Detlef Vonde

Detlef Vonde im Jahre 2015

Detlef Vonde (* 26. September 1954 in Hagen) ist ein deutscher Historiker.

Leben

Detlef Vonde studierte von 1975 bis 1981 Geschichte und Germanistik an der Ruhruniversität Bochum sowie von 1981 bis 1986 Wissenschaftliche Weiterbildung an der Fernuniversität Hagen. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Von 1981 bis 1986 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Neuere Geschichte der Fernuniversität Hagen.

1987 promovierte er an der Fernuniversität Hagen bei Lutz Niethammer am Beispiel der Industriedörfer über Industrialisierung und Urbanisierung im Ruhrgebiet. Seine Studie über das „Revier der großen Dörfer“ beeinflusste eine Reihe historischer Arbeiten über die sozialen und ökologischen Kosten der Industrialisierung, die historischen Strukturen und Akteure der Stadtentwicklung im Ruhrgebiet sowie die Bedeutung der Stadtrechte in industriellen Ballungsgebieten. Zu seinen Mentoren zählte der Mediävist, Sozialhistoriker und Jazzmusiker Ludolf Kuchenbuch. Von 1986 bis 2020 war er Fachbereichsleiter für Politik, Geschichte, Umwelt an der Bergischen VHS Solingen/Wuppertal. Dort leitete und moderierte er u. a. mit der Politischen Runde eine seit 1961 bestehende Traditionsreihe der politischen Bildung in NRW. Detlef Vonde forscht und publiziert zur Urbanisierungs- und Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert sowie zur regionalen Kultur- und Bildungsgeschichte im Ruhrgebiet und im Bergischen Land. Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels erschien seine Studie über dessen Rolle in der Revolution von 1848/49. Mit seinem Buch vom „Traum aller Träume“ legte er nicht nur eine Erinnerung an den utopischen Realisten in Sachen Urbanität, Sébastien Mercier vor, sondern auch das facettenreiche Mosaik mit Themen und Akteuren einer Geschichte der Urbanisierung in Europa. Seit 2015 ist Detlef Vonde Kolumnist der Westdeutsche Zeitung mit regelmäßigen Beiträgen zur (Wuppertaler) Geschichte.

Schriften

Commons: Detlef Vonde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ „Revier der großen Dörfer“. Stadtentwicklung und Industrialisierung im Ruhrgebiet 1870–1918. Essen 1989. Als Dissertation unter dem Titel Verhinderte Städte. Urbanisierung und Politik in den Industriedörfern des Ruhrgebiets 1870–1918. Hagen 1987
  2. ↑ Vgl. Toni Pierenkämper, Industriegeschichte Oberschlesiens im 19. Jahrhundert, Wiesbaden 1992, S. 168.
  3. ↑ vgl. Matthias Uecker, Zwischen Industrieprovinz und Großstadthoffnung, Wiesbaden 1993, S. 39 ff.
  4. ↑ Friedrich Lenger, Stadtgeschichten, Frankfurt/M. u. a. 2009, S. 156 ff.
  5. ↑ Stadt Wuppertal – Volkshochschule (Memento vom 29. Dezember 2015 im Internet Archive)
  6. ↑ 100 Politische Runden – 50 Jahre Wuppertaler Zeitgeschichte – Wuppertal – Lokales – Westdeutsche Zeitung
  7. ↑ Volkmar Wittmütz: Rezension über: Detlef Vonde, Auf den Barrikaden. Friedrich Engels und die „gescheiterte Revolution“ von 1848/49, Wuppertal: Verlag Edition Köndgen, 2019, in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 105 (2017–2018), S. 132–134 (PDF auf recensio-regio.net)
Personendaten
NAME Vonde, Detlef
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker und Erwachsenenbildner
GEBURTSDATUM 26. September 1954
GEBURTSORT Hagen