Desmond Morris

Desmond Morris (1969)

Desmond John Morris (* 24. Januar 1928 in Purton, Vereinigtes Königreich; † 19. April 2026 in Naas, Irland) war ein britischer Zoologe, Verhaltensforscher, Publizist und Künstler. International berühmt wurde Morris durch seinen Bestseller Der nackte Affe. Es folgten diverse Bücher zur Körpersprache von Mensch und Tier, unter anderem Bodywatching (deutsch Körpersignale), Babywatching, Catwatching, Dogwatching und Horsewatching, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

Leben

Desmond Morris studierte nach dem Abschluss seiner Schulausbildung und seines Wehrdienstes (1946–1948) an der University of Birmingham bis 1951 Zoologie. Schon während seines Militärdienstes hielt er am Chisledon Army College Vorträge zu bildender Kunst und begann professionell zu malen.

Unmittelbar vor Beginn seines Studiums, im Alter von 20 Jahren, hatte Morris seine erste Gemäldeausstellung im Swindon Arts Centre. 1950 zeigte er seine Gemälde gemeinsam mit Joan Miró im Rahmen einer Schau surrealistischer Werke in der London Gallery. Ebenfalls 1950 schrieb und produzierte er zwei surrealistische Filme: Time Flower und The Butterfly and the Pin. Es folgten Ausstellungen in Belgien und Oxford. 1957 verband er seine künstlerischen Interessen in bis dahin einzigartiger Weise mit verhaltensbiologischen Fragestellungen, indem er Schimpansen Leinwände bemalen ließ, ihre Gemälde und Zeichnungen im Londoner Institute of Contemporary Arts ausstellte und so auch Vergleiche zwischen Menschenaffen und Menschenkindern ziehen konnte.

Im Herbst 1951 schrieb Desmond Morris sich an der Universität Oxford für Zoologie ein und forschte dort für seinen Doktorgrad (erhalten 1954) unter dem späteren Nobelpreisträger Nikolaas Tinbergen über Aspekte der Kommunikation im Fortpflanzungsverhalten der Stichlinge. Morris veröffentlichte in den 1950er- und 1960er-Jahren nahezu 50 Artikel in Fachzeitschriften, sein erster erschien 1952 in Behaviour.

1956 ging Morris nach London, wo er Leiter eines für die Zoological Society of London arbeitenden Film- und Fernsehteams von Granada Television wurde. Für ITV entwickelte er die verhaltenskundliche Fernsehserie Zootime und für BBC2 100 Folgen von Life in the Animal World. 1958 erschien sein erstes Kinderbuch über einen Schimpansen des Londoner Zoos: The Story of Congo, der häufig in seinen Fernsehsendungen zu Gast war und durch abstrakte Malerei berühmt wurde. 1959 wechselte Morris zum Londoner Zoo, wo er bis 1967 als Kurator für Säugetiere tätig war. 1967 erschien das Buch, das ihn weltberühmt machte: The Naked Ape: A Zoologist’s Study of the Human Animal (deutsch: Der nackte Affe).

1967 gab er seine Anstellung am Londoner Zoo auf und wurde Direktor am Institute of Contemporary Arts in London. Überrascht vom enormen kommerziellen Erfolg seines Bestsellers über den Nackten Affen, verließ er das Institute of Contemporary Arts bereits 1968, siedelte mit seiner Familie nach Malta über und widmete sich für mehrere Jahre ganz dem Malen und Schreiben. 1969 erschien – gleichsam als Fortsetzung des Nackten Affen – sein Buch The Human Zoo (deutsch: Der Menschen-Zoo) über die Biologie des Lebens in Großstädten.

1973 kehrte Desmond Morris an die Universität Oxford zurück und forschte einige Zeit in der Arbeitsgruppe von Nikolaas Tinbergen, der im Dezember desselben Jahres mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin geehrt wurde, über die angeborenen Grundlagen des Verhaltens der Menschen. In den folgenden Jahren unternahm Morris mehrere Weltreisen, schrieb eine Vielzahl an populärwissenschaftlichen verhaltenskundlichen Büchern, produzierte Lehr- und Fernsehfilme, malte und zeigte seine Bilder in zahlreichen Ausstellungen.

Desmond Morris war von 1952 bis zu ihrem Tod 2018 mit Ramona Baulch verheiratet, hatte einen Sohn und vier Enkelkinder. Er starb am 19. April 2026.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Commons: Desmond Morris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. ↑ Desmond Morris remembered for ‘lifetime of curiosity and creativity’. In: Guardian. 20. April 2026, abgerufen am 21. April 2026 (englisch).
  2. ↑ Eva Hepper: Als die Maler in den Zoo gingen. deutschlandfunkkultur.de, erschienen und abgerufen am 26. Mai 2020.