

Die Domgrundschule ist eine Grundschule in Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz.
Die Schule befindet sich in der Magdeburger Altstadt auf der Ostseite der Prälatenstraße, an der Adresse Prälatenstraße 3. Vorherige Adressierungen lauteten Prälatenstraße 8 und Leiterstraße 9.
Die Domgrundschule ist eine von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland anerkannte evangelische Bekenntnisschule. Das pädagogische Konzept orientiert sich am Jenaplan-Ansatz. Als Schulträger fungiert der Verein Kuratorium des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg e.V., der auch Träger des Ökumenischen Domgymnasiums ist. Der Namensbestandteil Dom bezieht sich auf den Magdeburger Dom.
Bis 1631 befand sich auf dem Gelände der Kreuzgang des Paulinerklosters mitsamt Friedhof.
1698 erwarb der brandenburgische Obersteuerdirektor und Landrat Gebhard Joh. von Alvensleben die wüste Fläche. Er überließ das Grundstück 1699 für 1400 Taler dem Domdechanten Erasmus Christian von Arnstedt. Die Arnstedtschen Erben, vertreten durch den späteren Generalmajor Jobst (auch Joost) Friedrich von Arnstedt, verkauften den nördlichen Teil des Grundstücks an den Oberempfänger Joh. Ludwig Kraut, der es an seine Witwe vererbte. In ihrem Testament vererbte die Witwe es an den Geheimen Finanzrat Joh. Ulrich Stieber, der dann ab 1746 Eigentümer war. Im Jahr 1764 ging das Anwesen per testamentarischer Verfügung an seinen Bruder, den Kriegs- und Domänenrat Friedrich Franz Stieber über. Es folgte seine Schwester, Frau Hofrat Ferdinande Dorothea Bertram, geborene Stieber, als Eigentümerin, die es 1782 ihrer Tochter, Auguste Ferdinande, Ehefrau des Kammerrats Joh. August Giesecke vererbte.
Zu diesem Zeitpunkt wurde das Anwesen als Haus, Hof und großer, an der Prälatenstraße gelegener, Obstgarten beschrieben. Ihr Ehemann kaufte das „am sogenannten wüsten Paulanerkloster“ gelegene Grundstück für 6000 Taler, um so den minderjährigen Kindern ihren Erbteil zu sichern.
1798 erwarb es dann von ihm der Bankier Jaquet Cuny für 10.500 Taler, wobei Cuny nicht im eigenen Namen, sondern für das Kuratorium einer geplanten Handelsschule agierte. Noch im gleichen Jahr ergab sich jedoch ein Rechtsstreit. Der Kanonikus Karl Friedrich Kemnitz, Enkel des Kammerrats Giesecke, verklagte das Kuratorium auf Herausgabe des Hauses. Im Zuge eines Vergleichs erhielt er tatsächlich das Haus, allerdings gegen Rückzahlung des Kaufpreises. Cuny trat das Haus dann an seinen Vater, den Kriegs- und Domänenrat Wilhelm Christian David Kemnitz, ab, der es 1799 für 15.000 Taler an den Johanniterritter August von Alvensleben veräußerte. Im Jahr 1802 erwarb es von ihm erneut, diesmal für 14.500 Taler, das Kuratorium der Handelsschule. Für die Kosten des Ausbaus stellte der Kaufmann Ballerstedt einen Kredit in Höhe von 4000 Talern zur Verfügung. 1803 zog die Handelsschule, zuvor in der Weinfaßstraße 2 ansässig, in das Gebäude ein. Für 11.400 Taler und die Zahlung einer Leibrente in Höhe von zehn Talern Gold jährlich an den Hypothekengläubiger Kaufmann August Pieschel bis zu dessen Tode, erwarb 1808 die Stadt Magdeburg das Anwesen.
Ab den 1830er Jahren entstanden hier mehrere jedoch nicht erhaltene Schulgebäude, so die höhere Gewerbe- und Handlungsschule, die erste Bürger-Mädchenschule, die erste Volksknabenschule und die altstädtische katholische Schule.
Ab 1904 entstand nach einem Entwurf von Wilhelm Berner der noch heute erhaltene dreigeschossige Bau. Er wurde als mittlere Töchterschule geplant. Die Errichtung erfolgte in zwei Bauabschnitten. Zunächst entstand 1904/1905 der nördliche Teil, von 1908 bis 1910 der südliche. Noch vor endgültiger Fertigstellung des zweiten Abschnitts wurde, entgegen ursprünglicher Planungen, das Gebäude 1911 der Luisenschule übergeben. Da die Platzkapazitäten nicht ausreichten, wurde 1910/1911 ein Verbindungstrakt zur alten Luisenschule errichtet und der Altbau aufgestockt.
Zumindest in den 1950er Jahren befand sich hier die Käthe-Kollwitz-Schule. Nach längerem Leerstand wurde am 7. September 2012 die Domgrundschule eingeweiht.
Das dreigeschossige verputzte Gebäude liegt langgestreckt über mehr als 63 Meter entlang der Prälatenstraße und umfasst 14 Achsen. Die Gestaltung erfolgte im Stil des Neobarocks und entspricht so weiterer von Wilhelm Berner geschaffener Schulbauten in Magdeburg der Bauzeit. Das Erdgeschoss verfügt über eine Rustizierung, während die Obergeschosse durch Lisenen gegliedert sind. Die Fensteröffnungen sind als stehende Rechtecke, die Fenster selbst sechsteilig ausgeführt.

Bedeckt ist der Bau von einem Mansarddach. An der Nordseite besteht ein schmaler, nur in Teilen erhaltener Seitenflügel, der eine Verbindung zum östlich gelegenen älteren Schulhaus der Luisenschule (Leiterstraße 9) herstellt. In diesem Flügel waren auch die Toiletten angeordnet.
Alle Räume der Schule sind einseitig nach Osten zum Hof hin ausgerichtet und werden über lange Etagenflure erschlossen. Die Eingänge und Treppenhäuser befinden sich am nördlichen und südlichen Ende und treten zur Prälatenstraße als flache Risalite hervor. Hinzu kommt ein in ähnlicher Weise aber breiter ausgeführter Mittelrisalit. Bekrönt sind die Risalite jeweils durch einen geschweiften Giebel. Die kleineren äußeren Giebel sind mit Rankenwerk geschmückt, während im mittleren zwei Genien ein leeres Medaillon halten. Der Mittelrisalit ist darüber hinaus mit zwei Reliefs verziert, die Kinder darstellen.
In den Obergeschossen entstanden zwölf Klassenräume, eine Bibliothek und ein Kartenzimmer. Im Erdgeschoss wurden Fachräume für Physik und Chemie sowie Direktor-, Lehrer- und Schuldienerzimmer angeordnet.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist die Schule unter der Erfassungsnummer 094 06342 als Baudenkmal verzeichnet.
Koordinaten: 52° 7′ 40,1″ N, 11° 37′ 54,2″ O