| Droege Group GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1988 |
| Sitz | Düsseldorf, |
| Leitung | Ernest-W. Droege (Vorsitz der Geschäftsführung) |
| Mitarbeiterzahl | Circa 10.000 (2025) |
| Umsatz | 15,8 Mrd. Euro (2025) |
| Branche | Beteiligungsbranche |
| Website | www.droege-group.com |
Die Droege Group GmbH ist ein 1988 von Walter P. J. Droege gegründetes Investmentunternehmen mit Sitz in Düsseldorf, das sich vollständig in Familienbesitz befindet. Das Geschäftsmodell umfasst Eigenkapitalinvestitionen in mittelständische Unternehmen sowie in unternehmerische Sondersituationen („Special Opportunities“).
Das Unternehmen verfolgt das sogenannte Family-Equity-Geschäftsmodell. Ähnlich wie bei einem Private-Equity-Fonds beteiligt sich die Droege Group an Unternehmen, investiert jedoch ausschließlich eigenes Kapital.
Zu den Beteiligungen gehören, Stand 2026, unter anderem:
Die Droege Group ist mit ihren Unternehmen in rund 30 Ländern aktiv.
Walter P. J. Droege gründete das Unternehmen 1988 mit der Firma „Droege & Comp. Internationale Unternehmer-Beratung“. Im Jahr 2000 wandelte er das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um und teilte mit, es werde zukünftig nicht nur beraten, sondern auch Beteiligungen anstreben. Ausgangspunkt dafür war die zuvor erfolgte Beteiligung und Sanierung des Naturarzneimittelherstellers Madaus. Zu den frühen Beteiligungen Droeges zählten beispielsweise auch Kettner und Klöckner & Co. Das Pharmageschäft der Madaus-Gruppe ging 2007 an das italienische Pharmaunternehmen Rottapharm, andere Unternehmensbereiche verblieben bei Madaus, beispielsweise die 2002 erworbene HAL Allergy, aus der später Halix hervorging, ein Biotech-Unternehmen, das als Auftragsproduzent von Pharma- und weiteren Biotechunternehmen tätig ist.
2009 erwarb Droege den Informations- und Kommunikationstechnologie-Anbieter Actebis, 2011 wurden Actebis und Also Holding (Schweiz) zur Also-Actebis Holding AG mit Sitz in der Schweiz verschmolzen. Seitdem hält die Droege Group als Eigentümer der ehemaligen Actebis 51,3 Prozent der Anteile an der in der Schweiz börsennotierten ALSO Holding AG. 2011 folgte zudem eine Mehrheitsbeteiligung am Personaldienstleister Trenkwalder. Beim Automatenhersteller Höft & Wessel übernahm Droege 2013 die Aktienmehrheit, verkaufte das Unternehmen aber bereits 2016 wieder. Die Mehrheit an Weltbild übernahm Droege im Sommer 2014, drei Jahre später war die vollständige Übernahme der Verlagsgruppe abgeschlossen. Im Jahr 2024 musste die Weltbild Gruppe Insolvenz anmelden, da die Droege Group in den Verhandlungen mit der Bank keine Lösung finden konnte.
In den folgenden Jahren setzte die Droege Group ihre Strategie des Buy & Build (kaufen und ausbauen) fort. Zum Beispiel übernahm die Beteiligung ALSO Holding zum 1. März 2025 die Aktivitäten des britischen IT-Distributors Westcoast Ltd. in Großbritannien, Irland und Frankreich.
2018 wurde der Generationenwechsel eingeleitet. Ernest-W. Droege, Sohn des Unternehmensgründers, übernahm den Vorstandsvorsitz der Droege Group AG. 2026 wurde das Unternehmen in eine GmbH umfirmiert.
2000 wurde an der Droege Group Kritik laut: Durch die Verbindung von Beratungs- und Beteiligungsgeschäft entstünden Interessenkonflikte; es sei möglich, durch Lenkung von Beratungsaufträgen an das eigene Unternehmen größeren Einfluss auf fremde Unternehmen auszuüben als andere Gesellschafter. Als Beispiel diente Klöckner & Co. Im Anschluss an diese Kritik trennte das Unternehmen klar zwischen Beratung und Beteiligung.
Nach der Insolvenz des Buchhändlers Weltbild kritisierte ein Betriebsrat, dass Droege ohne Strategie viele artfremde Beteiligungen aufgekauft hätte. Auch wurde kritisiert, dass seit der Übernahme 2014 keine Umstrukturierung erfolgte. 2018 gaben die Tageszeitungen Die Welt, die Berliner Zeitung und andere jedoch eine DPA-Meldung wieder, die von erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen berichtete, unter anderem von Konsolidierungen, Filialschließungen und Stellenstreichungen.
Der Firmensitz befindet sich im Düsseldorfer David-Hansemann-Haus. Dieses Gebäude wurde 1954 als Zentrum für die betriebliche Fortbildung der Rheinisch-Westfälischen Bank, eine der damaligen drei Nachfolgebanken der zerschlagenen Deutschen Bank, eröffnet und von der Deutschen Bank bis Mitte der 1990er Jahre betrieben. Anschließend übernahm es die Droege Group. Namensgeber des Gebäudes, das von Heinrich Rosskotten konzipiert wurde, ist der Unternehmer, Bankier und Politiker David Hansemann (1790–1864).
Die Droege Group hat eine große private Sammlung der Gegenwartskunst in Deutschland aufgebaut.