Liste der Dienstgrade und Truppengattungen in der römischen Armee

Die Dienstgrade und Truppengattungen in der römischen Armee werden, soweit bekannt, aufgelistet. Der Zeitraum umfasst die Republik, die Kaiserzeit sowie die Spätantike.

Offiziere

In der späten Kaiserzeit kamen noch folgende höhere Offizierstitel hinzu:

Rangniedere Offiziere und Unteroffiziere

Rangniedere Offiziere und Unteroffiziere werden als Principales bezeichnet. Zu ihnen gehören:

Mannschaften

Zur Zeit der Republik wurden die römischen Bürger durch den Zensus in Einkommensklassen unterteilt. Da sich der Wehrpflichtige seine Waffen und Ausrüstung selbst beschaffen musste, bestimmte der Zensus auch die Zuordnung zum jeweiligen Truppenteil, die dann je nach Vermögen der Soldaten unterschiedlich gut ausgerüstet waren. Die Soldaten wurden daher folgendermaßen untergliedert:

Durch die Heeresreform des Marius wurde die Bewaffnung der Legionäre vereinheitlicht, die vorgenannten Truppenteile unterschieden sich dann für lange Zeit nicht mehr in der Ausrüstung, sondern die Soldaten wurden ihnen mit zunehmender Erfahrung bzw. Dienstalter zugeordnet.

weitere Leichtbewaffnete:

Bei der Kavallerie gab es als kleinste Einheit die Turma und als übergeordnete Einheit die Ala. In der Kaiserzeit gab es noch folgende speziell ausgerüstete Reiter:

Sonstige:

Sonstige

Die Aeneatores waren für die Übermittlung von Befehlen zuständig. Zu ihnen gehören:

Die Immunes waren vom normalen Dienst und schweren Arbeiten befreit. Oft waren es Spezialisten wie etwa:

Des Weiteren gab es noch folgende Soldaten oder Zivilisten mit speziellen Aufgaben:

Gliederung

Zur Zeit der Republik war die Armee wie folgt gegliedert:

Nach der Heeresreform des Marius und in der (frühen) Kaiserzeit war die Armee wie folgt gegliedert:

Darüber hinaus gab es eigenständige Reitereinheiten wie Ala quingenaria bzw. Ala milliaria (siehe Ala) sowie Auxiliartruppen.

Des Weiteren existierten in der Kaiserzeit als Gardeeinheiten:

Nach ihrer Auflösung im Jahr 312 wurden in der Spätantike folgende Gardetruppen gebildet:

In der späten Kaiserzeit veränderte sich die römische Armee grundlegend. Die Legionen wurden oft in mehrere kleinere Einheiten (Vexillationen) aufgeteilt und änderten dabei teilweise auch ihren Namen. Manche dieser Vexillationen wurden in den Truppenlisten (siehe Notitia dignitatum) oft als eigene Legionen geführt. Die neuen Einheiten wurden dabei grundsätzlich wie folgt unterschieden:

Im Rahmen der Grenzsicherung gab es auch noch kleine, meist selbstständig operierende Hilfstruppen für Wach- und Aufklärungseinsätze (siehe Numerus).

Entlohnung

Die jährliche Entlohnung der Soldaten (in Denarii) wird wie folgt angegeben:

Rang 13 v. Chr. 83 n. Chr. 197 n. Chr. 212 n. Chr. 235 n. Chr.
Soldat in einer Hilfstruppeneinheit 187,5 250 500 750 1.500
Soldat in einer Legion 225 300 600 900 1.800
Reiter in einer Cohors equitata 225 300 600 900 1.800
Reiter in einer Ala 262,5 350 700 1.050 2.100
Reiter in einer Legion 262,5 350 700 1.050 2.100
Centurio in einer Hilfstruppeneinheit 937,5 1.250 2.500 3.750 7.500
Decurio in einer Cohors equitata 1.125 1.500 3.000 4.500 9.000
Decurio in einer Ala 1.312,5 1.750 3.500 5.250 10.500
Centurio in einer Legion 3.375 4.500 9.000 13.500 27.000
Primi Ordines 6.750 9.000 18.000 27.000 54.000
Primus Pilus 13.500 18.000 36.000 54.000 108.000

Die Angabe des Soldes bezieht sich im Falle der Mannschaften auf einen einfachen Soldaten (Miles gregarius) sowie einen Immunis. Die Principales erhielten dagegen einen höheren Sold: ein sesquiplicarius erhielt den 1,5-fachen, ein duplicarius den doppelten Sold.

Verantwortlich für die Auszahlung des Soldes und die Verwaltung der Konten war der Cornicularius oder Librarius der Einheit. Vom auszuzahlenden Sold wurde ein bestimmter Betrag für verschiedene Aufwendungen abgezogen, außerdem musste der Soldat einen Teil seines Soldes als Ersparnis in der Kasse der Einheit zurücklegen (in deposito). Die Höhe dieser Abzüge wird auf 40 bis 80 Prozent geschätzt. Wie der Sold genau ausgezahlt wurde (ob in Edelmetall, Bronzegeld oder gemischt) ist umstritten. Zusätzlich zum regulären Sold erhielten die Soldaten gelegentlich Donativa; diese wurden vermutlich in Gold bezahlt. Durch eine Inschrift ist belegt, dass ein Offizier in Gold bezahlt wurde.

Der jährliche Sold wurde den Soldaten in drei Auszahlungen, am 1. Januar, am 1. Mai und am 1. September ausgehändigt. Neben dem Sold gab es auch noch weitere Geldzahlungen für gesonderte Ausgaben; so ist ein Fall aus dem Jahr 179 n. Chr. bekannt, in dem Reiter der Ala Veterana Gallica ein jährliches Heugeld von 25 Denarii erhielten.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Yann Le Bohec: Die römische Armee: von Augustus zu Konstantin d. Gr. Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06300-5, S. 51.
  2. ↑ CIL 13, 06598.
  3. 1 2 Konrad Stauner: Der „Cornicularius“ in den Büros der comitalen und ducalen Kommandeure in der „Notitia dignitatum“. In: Tyche. Beiträge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphik. Band 25, 2010; hier: S. 138.
  4. ↑ Flavius Vegetius Renatus II 8, 13
  5. ↑ Martin Mosser: Die Steindenkmäler der Legio XV Apollinaris. Forschungsgesellschaft Wiener Stadtarchäologie, Wien 2003, ISBN 3-902086-09-2, S. 69.
  6. ↑ Irene-Maria Cervenka-Ehrenstrasser: Lexikon der lateinischen Lehnwörter in den griechischsprachigen dokumentarischen Texten Ägyptens mit Berücksichtigung koptischer Quellen. Faszikel 1, (= Mitteilungen aus der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek 27) Hollinek, Wien 1996. S. 65.
  7. 1 2 David Benjamin Cuff: The auxilia in Roman Britain and the Two Germanies from Augustus to Caracalla: Family, Religion and „Romanization“. (PDF 3,1 MB, S. 126–128 (116–118)) University of Toronto Department of Classics, 2010, abgerufen am 26. Oktober 2016 (englisch).
  8. ↑ Inschrift(CIL 13, 3162).
  9. ↑ Rahel Otte: Fundmünzen aus dem Bonner Legionslager - Die Ausgrabungen 2013 und 2014, In: Bonner Jahrbücher 216, 2016, S. 31–55, hier S. 43–48 (Online).
  10. ↑ Michael Alexander Speidel: Roman Army Pay Scales. Sonderdruck aus: M. A. Speidel, Heer und Herrschaft im Römischen Reich der Hohen Kaiserzeit, Stuttgart 2009, S. 349–380, hier S. 349, 356 (Online).