Die Deutsche Bauernmesse ist eine Messe, die von der Volksliedpflegerin Annette Thoma zusammengestellt und getextet wurde.
Thoma nahm als Grundlage für ihre Messe „alte Lieder und Weisen aus dem bayerisch-österreichischen Alpenland“, unterlegte ihnen aber neue, selbstverfasste Texte in gemäßigter bairischer Mundart. Kernstück der Messe ist der bekannte Andachtsjodler, der 1830 in Sterzing aufgezeichnet wurde. Die Messe wurde original für Dreigesang und Stubenmusik gesetzt, liegt aber auch in einer Bearbeitung für gemischten Chor mit Begleitung vor.
Die Messe wurde erstmals anlässlich des Namenstags des Kiem Pauli am 29. Juni 1933 in der „Badkapelle“ in Wildbad Kreuth von den Riederinger Sängern aufgeführt. Die erste Druckauflage erfolgte 1947, für die Annette Thoma zusätzliche instrumentale Zwischenspiele einfügte.
Die Entstehung der Messe fiel in eine Zeit liturgischer Reformbestrebungen (siehe: Liturgische Bewegung), durch die erstmals die Volkssprache neben dem Lateinischen als liturgischer Sprache einen höheren Stellenwert erlangte. Sie entsprach dem Liturgieverständnis, das durch das Apostolische Schreiben Tra le sollecitudini Pius’ X. von 1903 eingeleitet wurde. Durch die späteren Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der liturgische Ansatz der Bauernmesse heute in Teilen überholt. Eine Überarbeitung der Messe durch Annette Thoma Ende der 1960er Jahre, die versuchte die neueren liturgischen Ansätze zu integrieren, wurde aber von den meisten Sängergruppen nicht angenommen, da die Bauernmesse in der originalen Form sehr populär und den Kirchengemeinden lieb geworden ist.