| Werkdaten | |
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| Titel: | Die Ameise |
| Form: | Oper in vier Akten |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Musik: | Peter Ronnefeld |
| Libretto: | Peter Ronnefeld, Richard Bletschacher |
| Uraufführung: | 21. Oktober 1961 |
| Ort der Uraufführung: | Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein |
| Spieldauer: | ca. 1 ¾ Stunden |
| Ort und Zeit der Handlung: | „Wien zur Zeit der italienischen Besatzung“ |
| Personen | |
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Die Ameise ist eine Oper in vier Akten des Komponisten Peter Ronnefeld mit einem Libretto von Richard Bletschacher und dem Komponisten. Ronnefeld schrieb sie 1959–1961. Die Uraufführung fand am 21. Oktober 1961 in der Deutschen Oper in Düsseldorf statt.
Das Libretto erzählt die Geschichte eines alten, berühmten Gesangslehrers, der sich in seine 16-jährige Schülerin Formica (lat. für Ameise) verliebt. Der Machtmissbrauch in der Welt der Musikausbildung ist der Kerninhalt der Oper. Weil die junge Sängerin stirbt, verurteilt ein Gericht den Lehrer wegen Lustmordes. Der Chor verkörpert das Volksempfinden: „Wir besuchen regelmäßig Prozesse! Wir können uns ein Urteil erlauben!“ Im Gefängnis und nach der vorzeitigen Entlassung bekommt der Gesangslehrer Wahnvorstellungen und versucht, eine tote Ameise zum Singen zu bringen.
Die Uraufführung fand am 21. Oktober 1961 in der Deutschen Oper in Düsseldorf unter der Leitung des Komponisten Ronnefeld in einer Inszenierung von Wolfgang Liebeneiner statt. Die Hauptrollen sangen Stina-Britta Melander (Formica), Carlos Alexander (Salvatore), Alfons Holte (Fassadendieb) und Paul Späni (Taschenkletterer).
Die Reaktionen des Publikums waren gemischt. Es gab zwar lauten Beifall für den Komponisten, aber auch Pfiffe und Buhs. Die Kritik stand dem Werk überwiegend wohlwollend gegenüber, bemerkten aber dramaturgische Defizite am Libretto. Ronnefeld nahm dies zum Anlass, den vierten Akt vollständig neu zu konzipieren. Aufgrund seiner Krankheit und seines frühen Todes Anfang August 1965 kam er jedoch nicht mehr dazu. Für die Produktion in Kiel im selben Jahr vereinbarte er mit dem Regisseur Friedrich Petzold immerhin noch einige Änderungen an diesem Akt. Dessen Handlung wurde nun enger an die vorangehenden Akte angebunden. Ein Chor aus dem ersten Akt wurde ins Finale verschoben. Die singende Ameise stirbt am Ende nicht mehr durch die Hand des Geschäftsführers der Bar, sondern durch den Gefängniswärter Melter.
Anschließend geriet das Werk – wie ihr früh verstorbener Komponist – in Vergessenheit, bis es 2025 an der Oper Bonn neu aufgeführt wurde.
Die Autoren konzipierten Die Ameise als Gegenentwurf zur zeitgenössischen Literaturoper, mit deren Grundkonzept als Kombination von Sprechtheater und symphonischer Musik sie nicht einverstanden waren. Ihren Einwand formulierten sie folgendermaßen: „Sie ist die eigentliche aller Theaterformen, die erste und reichste von allen. Sie verwendet nicht einfach mehr Mittel, sie verwendet jedes einzelne in bedeutenderer Weise. Die Musik schafft eine stilisierte Form des Handlungsablaufs, indem sie nicht die Wirklichkeit des Lebens nachahmt, sondern einer absolut eigenen, oft surrealen Kausalität folgt.“ Die Handlung verläuft nicht chronologisch, sondern wird durch Rückblenden vermittelt. Obwohl sie durchaus tragisch ist, werden sämtliche dramatischen und gefühlsstarken Stellen der Handlung mit Scherzen konterkariert. Es handelt sich somit um eine Opera semiseria.
Musikalisch orientiert sich die Oper am Stil der Neuen Musik der 1950er Jahre. Die Grundlage bilden zwei Zwölftonreihen. Ronnefeld griff aber auch auf Elemente vieler anderer Stile zurück, die von alten Kirchentonarten (im dritten Akt) über die Barockmusik (Formicas Koloraturarie im Zentrum der Oper) bis zum Neoklassizismus reichen. Es gibt Anspielungen an die Musik von Kurt Weill, Carl Orff (Fassadendieb und Taschenkletterer im dritten Akt) und Richard Strauss (Quartett im dritten Akt). Jazz-Elemente unterstreichen einen lockeren Tanz auf der Bühne. Zu Beginn und am Ende der Oper singt ein Chor.
Die Orchesterbesetzung der Oper umfasst die folgenden Instrumente:
Die Instrumentalisten der Bühnenmusik sollten nicht aus dem Orchester besetzt werden. Auch die Jazzinstrumente des Orchesters sollten hinter der Bühne platziert werden.