Banksia ser. Dryandra

Banksia ser. Dryandra

Banksia sessilis

Systematik
Silberbaumgewächse (Proteaceae)
Unterfamilie: Grevilleoideae
Tribus: Banksieae
Gattung: Banksien (Banksia)
Untergattung: Banksia subgen. Banksia
Serie: Banksia ser. Dryandra
Wissenschaftlicher Name
Banksia ser. Dryandra
(R.Br.) A.R.Mast & K.R.Thiele

Die Serie Banksia ser. Dryandra gehört zur Untergattung Banksia subgen. Banksia in der Pflanzengattung Banksia innerhalb der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Die Vorkommen der etwa 95 Arten sind auf den südwestlichen Teil von Western Australia beschränkt.

Beschreibung

Offene Balgfrüchte von Banksia formosa
Illustration aus Flora Australasica von Banksia prolata
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3513 von Banksia tenuis
Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, Tafel 3500 von Banksia pteridifolia
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Banksia acanthopoda
Blütenstand von Banksia carlinoides
Laubblätter und Blütenstände von Banksia erythrocephala
Blütenstand von Banksia heliantha
Blütenstände von Banksia hewardiana
Blütenstand von Banksia hirta
Banksia nivea
Blütenstand von Banksia splendida
Banksia squarrosa

Vegetative Merkmale

Die Arten der Serie Banksia ser. Dryandra sind immergrüne Sträucher oder kleine Bäume. Es ist sekundäres Dickenwachstum ausgehend von einem konventionellen Kambiumring vorhanden.

Es kann Heterophyllie vorliegen. Die wechselständig, meist spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter können gestielt bis sitzend sein. Die ledrigen Blattspreiten sind im Umriss elliptisch, verkehrt-eiförmig oder verkehrt-dreieckig und einfach oder zusammengesetzt. Die Blattränder sind meist gesägt oder gezähnt, seltener glatt, manchmal stachelig gezähnt. Die Blattflächen können behaart oder kahl sein. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale

Direkt unter den Blütenständen befinden sich Laubblätter. Die meist end-, selten blattachselständigen, meist zapfenförmigen oder kopfigen Blütenstände enthalten 15 bis 250 sitzende Blüten auf einem flachen Blütenstandsboden. Es sind auffällige behaarte Tragblätter vorhanden. Über je einem Deckblatt befinden sich zwei Blüten.

Die kleinen bis großen, oft sehr dekorativen, immer zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zygomorph und vierzählig. Es ist ein extrastaminaler Diskus aus schmalen, häutigen Schuppen vorhanden. Es ist nur ein Kreis mit vier freien, cremefarbenen bis meist gelben Blütenhüllblättern vorhanden; sie gliedern sich in einen linealischen Nagel und eine viel schmalere Platte. Es ist nur ein Kreis mit vier untereinander freien, gleichen oder deutlich ungleichen Staubblättern vorhanden. Es sind keine Staubfäden erkennbar. Die sitzenden, mehr oder weniger basifixen Staubbeutel können miteinander verbunden bis frei sein und öffnen sich mit Längsschlitzen. Es ist nur ein sitzendes, oberständiges Fruchtblatt in jeder Blüte enthalten. Das unvollständig oder vollständig geschlossene Fruchtblatt enthält nur zwei orthotrope, anatrope, amphitrope oder hemianatrope Samenanlagen.

Es werden manchmal Sammelfrüchte gebildet. Die holzigen Balgfrüchte öffnen sich bei Reife oder bleiben geschlossen und enthalten nur zwei Samen. Die geflügelten, abgeflachten Samen enthalten kein Endosperm. Die Flügel befinden sich am oberen Ende der Samen. Der gut entwickelte Embryo ist gerade und es sind meist zwei, selten bis zu acht Keimblätter (Kotyledone) vorhanden.

Habitus, Laubblätter und Blütenständen direkt über dem Bodenniveau von Banksia stuposa

Ökologie

Die Arten der Serie Banksia ser. Dryandra können mesophytisch oder xerophytisch sein.

Je nach Art wirkt der Blütenstand blütenökolosch als Pseudanthium. Während der Anthese entwickeln sich Blütenteile in einer typischen Abfolge von drei Stadien. Die Bestäubung erfolgt durch Entomophilie oder Ornithophilie. Bei einigen Arten kommt es zu einer besonderen Bestäubung durch kleine Beuteltiere; dazu befinden sich die Blütenstände in Bodennähe.

Die geflügelten Diasporen werden vom Wind fortgetragen.

Systematik

Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Banksia stuposa
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Banksia vestita
Blütenstand von Banksia undata
Verbreitung der Serie Banksia ser. Dryandra, nach einer Karte bei der Western Australian Flora

Taxonomie

Die Gattung Dryandra wurde 1810 durch Robert Brown in Transactions of the Linnean Society of London, Band 10, Seite 211 aufgestellt. Der botanische Name Dryandra ehrt den schwedischen Botaniker Jonas Dryander.

Aktuellste Systematik

Die bisherigen Arten der Gattung gehören seit 2007 zur Serie Banksia ser. Dryandra (R.Br.) A.R.Mast & K.R.Thiele in der Untergattung Banksia subgen. Banksia innerhalb der Gattung Banksia.

Banksia ser. Dryandra: Es gibt etwa 95 Arten:

Botanische Geschichte

Die ersten Pflanzenexemplare, die zu Dryandra gehören wurden durch Archibald Menzies während der Vancouver Expedition gesammelt. Dies erfolgte im Auftrag von Joseph Banks. Als diese Expedition September bis Oktober 1791 im King George Sound war, wurden die ersten Herbarexemplare von Banksia sessilis sowie Banksia pellaeifolia gesammelt und nach der Rückkehr von Menzies nach England wurden diese Herbarexemplare in Banks Sammlung hinterlegt. Die Auswertung dieses Herbarmaterials erfolgte erst viele Jahre später.

Ein Homonym für Dryandra R.Br. (1810) nom. cons. ist Dryandra Thunb. (1783) (aus der Familie Euphorbiaceae Juss.) nom. rej.

Es gab mehrere taxonomische Gliederungen dieser Verwandtschaftsgruppe: Brown 1810, 1830, Meissner 1856, Bentham 1870.

Bei einigen Autoren gehören diese Arten zur Gattung Banksia, wichtigste Veröffentlichung dazu ist A. R. Mast und K. Thiele: The transfer of Dryandra R.Br. to Banksia L.f. (Proteaceae). In: Australian Systematic Botany, Volume 20, 2007 – siehe oben.

Zur Gattung Dryandra gehören etwa 95 Arten. Hier noch, anders nach Mast und Thiele 2007, aus historischen Gründen die Gliederung der Gattung Dryandra in drei Untergattungen und einige Serien nach Alex S. George 1996:

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 B. Richardson, September 2016: Datenblatt Dryandra R.Br. enthält seit 2007 alle Arten von Dryandra R.Br. bei Florabase — The Western Australian Flora des Western Australian Herbarium - Department of Biodiversity, Conservation and Attractions.
  2. 1 2 Robert Brown: Transactions of the Linnean Society of London, Band 10, 1810, S. 211. eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  3. 1 2 Austin R. Mast, Kevin Thiele: The transfer of Dryandra R.Br. to Banksia L.f. (Proteaceae). In: Australian Systematic Botany, Volume 20, Issue 1, Februar 2007, S. 63–71. doi:10.1071/SB06016
  4. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 Datenblatt Banksia bei Australian Plant Census = APC.
  5. ↑ Datenblatt Dryandra bei Australian Plant Name Index = APNI.
  6. ↑ Dryandra im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 23. Februar 2024.
  7. 1 2 3 Kevin R. Thiele: Two new Western Australian species segregated from banksia densa (Proteaceae). In: Nuytsia, Volume 30, Januar 2019, S. 203–214. Volltext-PDF.
  8. ↑ Jane Sampson, Margaret: Genetic Differentiation among Subspecies of Banksia nivea (Proteaceae) Associated with Expansion and Habitat Specialization. In: Diversity, Volume 14, Issue 2, 98, Januar 2022, S. 1–13. doi:10.3390/d14020098
  9. ↑ Tony Cavanagh, Margaret Pieroni: The Dryandras. Melbourne: Australian Plants Society (SGAP Victoria) und Perth: Wildflower Society of Western Australia 2006, ISBN 1-876473-54-1.
  10. ↑ Robert Brown: Supplementum Primum Prodromi Florae Novae Hollandiae. London, Taylor, 1830, S. 37–40.
  11. ↑ Carl Meissner: XLIV. Dryandra. In: A. P. de Candolle (Hrsg.): Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis. Band XIV. Paris: Sumptibus Sociorum Treuttel et Wurtz, 1856, S. 467–481.
  12. ↑ Carl Meissner: XLV. Hemiclidia. In: A. P. de Candolle (Hrsg.): Prodromus systematis naturalis regni vegetabilis. Band XIV. Paris: Sumptibus Sociorum Treuttel et Wurtz, 1856, S. 481–482.
  13. ↑ George Bentham: Dryandra. In: Flora Australiensis, Volume 5, London, L. Reeve & Co., 1870, S. 562–584.
  14. ↑ Alex S. George: New taxa and a new infragenetic classification in Dryandra R.Br. (Proteaceae: Grevilleoideae). In: Nuytsia, Volume 10, Issue 3, 1996, S. 313–408.
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