess. Holzstich von Friedrich Waibler 1872.
Der Volksstaat. Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der internationalen Gewerksgenossenschaften war eine sozialdemokratische Zeitschrift und Parteiorgan der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Sie erschien vom 1.Oktober1869 bis 29.September1876. Redakteur war Wilhelm Liebknecht in Leipzig. Die Beilage Der Volksstaat-Erzähler erschien vom 7.Dezember1873 bis 19.Dezember1875. Auch Karl Marx und Friedrich Engels arbeiteten an dieser Zeitung mit.
Die Zeitung erschien 1871 zweimal wöchentlich, hatte einen Umfang von vier bis sechs Seiten und im 2. Quartal 1871 reichsweit 3212 Abonnenten.
Im Leipziger Hochverratsprozess vom 11. bis 26.März1872 waren Wilhelm Liebknecht, August Bebel und Adolf Hepner (dieser als zweiter Redakteur von Der Volksstaat) angeklagt. Liebknecht und Bebel wurden verurteilt, Hepner freigesprochen.
Hepner war „so unschuldig wie ein neugeborenes Kind“, wie Bebel vermerkte.
Gleichfalls gab es den Volksstaat-Kalender vom Verlag der Buchhandlung und Expedition des „Volksstaat“ in Leipzig, gedruckt wurde der Kalender in der Genossenschaftsbuchdruckerei. Erschienen ist der Kalender von 1873 bis 1875, Fortsetzung des Kalenders war Der arme Conrad. Mit diesem Kalender wurde von der Partei aus der erste erfolgreiche Schritt auf dem Gebiet des Kalenderwesens getan.
Reprint
Der Volksstaat. 8 Bde. Mit Einleitung und Bibliographie von Marx und Engels im „Volksstaat“ von Erich Kundel, Berlin. Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1973, 3388 S.
Literatur
Bert Andréas: Zwei Artikel Engels’ aus dem Volksstaat. In: Friedrich Engels. 1820–1870. Referate Diskussionen Dokumente. Redaktion: Hans Pelger. Verlag für Literatur und Zeitgeschehen, Hannover 1971, S. 302–317
Reinhard Weisbach (Hrsg.): Das lyrische Feuilleton des „Volksstaat“. Gedichte der Eisenacher Partei. Akademie-Verlag, Berlin 1979
Waldtraut Opitz: Ludwig Sigismund Borkheim – Autor des Artikels „Der schweigende Stabsschreiber Moltke und sein jüngster Leipziger Korrespondent“. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 13, Berlin 1982, S. 37–40