Als diagonalisierbare Matrix bezeichnet man im mathematischen Teilgebiet der linearen Algebra eine quadratische Matrix, die ähnlich zu einer Diagonalmatrix ist. Sie lässt sich mittels eines Basiswechsels (also der Konjugation mit einer regulären Matrix) in eine Diagonalmatrix transformieren. Das Konzept lässt sich auf Endomorphismen übertragen.
Eine quadratische -Matrix über einem Körper heißt diagonalisierbar oder diagonalähnlich, wenn es eine Diagonalmatrix gibt, zu der sie ähnlich ist, d. h., zu der eine reguläre Matrix existiert mit
Ein Endomorphismus eines endlichdimensionalen Vektorraumes heißt diagonalisierbar, falls eine Basis von existiert, bezüglich der die Abbildungsmatrix eine Diagonalmatrix ist. Die Basis besteht dann aus Eigenvektoren von .
Eine Matrix heißt orthogonal diagonalisierbar, wenn eine orthogonale Matrix existiert, sodass eine Diagonalmatrix ist, wobei die zu transponierte Matrix bezeichnet. Das trifft genau dann zu, wenn die Matrix symmetrisch ist.
Eine Matrix heißt unitär diagonalisierbar, wenn eine unitäre Matrix existiert, sodass eine Diagonalmatrix ist, wobei die zu adjungierte Matrix bezeichnet. Das trifft genau dann zu, wenn die Matrix normal ist.
In einem endlichdimensionalen euklidischen bzw. unitären Vektorraum heißt ein Endomorphismus orthogonal bzw. unitär diagonalisierbar, wenn eine Orthonormalbasis von existiert, sodass die Abbildungsmatrix eine Diagonalmatrix ist. Dieser Fall liegt genau dann vor, wenn der Endomorphismus selbstadjungiert bzw. normal ist.
Sei eine -dimensionale Matrix mit Einträgen aus einem Körper . Jede der folgenden sechs Bedingungen wird genau dann erfüllt, wenn diagonalisierbar ist.
Ist zusätzlich algebraisch abgeschlossen, ist die Aussage äquivalent zu:
Ist eine Matrix diagonalisierbar, existiert eine Diagonalmatrix , für die die Ähnlichkeitsbedingung erfüllt ist:
Zur Diagonalisierung dieser Matrix berechnet man die Diagonalmatrix und eine zugehörige Basis aus Eigenvektoren. Dies geschieht in drei Schritten:
Gelegentlich will man auch zwei Matrizen mit derselben Transformation diagonalisieren. Falls das gelingt, gilt und und da und Diagonalmatrizen sind,
Also müssen die Endomorphismen miteinander kommutieren. In der Tat gilt auch die Umkehrung: Kommutieren zwei diagonalisierbare Endomorphismen, so können sie simultan diagonalisiert werden. In der Quantenmechanik gibt es für zwei solche Operatoren dann eine Basis aus gemeinsamen Eigenzuständen.
Sei die zu diagonalisierende Matrix. ist sogar orthogonal diagonalisierbar, da symmetrisch ist, d. h., es gilt .
Die Eigenwerte von lassen sich durch die Nullstellen des charakteristischen Polynoms bestimmen:
Also . Der Eigenwert 2 hat algebraische Vielfachheit , da er doppelte Nullstelle des charakteristischen Polynoms ist.
Zum Bestimmen der Eigenräume setze man die Eigenwerte in ein.
Um alle mit zu erhalten, fasst man die erweiterte Koeffizientenmatrix als lineares Gleichungssystem mit unendlichen Lösungen auf.
Für erhält man , mit dem gaußschen Eliminationsverfahren erhalten wir und somit als Lösungsmenge den Eigenraum:
wobei die lineare Hülle bezeichnet.
Für erhält man , daraus und somit als Lösungsmenge den Eigenraum:
Die Eigenvektoren erhält man aus den Basen der Eigenräume, sie bilden eine Basis von .
Wenn man normiert, erhält man mit und eine Orthonormalbasis, da symmetrisch und die Eigenvektoren der halbeinfachen Eigenwerte orthogonal zueinander sind (in dem Fall ).
Es gilt also . Daraus erhält man unter der Nutzung der Eigenschaften von Orthonormalbasen die Inverse .
bestimmt sich durch .
Somit erhält man für
und damit die Diagonalisierung