

Dorothy Clara Louise Haas (geboren 29. April 1910 in Hamburg; gestorben 16. September 1994 in New York City) war eine deutschamerikanische Schauspielerin, die für Theater, Kabarett und Film arbeitete.
Dolly Haas’ Eltern waren der Verlagsbuchhändler Charles Oswald Haas (* 1864 in Leipzig; † 1920 in Hamburg; seit 1905 britischer Staatsbürger) und Margarethe Haas, geb. Jagemann (* 1871 in Wien; † nach 1941 in den USA). Seit ihrem sechsten Lebensjahr erhielt sie Ballettunterricht von Olga Brandt-Knack. Sie besuchte das private jüdische Lyzeum von Jacob Loewenberg. Mit 14 Jahren wurde Haas von den Hamburger Kammerspielen für die Kinderrolle in Frank Wedekinds Franziska engagiert.
Nach ihrem Schulabschluss trat sie ab 1927 in Berlin bei verschiedenen Bühnenveranstaltungen auf: in zwei Revuen von Eric Charell, bei Rudolf Nelson und in den Kabaretts Larifari, Die Katakombe und dem Kabarett der Komiker. 1929 tanzte sie die Prinzessin Bibi in der als Revue inszenierten Operette Ein Walzertraum, eine Rolle, die der Komponist Oskar Straus eigens für sie geschrieben hatte (Deutsches Theater München), 1930 engagierte sie Max Reinhardt für die Revue Wie werde ich reich und glücklich, Musik von Mischa Spoliansky (Komödie am Kurfürstendamm).
Ihr Talent als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin wurde auch im Film schnell erkannt. Sie wirkte vor 1936 in 16 deutschen Spielfilmen mit, in denen die zierliche Darstellerin oft in Hosenrollen zu sehen ist: So geht sie in Liebeskommando an Stelle ihres Bruders zum Militär und legt als Der Page vom Dalmasse-Hotel Betrügern das Handwerk.
Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten emigrierte Haas 1936 aus Deutschland und arbeitete in Großbritannien weiter. Im Oktober 1936 siedelte sie in die Vereinigten Staaten über und wurde im August 1944 US-Bürgerin. Da Filmangebote ausblieben, spielte sie erfolgreich Theater am Broadway. Alfred Hitchcock besetzte sie in seinem 1953 entstandenen Thriller Ich beichte als Ehefrau von O. E. Hasse. 1983 gehörte sie zu den Schauspielern, die von der Stiftung Deutsche Kinemathek im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin zu der Retrospektive Exil. Sechs Schauspieler aus Deutschland eingeladen wurden. Im Jahr 1987 wirkte Haas in Rosa von Praunheims Film Dolly, Lotte und Maria mit.
Dolly Haas war von 1937 bis 1941 in erster Ehe mit Hans (John) Brahm und von 1943 bis zu ihrem Tode mit dem Karikaturisten Al Hirschfeld verheiratet, mit dem sie die Tochter Nina (geboren 1945) hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Haas, Dolly |
| ALTERNATIVNAMEN | Haas, Dorothy Clara Louise |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschamerikanische Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 29. April 1910 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 16. September 1994 |
| STERBEORT | New York City, New York, Vereinigte Staaten |