Kostenzurechnungsprinzip

Das Kostenzurechnungsprinzip (oder Kostenverteilungsprinzip) ist in der Kostenrechnung ein Grundsatz, wonach die Kostenarten auf verschiedene Bezugsobjekte verteilt werden müssen. Als Kostenzurechnung wird die Zuordnung von Kosten zu einem Bezugsobjekt bezeichnet. Kostenzurechnungsprinzipien begründen und legen fest, wie Kostenarten einzelnen Kostenträgern zuzuordnen sind. Sie stellen auf nachweisbare, sachlich erklärbare Zusammenhänge ab und streben eine möglichst wirklichkeitsgetreue Abbildung des Kostenanfalls an.

Arten

Unterschieden wird zwischen eindimensionalen und mehrdimensionalen Kostenzurechnungsprinzipien:

Die Arten werden in der Fachliteratur weder einheitlich aufgezählt noch einheitlich benannt. Eine weitere Quelle unterscheidet zwischen Verursachungsprinzip, Identitätsprinzip, Proportionalitätsprinzip, Leistungsentsprechungsprinzip, Durchschnittsprinzip, Tragfähigkeitsprinzip, Nutzungsprinzip und Deckungslast.

Wirtschaftliche Aspekte

Die Vorgehensweise bei der Kostenzurechnung beeinflusst maßgeblich das Kostenniveau und die Kostenstruktur. Die Anwendung der verschiedenen Arten der Kostenzurechnungsprinzipien führt zu unterschiedlichen Ergebnissen der Kostenverrechnung und damit zu unterschiedlichen Preiskalkulationen mit der Folge unterschiedlicher Marktpreise für dasselbe Produkt. Für Kalkulationszwecke muss daher eine Kostenzurechnung gefunden werden, welche die Inanspruchnahme der Ressourcen möglichst genau wiedergibt.

Sonstiges

In der Umweltpolitik gibt es ebenfalls ein Verursacherprinzip.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Eggert Winter, Gabler Wirtschaftslexikon, Band 3, 2000, S. 1854
  2. ↑ Walther Busse von Colbe/Bernhard Pellens (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 460
  3. ↑ Franz W. Peren, Formelsammlung Wirtschaftsmathematik, 2020, S. 481
  4. ↑ Rainer Bramsemann, Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung, 2005, S. 19 f.
  5. ↑ Bernhard Pellens/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 190
  6. ↑ Bernhard Pellens/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 211
  7. ↑ Paul Riebel, Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, 2013, S. 150; ISBN 978-3409260923
  8. ↑ Paul Riebel, Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, 2013, S. 96 ff.
  9. ↑ Bernhard Pellens/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 342
  10. ↑ Bernhard Pellens/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 563
  11. ↑ Bernhard Pellens/Walther Busse von Colbe (Hrsg.), Lexikon des Rechnungswesens, 1998, S. 691
  12. ↑ Reinhold Sellien/Helmut Sellien, Gablers Wirtschafts-Lexikon, Band 1, 1988, Sp. 3023 f.
  13. ↑ Rainer Bramsemann, Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung, 2005, S. 20
  14. ↑ Konrad Liessmann, Gabler Lexikon Controlling und Kostenrechnung, 1997, S. 388
  15. ↑ Wolfgang Kilger/Jochen R. Pampel/Kurt Vikas, Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, 2007, S. 16 f.; ISBN 978-3834903341