Dominik Pupovac

Dominik Pupovac (* 17. April 1869 in Stinica; † 21. Juni 1929 in Wien) war ein österreichischer Chirurg.

Leben

Dominik Pupovac war der Sohn eines Oberingenieurs und ein Bruder des Rechtsanwalts und Politikers Alexander Pupovac. In Kroatien geboren, besuchte er das Gymnasium Wasagasse in Wien. Er studierte von 1887 bis 1893 Medizin an der Universität Wien. Bereits während seines Studiums begann er 1891 bei Emil Zuckerkandl als Demonstrator am Anatomischen Institut der Universität Wien wissenschaftlich zu arbeiten. Von 1892 bis 1894 war Pupovac als Prosektor tätig. Seine 1894 begonnene Ausbildung als Operationsschüler bei Carl Gussenbauer an der II. chirurgischen Klinik der Universität Wien beendete er 1896. Anschließend wirkte er als Gussenbauers Assistent. Er habilitierte sich 1901 an der Universität Wien mit einer grundlegenden Arbeit über die pathologische Anatomie und Genese der Hydromeningocele sacralis anterior.

Als Gussenbauer 1903 starb, supplierte ihn Pupovac als Privatdozent bis ins darauffolgende Jahr. Er heiratete Tilde Gussenbauer, eine Tochter Carl Gussenbauers. Im Jahr 1904 übernahm Julius Hochenegg Carl Gussenbauers Nachfolge als Ordinarius an der II. chirurgischen Klinik. Zugleich folgte Pupovac Hochenegg als chirurgischer Primararzt an der Allgemeinen Poliklinik Wien nach. Zu seinen prominenten Patienten zählte der Wiener Bürgermeister Karl Lueger. Pupovac besaß eine 1912 erbaute Sommervilla in Hall bei Admont in der Steiermark. Hierhin zog er sich jahrzehntelang im Sommer zurück und betätigte sich als Jäger, Fischer und Bienenzüchter.

Ab 1913 wirkte er als Vorstand der chirurgischen Abteilung am Kaiser-Jubiläums-Spital. Während des Ersten Weltkriegs wurde er ein unterstützendes Mitglied der Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide in Wien. Dominik Pupovac wurde 1922 zum außerordentlichen Professor für Chirurgie an der Universität Wien ernannt. Er veröffentlichte zahlreiche chirurgische Fachaufsätze, beispielsweise über Endolheliome (Neubildungen aus Endothelzellen), akute Pankreatitis und Darmchirurgie. Die 1928 gegründete Ortsgruppe Wien der in Berlin beheimateten Deutschen Kakteen-Gesellschaft wählte Dominik Pupovac zu ihrem ersten Vorsitzenden. Mit Juljan Zilz als zweitem Vorsitzenden und Hugo Winternitz als erstem Schriftführer waren weitere Mediziner Mitglieder des Gründungsvorstands.

Dominik Pupovac starb 1929 an einer Lungenentzündung. Er wurde am Döblinger Friedhof (Gruppe 32, Reihe 7, Nummer 9) bestattet.

Schriften

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Millstatt. Leichenfeier für Dr. Pupovac. In: Kärntner Tagblatt, 3. August 1918, S. 5 (online bei ANNO).
  2. ↑ Karl Heinz Tragl: Chronik der Wiener Krankenanstalten. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2007, ISBN 978-3-205-77595-9, S. 300.
  3. 1 2 3 Marlene Jantsch: Pupovac, Dominik. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 337.
  4. 1 2 3 Hans Lehmann: Professor Dr. Dominik Pupovac. In: Wiener Medizinische Wochenschrift, Heft 3/1929, S. 891 (online bei ANNO).
  5. ↑ Todesfälle. In: Neue Freie Presse, 3. Juni 1924, S. 8 (online bei ANNO).
  6. ↑ Tagesnachrichten. Professor Dr. Pupovac. In: Wiener Zeitung, 25. Juni 1929, S. 4 (online bei ANNO).
  7. 1 2 Felix Czeike (Hrsg.): Pupovac, Dominik. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 615 (Digitalisat).
  8. ↑ Todesfälle. In: Freie Stimmen. Deutsche Kärntner Landeszeitung, 27. Juni 1929, S. 4 (online bei ANNO).
  9. ↑ Die Fürsorge für Kriegsinvalide. In: Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblatt, 28. Jänner 1916, S. 3 (online bei ANNO).
  10. ↑ Gründung der Ortsgruppe Wien der deutschen Kakteengesellschaft. In: llustrierte Flora, Heft 4/1928, S. 111 (online bei ANNO).
  11. ↑ Dominik Pupovac in der Verstorbenensuche bei friedhoefewien.at, abgerufen am 14. Februar 2026.
  12. ↑ Auszeichnungen. In: Neues Wiener Journal, 25. März 1916, S. 15 (online bei ANNO).
  13. ↑ Amtlicher Teil. In: Wiener Zeitung, 31. Dezember 1916, S. 2 (online bei ANNO).
  14. ↑ Felix Czeike (Hrsg.): Pupovacweg. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 615 (Digitalisat).
Personendaten
NAME Pupovac, Dominik
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Chirurg
GEBURTSDATUM 17. April 1869
GEBURTSORT Stinica
STERBEDATUM 21. Juni 1929
STERBEORT Wien