Der Ort liegt nordwestlich von Engelbach und südlich von Eifa und fünf Kilometer nördlich von Biedenkopf. Dexbach ist über die Landesstraße 3091 zu erreichen – sie folgt dem Lauf des den Ort durchquerenden Engelbaches und mündet in nordwestlicher Richtung in die Bundesstraße 253.
Geschichte
Evangelische Kirche
Der Chor der heute Evangelischen Kirche Dexbach wurde um 1260 erbaut. Der Ort selbst wurde bekanntermaßen erst im Jahr 1332 unter dem Namen Deckenspach urkundlich erwähnt. Dexbach hatte ein eigenes Gericht im Amt Biedenkopf, das die Niedere Gerichtsbarkeit ausübte.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Dexbach:
„Dexbach (L. Bez. Battenberg) evangel. Pfarrdorf; liegt 23⁄4 St. von Battenberg in einer rauhen Gegend, hat 58 Häuser und 253 evangelische größtentheils arme Einwohner. Man findet 2 Mahlmühlen mit denen 1 Oelmühle verbunden ist. Schon im Jahr 1654 wurde hier nach Erz gegraben.“
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Biedenkopf
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Dexbach 285 Einwohner. Darunter waren drei (1,1%) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 54 zwischen 50 und 64 und 84 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 33 Singlehaushalte, 36 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern sowie 15 Alleinerziehende und drei Wohngemeinschaften. In 33 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 50 Haushaltungen lebten keine Senioren.
002 Freie, 23Hausgründe, 5Witwen, 11ledige Personen
•1791:
279 Einwohner
•1800:
282 Einwohner
•1806:
295 Einwohner, 50 Häuser
•1829:
253 Einwohner, 58 Häuser
Dexbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr
Einwohner
1791
279
1800
292
1806
295
1829
253
1834
331
1840
356
1846
397
1852
351
1858
312
1864
334
1871
310
1875
313
1885
309
1895
300
1905
289
1910
301
1925
312
1939
302
1946
451
1950
411
1956
351
1961
336
1967
341
1971
365
1980
?
1990
?
2000
?
2011
285
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS; Stadt Biedenkopf: 1971; Zensus 2011
Erwerbspersonen: 47Landwirtschaft, eineForstwirtschaft, zweiBergbau und Hüttenwesen, 9Gewerbe und Industrie, zweiKirche und Gottesdienst, eineGemeindeverwaltung.
•1961:
Erwerbspersonen: 123Land- und Forstwirtschaft, 55produzierendes Gewerbe, 5Handel und Verkehr, 17Dienstleistungen und sonstiges.
Dexbach verfügt als Ortsbezirk über einen Ortsbeirat, bestehend aus drei Mitgliedern, dessen Vorsitzender ein Ortsvorsteher ist. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,08%. Der Ortsbeirat wählte Rüdiger Belz zum Ortsvorsteher.
Blasonierung: „In Gold ein Kirschenbüschel mit drei roten Kirschen (2 zu 1) und drei grünen Blättern (1 zu 2).“
Wappenbegründung: Das Wappen hat eine Anregung aus dem Wappen des ortsadligen Geschlechts der Herren von Dexbach aufgenommen, das im 14. Jahrhundert bezeugt ist und drei Kugeln oder Ringe in der Stellung 2:1 führt. Diese Kugeln hat man in rote Kirschen umgestaltet; sie sollen auf die an den Hängen des Ortes vorzüglich gedeihenden Kirschen hinweisen.
Die Freiwillige Feuerwehr Dexbach sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Der Ort hat eine Burschenschaft, einen Verschönerungsverein und den 1987 gegründeten Club der Beigefreiten. In Letzterem organisieren sich die durch Heirat in den Ort gezogenen auswärtigen Bürger zur gemeinsamen Freizeitgestaltung. Die Folkgruppe Poeta Magica ist hier zu Hause.
↑Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 22.Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr.2, S.47, Punkt 50 Abs. 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 4,8MB]).
12Hauptsatzung.(PDF;KKkB)§3.In:Webauftritt.Stadt,abgerufen im Januar 2022.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band13. G.Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, OCLC162730471, S.12ff. (Google Buch).
↑Wilhelm von der Nahmer:Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins: vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC165696316, S.7 (Google Buch).
12Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band13. G.Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, OCLC162730471, S.27ff., §40 Punkt 6d) (Google Buch).
↑
Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band22. Weimar 1821, S.415 (online bei Google Books).
↑Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Dexbach, Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 16.Juli 1955. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955 Nr.31, S.771, Punkt 816 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 2,5MB]).
↑Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Dexbach im Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 10.März 1956. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1956 Nr.7, S.218, Punkt 207 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF]).