Doris Ziegler

Doris Ziegler (2020)

Doris Ziegler (* 14. März 1949 in Weimar) ist eine deutsche Malerin, die Ende der 1980er Jahre in ihren Bildern die Wendejahre und die friedliche Revolution in der DDR thematisierte. Sie gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Leipziger Schule.

Leben

Doris Ziegler absolvierte von 1965 bis 1967 eine Lehre als Stenotypistin. Von 1969 bis 1974 studierte sie Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGBK) bei Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer. Danach arbeitete sie bis 1989 als freischaffende Künstlerin in Leipzig, bis 1977 mit einem Fördervertrag. Sie hatte im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der Zeit der DDR u. a. von 1977 bis 1988 an der VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1983 in Luxemburg an Junge bildende Künstler aus der DDR, 1985/1986 in Bremen und Stuttgart an Künstlerinnen der DDR, 1986 in Paris an Femme-artistes de la RDA und 1988 an der Biennale di Venezia. 1983 unternahm sie eine Studienreise nach Sibirien. Von 1989 bis 1992 war sie Assistentin in der Fachrichtung Malerei an der HGBK, von 1993 bis 2014 Professorin für das Grundlagenstudium.

Doris Ziegler lebt in Leipzig. Sie war von 1972 bis 1981 mit dem Maler Thomas Ziegler verheiratet. Aus der Verbindung ging 1977 der Maler Martin Ziegler hervor.

Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Doris Zieglers (unvollständig)

Ehrungen

Mitgliedschaften

Werk

Erste gegenständliche Arbeiten entstanden in den 1970er Jahren in der DDR. Thematisch widmete sich Ziegler vorwiegend Figurenbildern und Stadtlandschaften. Von 1983 bis 1985 schuf sie mit dem Fotografen Peter Oehlmann das Projekt Ziehwerk Delitzsch (Öl und Fotomontage). Ausgelöst durch das Krankheitsbild der Mutter, beschäftigte sie sich zwischen 1999 und 2005 mit der Situation von Alzheimerkranken, die ihren Lebensabend im Altenheim oder Pflegeheim verbringen müssen.

Ende der 1980er Jahre behandelten Zieglers Gemälde von Demonstrationen und Menschenaufläufen wie Passage 1 (1988, Öl auf Leinen, 160 × 175 cm) oder Aufbruch Straße (1989, Öl auf Leinen, 120 × 130 cm), die in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs entstanden, den Fall der Berliner Mauer. Ihre Serie der „Passagenbilder“ aus den Jahren zwischen 1988 und 1993 thematisieren die Wendejahre und die friedliche Revolution in der DDR und den Umbruch jener Zeit in den Leipziger Passagen. Dem Bilderzyklus wurde seit Juli 2019 in der Ausstellung Point of no Return. Wende und Umbruch in der Ostdeutschen Kunst im Museum der bildenden Künste Leipzig ein eigener Raum gewidmet.

Werkbeispiele

Tafelbilder

  • Musizierende Engel in Plagwitz (1980; Öl)
  • Abend am Bratsker Meer (1980; Öl)
  • Bildnis meiner Mutter (1980; Eitempera)
  • Bildnis Ahmed M. (1981; Mischtechnik)
  • Musikanten (1981/82; Öl)
  • Plagwitzer Nacht (1986; Eitempera/Öl, 130 × 110 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)
  • Boot II (1986/87; Eitempera/Öl, 175 × 195 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)
  • Selbst mit Sohn (1986/87; Eitempera/Öl, 175 × 132 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Druckgrafik

  • Stillleben (1981; Farblithografie, 27 × 27,5 cm; Kunstsammlung der Wismut GmbH, Chemnitz)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Werkdokumentation (Auswahl)

Literatur (Auswahl)

Commons: Doris Ziegler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AV-Portraits, Videos (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Ausstellung: ICH bin DU! In: freitag.de. Abgerufen am 5. März 2023.
  2. ↑ Tübke-Schülerin stellt mit Sohn aus. Meldung in der Südthüringer Zeitung vom 31. Mai 2026.
  3. ↑ Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  4. ↑ Doris Ziegler. SKD | Online Collection, abgerufen am 25. Oktober 2026.
  5. ↑ Selbst in der Kiste. SKD | Online Collection, abgerufen am 25. Oktober 2026.
  6. ↑ Suchergebnisse - Kunsthalle der Sparkasse Leipzig. Abgerufen am 9. Oktober 2023.
  7. ↑ Ausstellungsbesprechung von Antje Scherer. In: Märkische Oderzeitung. 26. Mai 2018 (moz.de).
  8. ↑ Ausstellungsbesprechung zu Point of no Return im Deutschlandfunk mit Abbildung eines Gemäldes von Doris Ziegler, abgerufen am 2. August 2019
  9. ↑ Ausstellungsbesprechung zu Point of no Return auf der Internetseite des Mitteldeutschen Rundfunks, abgerufen am 2. August 2019
  10. ↑ Ausstellungsbesprechung von Ingeborg Ruthe vom 25. Juli 2019 in der Frankfurter Rundschau, abgerufen am 2. August 2019
  11. ↑ Stilleben. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  12. ↑ artviewer: Alltag und Epoche at EXILE. In: Art Viewer. 20. Juni 2024, abgerufen am 27. August 2025 (amerikanisches Englisch).