Hamburg/Deutschland: Die Zeitschrift Der Spiegel zitiert BundeskanzlerHelmut Schmidt (SPD) mit den Worten: „Es war ein Fehler, so viele Ausländer ins Land zu holen. Aber jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht die Ausländer diesen Fehler entgelten lassen.“ Schmidt referiert damit v.a. auf Gastarbeiter. Seine Regierung empfahl den Ländern am 2.Dezember u.a., den Nachzug von Ehepartnern nach Deutschland nur noch zuzulassen, wenn sich der hier ansässige Ehepartner seit mehr als acht Jahren im Land aufhält und das Paar seit mindestens einem Jahr verehelicht ist.
Donnerstag, 10. Dezember 1981
Oslo/Norwegen: Die diesjährigen Nobelpreise werden überreicht. In Oslo und Stockholm werden insgesamt 10 Personen und eine Organisation (UN-Hochkommissar für Flüchtlinge) mit sechs verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
„Berliner Begegnung zur Friedensförderung“, im Bild Günter Grass, Jurek Becker u.a.
Berlin/Deutschland: Die Tagung „Berliner Begegnung zur Friedensförderung“ in Ost-Berlin mit Künstlern aus dem In- und Ausland geht zu Ende. Auf Anregung des Schriftstellers Stephan Hermlin thematisierten die Teilnehmer die Bedrohung des Friedens in Europa. Der gestrige Auftakt fiel unerwartet mit dem Tag der Ausrufung des Kriegsrechts in Polen zusammen.
Libreville/Gabun: Das scheindemokratisch „legitimierte“ StaatsoberhauptOmar Bongo veranlasst die Schließung der staatlichen Universität. Am 5.Dezember traten die Studenten aus Unzufriedenheit über das Einparteiensystem in Gabun in den Streik. Der Direktor der Universität Nzoghe Nguema sitzt seit diesem Tag in Haft.
Warschau/Polen: Das Militär weitet seine Aktionen gegen die Demokratiebewegung von Gdańsk auf das gesamte Land aus. Des Weiteren werden alle ausländischen Medienvertreter aufgefordert, die Volksrepublik zu verlassen. Die Telekommunikationswege von Polen ins westliche Ausland werden gekappt. Die Bevölkerung ist somit weitgehend auf sich allein gestellt.