Detlev Steinberg

Detlev Steinberg (* 7. Juli 1944 in Breslau; † 29. Mai 2020 in Berlin-Steglitz-Zehlendorf) war ein deutscher Fotograf und Bildreporter.

Leben

Detlev Steinberg wurde 1944 in Breslau als Sohn des Schriftstellers Werner Steinberg geboren. Seine Mutter war Gerda Ruth Steinberg (geborene Hoffmann). Seine Eltern leistete beide Widerstand gegen das NS-Regime und wurden für diesen zeitweise inhaftiert. Sein älterer Bruder Uwe Steinberg war ebenfalls Fotograf.

Steinberg machte von 1963 bis 1964 eine Ausbildung zum Offsetdrucker in Leipzig und absolvierte anschließend ein Fernstudium an der Fachschule des Verbandes der Journalisten. 1978 begann er ein Fernstudium der Fotografik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB).

Von 1964 bis 1976 arbeitete er als Bildreporter bei der Nachrichtenagentur der DDR, Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst (ADN). Von 1976 bis 1990 war Steinberg für die Freie Welt als Bildreporter in Osteuropa und Südamerika tätig. In dieser Zeit, von 1977 bis 1982, war er Korrespondent in Moskau.

Detlev Steinberg war Mitglied der 1969 gegründeten Gruppe Jugendfoto Berlin, über die er sagte:

„Wir haben immer wieder Dinge fotografiert, für die ein gesellschaftliches Interesse bestehen müsste, stellten aber oft das Gegenteil fest. Wir haben die Bilder trotzdem gemacht, um das wahre Leben zu reflektieren – wir haben die Menschen differenziert abgelichtet, jenseits der Jubelparaden.“

Nach 1990 dokumentierte Steinberg vermehrt das Thema Radioaktivität in der ehemaligen Sowjetunion; kurz nach der Reaktorkatastrophe war er nach Tschernobyl gereist.

Detlev Steinberg ist insbesondere bekannt für seine Fotos des Abzugs der sowjetischen Truppen aus Wünsdorf und Berlin zwischen 1992 und 1994, wenige Jahre nach der Wiedervereinigung.

1995 reiste er illegal nach Tschetschenien, um fotografisch den Alltag im dortigen Krieg zu dokumentieren. Bilder dieser Reise wurden 2015 in Greifswald gezeigt.

Ausstellungen

Publikationen

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ In memoriam auf expose-verlag.de, abgerufen am 28. Januar 2021.
  2. 1 2 Detlev Steinberg | Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 27. Januar 2021.
  3. 1 2 3 „Das Sehen macht die Bilder - rhobeta text & ideentransfer“ - Regina Bärthel, Berlin. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2021; abgerufen am 27. Januar 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. 1 2 Detlev Steinberg – Zehn Tage Tschetschenien. Abgerufen am 27. Januar 2021.
Personendaten
NAME Steinberg, Detlev
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fotograf und Bildreporter
GEBURTSDATUM 7. Juli 1944
GEBURTSORT Breslau
STERBEDATUM 29. Mai 2020
STERBEORT Berlin