Die zerbrochene Postkutsche

Achim von Arnim
(1781–1831)

Die zerbrochene Postkutsche. Text zu einer komischen Operette ist eine Erzählung von Achim von Arnim, die 1818 in den Hamburger „Originalien aus dem Gebiete der Wahrheit, Kunst, Laune und Phantasie“ (Georg Lotz (Hrsg.)) erschien. Der Text ist eine Satire auf den „Werther“.

Inhalt

Lotte (Zeichnung von Chodowiecki)

Ein mit dem Reisekomfort unzufriedener Fahrgast hatte während der vorhergehenden Fahrt einen verdorbenen Krebs am verborgenen Platz in den Fahrgastraum der Postkutsche genagelt. Mit dem üblen Geruch nach Fisch bringt der Scherzbold die nachfolgenden zusammengepferchten Passagiere so in die Rage, dass sie am liebsten aufeinander losgehen möchten. Mit einem Wort – der Komfort ist wirklich schlecht. Keiner der Fahrgäste gibt dem Postillion am Fahrtziel das obligatorische Trinkgeld, zumal da die Postkutsche – am Ziel mit Mühe und Not angekommen – im Stillstand in sich zusammenfällt und die Passagiere herausrutschen. Während der darauf folgenden Auseinandersetzungen will der Postmeister das Reisegepäck als Unterpfand bis zur richterlichen Entscheidung, den Obolus betreffend, einbehalten. Die erbosten Reisenden versuchen nun fieberhaft, Teile des Gepäcks an sich zu bringen. Dabei gerät eine Hofrätin an ein Werther- und ein Student an ein Lotte-Kostüm. Beide steigen im selben Hotel ab und verstehen Spaß. Anderntags spielen sie tatsächlich ihre Rollen. Außer den beiden Kostümierten ist noch der Imposante mit angereist. Er will den Herrn Rat und den Stadtschreiber peinlich visitieren.

Weil es also um den „Werther“ geht, treten alsbald aus dem für einen kurzen Text sehr umfangreichen Personal zwei Kinder der Musen hervor. Das sind die berühmte französische Dame und der Schicksalsdichter. Jener „sehr geschmückte Lockenkopf mit einem ältlichen Gesichte“ geht todernst auf den Scherz ein. Natürlich mischt sich auch die Französin in den aufkommenden grundsätzlichen Disput. Sie spielt die Schiedsrichterin zur Beilegung strittiger Fragen. Aber ihr Französisch wird bekrittelt. Die zugereiste Französin deklamiert unbeirrt „aus dem Ossian nach Werthers Übersetzung“.

Selbstzeugnis

Rezeption

Literatur

Zitierte Textausgabe

Einzelnachweise

Quelle meint die zitierte Textausgabe

  1. ↑ Quelle, S. 1021, 4. Z.v.o.
  2. ↑ Achim von Arnim, zitiert bei Moering, S. 914, 9. Z.v.o.
  3. ↑ Moering, S. 1009–1029