Djibo Hamani

Djibo Mallam Hamani (* 1943 in Tahoua) ist ein nigrischer Historiker.

Leben

Djibo Hamani stammt aus der Landschaft Ader in Zentral-Niger. Er studierte in Frankreich Geschichte: bis 1971 an der Universität Grenoble und bis 1975 an der Universität Aix-Marseille I. Er war nach André Salifou der zweite Nigrer mit einer abgeschlossenen Dissertation in Geschichte.

Hamani war ab 1979 als Direktor des Forschungsinstituts für Humanwissenschaften (IRSH) an der Universität Niamey tätig. Er habilitierte sich 1985 in Geschichte an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. In den 1980er Jahren leitete er als Direktor das Departement für Geschichte am IRSH. Er spezialisierte sich auf die vorkoloniale Geschichte des von Hausa und Tuareg besiedelten zentralen Sudan. Hamani strebte die Präsidentschaft des Hohen Rats der Republik an, des Übergangsparlaments von 1991 in der Phase des Übergangs Nigers zu einer Mehrparteiendemokratie, verzichtete aber letztlich zugunsten von André Salifou. Er wandte sich in den 1990er Jahren der Erforschung der Geschichte des Islams im nigrischen Raum zu und setzte sich für eine verstärkte Islamisierung des nigrischen Bildungssystems ein. Als Staatspräsident Mamadou Tandja 2009 eine in der Verfassung nicht vorgesehene dritte Amtszeit verlangte, gehörte Djibo Hamani zu den wenigen Universitätsprofessoren, die sich öffentlich dagegen aussprachen. Nach dem Sturz Tandjas wirkte er von 2010 bis 2011 als ernannter Abgeordneter im Übergangsparlament, dem Nationalen Konsultativrat. Staatspräsident Mahamadou Issoufou ernannte ihn 2011 zum Sonderberater bei der Präsidentschaftskanzlei im Ministerrang.

Schriften

Ehrungen

Schild der Djibo-Hamani-Universität Tahoua (2023)

Einzelnachweise

  1. ↑ Finn Fuglestad: Hamani (Djibo) : Contribution à l’étude de l’histoire des États hausa. L’Adar précolonial (République du Niger). Compte-rendu. In: Outre-Mers. Revue d’histoire. Nr. 241, 1978, S. 611 (persee.fr [abgerufen am 10. April 2022]).
  2. 1 2 Rahmane Idrissa: Historical Dictionary of Niger. 5. Auflage. Rowman & Littlefield, Lanham/Boulder/New York/London 2020, ISBN 978-1-5381-2014-9, S. 266.
  3. ↑ Wolfgang Behn: Concise Biographical Companion to Index Islamicus. An International Who’s Who in Islamic Studies from its Beginnings down to the Twentieth Century. Bio-bibliographical Supplement to Index Islamicus, 1665–1980. Volume Two. Brill, Leiden / Boston 2006, ISBN 90-04-15037-4, S. 15.
  4. 1 2 Etudes nigériennes – 38, HAMANI Djibo. Contribution à l’étude de l'histoire des états Hausa. L’Adar précolonial (République du Niger). In: Soumbala. Abgerufen am 10. April 2022 (französisch).
  5. ↑ Hamani, Djibo Mallam (1943–....). In: Catalogue général. Bibliothèque nationale de France, 7. Juli 2004, abgerufen am 10. April 2022 (französisch).
  6. ↑ Le Chef de l’Etat signe plusieurs décrets de nomination. In: PlaneteAfrique. 22. April 2011, abgerufen am 10. April 2022 (französisch).
  7. ↑ Communiqué du Conseil des Ministres du jeudi 07 avril 2022. In: ActuNiger. 7. April 2022, abgerufen am 10. April 2022 (französisch).
Personendaten
NAME Hamani, Djibo
ALTERNATIVNAMEN Hamani, Djibo Mallam (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG nigrischer Historiker
GEBURTSDATUM 1943
GEBURTSORT Tahoua