Dirk H. Breiding

Dirk Holger Breiding (* 1970 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Kunsthistoriker, Waffenhistoriker und Museumskurator.

Leben

Nach vier Jahren Grundschule in Oberursel (Taunus) von 1977 bis 1981 besuchte er das Gymnasium Bischof-Neumann-Schule in Königstein im Taunus, an der er 1990 das Abitur ablegte. Von 1990 bis 1991 absolvierte er seinen Wehrdienst in Wetzlar.

Von 1992 bis 1996 war Dirk Breiding zunächst mit der Fächerkombination Rechtswissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main eingeschrieben. Das Wintersemester 1994 und Sommersemester 1995 verbrachte Breiding als Auslandsjahr an der University of Edinburgh. Im Sommer 1996 wechselte er von Frankfurt an das University College London, wo er seine Studien nun ausschließlich der Kunstgeschichte und Geschichte widmete, und diese mit einem B.A. (1998) und M.A. (1999) erfolgreich abschloss. Während seiner Studienzeit absolvierte Breiding Praktika und Forschungsaufenthalte bei den Royal Armouries (1995, damals noch im Tower of London), in der Livrustkammaren in Stockholm (1997), und im Department of Arms and Armor des Metropolitan Museum of Art in New York City (1998).

Während seiner Studienzeit arbeitete Dirk Breiding aushilfsweise in einer Kunsthandlung auf der Bond Street (London). Seine erste kuratorische Anstellung erhielt er im Herbst 1999 am British Museum, in der damaligen Abteilung Medieval and Later Antiquities (heute Department of Britain, Europe and Prehistory), die jedoch zeitlich auf die Dauer eines digitalen Projektes begrenzt war. Von November 2000 bis Oktober 2001 schloss sich ein Beschäftigungsverhältnis in der Abteilung Arms and Armor (Historische Waffen und Rüstungen) des renommierten Londoner Auktionshaus Christie’s an. Im November 2001 begann Breiding ein einjähriges Praktikum (fellowship) im Department of Arms and Armor des Metropolitan Museum of Art in New York. Nach Beendigung des fellowship nahm er 2002 eine Festanstellung als kuratorischer Assistent (Curatorial Assistant) in derselben Abteilung an, 2005 wurde er zum Assistenzkurator (Assistant Curator) ernannt; in dieser Tätigkeit arbeitete er am Metropolitan Museum bis 2013. Im Juli 2013 wechselte Breiding von New York zum Philadelphia Museum of Art im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo er seitdem die Position des Associate Curator of Arms and Armor innehat.

Dirk Breiding ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Philadelphia.

Tätigkeiten

Breiding gehört zusammen mit Tobias Capwell, Stefan Krause, Ralph Moffat, Rachel Parikh, Jonathan Tavares, Pierre Terjanian, Keith Dowen und Marina Viallon zur neueren Generation international bekannter Waffenhistoriker. Seine bisherige Tätigkeit konzentrierte sich allgemein auf die Inventarisierung musealer Sammlungen, die Sepulkralskulptur als ikonographische Quelle für die Waffen- und Kostümkunde, sowie Fehlvorstellungen und Irrglauben über historische Waffen- und Rüstungen. Schwerpunkte seiner Forschungen bilden die Entwicklung des europäischen Harnischs im 14. und 15. Jahrhundert, das Turnierwesen des Mittelalters und der frühen Neuzeit, und historische Armbruste. Insbesondere auf letzterem Gebiet ist Breiding --neben Holger Richter und Jens Sensfelder-- einer der international führenden deutschsprachigen Wissenschaftler auf diesem Gebiet.

Mitgliedschaften

Ausstellungsmitwirkung

Schriften (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe “Alumni im Portrait” Dirk H. Breiding, in: Einblick – Der Newsletter für Alumni der Goethe-Universität 16 (Oktober 2011), S. 5–6; http://www.med-alumni.de/wp-content/uploads/2015/09/Einblick_16_051011_big1.pdf
  2. ↑ https://www.culture24.org.uk/sector-info/20000630-14
  3. ↑ Das einstige Spezialistenprofil (Specialist Profile) ist im Internet Archive nicht mehr abrufbar. Siehe aber das Mitarbeiterverzeichnis in: “Fine Antique Arms and Armour and Books from the R.T. Gwynn Collection”, Auktionskatalog, Christie’s London, King Street, 24. April 2001
  4. ↑ Siehe die entsprechende Presseerklärung des Museums: https://www.philamuseum.org/press/releases/2013/964.html
  5. ↑ LWL-Museum für Archäologie – Westfälisches Landesmuseum Herne (Hrsg.), “AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen”, Ausstellungskatalog (LWL-Museum für Archäologie, Herne), Mainz 2010, S. 129-146, 278, 298-300, 363, 368, 378, 380, 424-428, 452, & 507-508, ISBN 978-3-8053-4108-0.
  6. ↑ Barbara Drake Boehm und Jiri Fajt (Hrsg.), “Prague – The Crown of Bohemia, 1347-1437”, Ausstellungskatalog (The Metropolitan Museum of Art, New York), New York 2005, S. 233-35, 323-25, ISBN 978-0-300-11138-5.
  7. ↑ Stuart W. Pyhrr, Donald J. LaRocca, und Dirk H. Breiding (Hrsg.), “The Armored Horse in Europe, 1480–1620”, Ausstellungskatalog (The Metropolitan Museum of Art, New York), New York 2005, S. 8–18, 30–32, 44–45, 56–60, 72–73, ISBN 978-0-300-20021-8.
  8. ↑ U. Braasch-Schwersmann et al. (Hrsg.), “Landgraf Philipp der Großmütige 1504-1567”, Ausstellungskatalog (Universitätsmuseum, Marburg), Marburg 2004, S. 176-77, 184-85, 194-95, ISBN 978-3-87707-630-9.
Personendaten
NAME Breiding, Dirk H.
ALTERNATIVNAMEN Breiding, Dirk Holger
KURZBESCHREIBUNG deutscher Kunsthistoriker, Waffenhistoriker und Museumsmitarbeiter
GEBURTSDATUM 1970
GEBURTSORT Frankfurt am Main