Dirk Rupnow

Dirk Rupnow, 2025

Dirk H. Rupnow (* 30. September 1972 in Berlin) ist ein deutscher Historiker. Er ist Universitätsprofessor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Von 2010 bis 2018 fungierte er als Institutsleiter. Von März 2018 bis 2025 war er Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät, bevor er im November 2025 zum Vizerektor für Personal ernannt wurde.

Leben

Rupnow studierte Geschichte, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und der Universität Wien. Er schloss 1999 sein Studium an der Universität Wien ab, 2002 folgte die Promotion an der Universität Klagenfurt, 2009 die Habilitation wiederum in Wien. 1999/2000 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historikerkommission der Republik Österreich. 2000/01 war er Junior Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften, von 2004 bis 2007 Postdoc-Stipendiat im Austrian Programme for Advanced Research and Technology der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und von 2007 bis 2009 Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen. 2007 wurde er Lehrbeauftragter und 2009 Privatdozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Zwischen 2008 und 2016 war er Mitglied der Jungen Kurie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2009 forscht und lehrt er am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, dessen Leiter er von 2010 bis 2018 war. Von 2016 bis 2019 war er auch Mitglied des Senats der Universität Innsbruck. Von März 2018 bis Ende 2025 fungierte er als Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät und seit November 2025 ist er Vizerektor für Personal der Universität Innsbruck.

Rupnow absolvierte Gastaufenthalte an verschiedenen Forschungseinrichtungen: beim Jewish Studies Program des Dartmouth College, am History Department der Duke University, sowie mehrmals am Simon Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig und am Center for Advanced Holocaust Studies des United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D. C. 2016/17 war er der Distinguished Visiting Austrian Chair Professor am Europe Center und Department of History der Stanford University und 2022 Visiting Professor am European Forum der Hebrew University Jerusalem. 2015 war er (Gründungs-)Leiter des Forschungszentrums Migration und Globalisierung, 2016 (Gründungs-)Sprecher des Doktoratskollegs Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung. Er ist seit 2014 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Förderschwerpunkts „Erinnerungskultur“ des Landes Tirol, seit 2016 Mitglied und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats des Dokumentationsarchivs Migration Tirol DAM, seit 2018 Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (und seit 2021 dessen Sprecher)[4] sowie seit 2024 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Darüber hinaus engagiert er sich bei ARAtirol Anlauf-, Service- und Monitoringstelle für rassismus- und diskriminierungskritische Arbeit in Tirol. Beim Haus der Geschichte Österreich in Wien fungierte er als Konsulent für die Eröffnungsausstellung (2018) und weitere Projekte.

Engagement

Dirk Rupnow beteiligt sich immer wieder an öffentlichen, vor allem geschichtspolitischen Debatten. So hat er mehrmals Position bezogen in den Diskussionen um das Haus der Geschichte und das Lueger Denkmal. In der Kontroverse rund um das seit 2011 leerstehende Hitler-Geburtshaus in Braunau am Inn ist Dirk Rupnow 2019 gegen die Pläne des zuständigen Innenministeriums aufgetreten. Gemeinsam mit Kollegen engagiert er sich für ein „Archiv der Migration“.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

Rupnow hat zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zu Holocaust- und Jüdischen Studien, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik sowie Migrations- und Wissenschaftsgeschichte vorgelegt.

Monographien
Herausgeberschaft
Commons: Dirk Rupnow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Österreichische Akademie der Wissenschaften: Almanach. Bd. 159 (2009), S. 136.
  2. ↑ Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow. In: Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  3. ↑ Dirk Rupnow wird Vizerektor für Personal. In: Universität Innsbruck. 22. Oktober 2025, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  4. ↑ Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 16. Februar 2026.
  5. ↑ Internationaler Wissenschaftlicher Beirat, Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien. Abgerufen am 20. Juni 2018.
  6. ↑ Türkis-Grün: Von Gedenkjahr zu Gedenkjahr hecheln. In: derstandard.at. 12. Januar 2020, abgerufen am 16. Februar 2026.
  7. ↑ Dirk Rupnow: Wir sollten Lueger nicht auf seinem Sockel stehen lassen. In: Die Presse. 5. Juni 2021.
  8. ↑ Dirk Rupnow: Als wäre nichts gewesen (Hitlers Geburtshaus in Braunau). In: Die Presse/Spectrum. 13. Juni 2020.
  9. ↑ Dirk Rupnow: Wie soll man umgehen mit den Geburtshaus des Bösen? In: Die Presse. 11. Dezember 2019.
  10. ↑ Dirk Rupnow: Beschäftigung mit Geschichte ist kein Luxus. Wieso Österreich ein „Archiv der Migration“ braucht. In: Stimme. Zeitschrift der Initiative Minderheiten 89. 2013.
  11. ↑ Dirk Rupnow: Migration braucht ein Archiv - aber was für eines? In: Wiener Zeitung. 3. Oktober 2012.
  12. ↑ Vgl. dazu die Besprechung von Hannes Obermair in: H-Soz-Kult, 15. März 2023 (online).