| Sport1 Medien GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1989 |
| Sitz | Ismaning, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 583 (2018) |
| Umsatz | 119 Mio. Euro (2018) |
| Website | www.sport1-medien.de |
| Stand: 31. Dezember 2019 | |
Die Sport1 Medien GmbH (bis Anfang 2020 Constantin Medien AG, davor EM.Sport Media AG, ursprünglich EM.TV AG) mit Sitz in Ismaning bei München ist ein Medienunternehmen. Mit ihren Tochterunternehmen deckt die Sport1-Medien-Gruppe die gesamte Wertschöpfungskette im Sportbereich ab.
Das Unternehmen geht auf die EM.TV zurück, mit der sich Thomas Haffa 1989 mit einem Paket von Trickfilmrechten aus dem Bestand von Leo Kirch selbstständig gemacht hatte. 1997 ging EM.TV an den Neuen Markt und wurde zu einem Symbol der New Economy. In den Jahren des Börsenbooms expandierte das Unternehmen mit Zukäufen wie der Jim Henson Company für 680 Millionen US-Dollar und der Hälfte der Formel-1-Holding SLEC für 1,6 Milliarden US-Dollar und häufte dabei hohe Schulden an. Beide Beteiligungen wurden später für einen Bruchteil des Kaufpreises wieder verkauft, 2001 betrug der Verlust 374 Millionen Euro, 2002 noch 310 Millionen Euro. Unter dem Vorstandsvorsitzenden Werner E. Klatten wurde der Konzern auf die beiden Geschäftsfelder Kinder- und Jugendunterhaltung sowie Sport ausgerichtet. Dazu übernahm EM.TV den Produktionsdienstleister Plazamedia und in zwei Schritten das Deutsche Sportfernsehen (DSF). 2004 kehrte das Unternehmen in die Gewinnzone zurück.
Im Mai 2007 kündigte der Vorstand an, das Unternehmen allein auf den Sport auszurichten, die Unterhaltungssparte mit der EM.Entertainment und dem Pay-TV-Sender Junior zu verkaufen und die Gesellschaft auf der Hauptversammlung im Juni 2007 in EM.Sport Media AG umzubenennen. Die Unterhaltungssparte ging im Juli 2008 an das belgische Unternehmen Studio 100. Daneben beteiligte sich EM.Sport Media an der Schweizer Highlight Communications, zu der die Constantin Film und der Sportrechtevermarkter Team gehörten, und hielt im Herbst 2008 47,3 Prozent an dem Unternehmen. Im November 2008 gab EM.Sport Media eine Gewinnwarnung heraus: Wertberichtigungen von 120 bis 135 Millionen Euro, vor allem auf immaterielle Vermögenswerte der Highlight-Gruppe, führten für das Geschäftsjahr 2008 zu einem deutlichen Verlust. Zugleich kündigte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Burgener eine Kapitalerhöhung und die Umbenennung in Constantin Medien AG an.
Die außerordentliche Hauptversammlung beschloss am 28. Januar 2009 die Umfirmierung sowie eine Barkapitalerhöhung um rund 7,2 Millionen Aktien zu je 2 Euro und wählte Dieter Hahn in den Aufsichtsrat. Der neue Name wurde am 6. April 2009 in das Handelsregister eingetragen. Im selben Monat erhöhte die Kirch-Holding KF 15 ihren Anteil von 17,1 auf 25,85 Prozent und hielt damit eine Sperrminorität.
Das Segment Sport mit dem DSF blieb 2009 im zweistelligen Millionenbereich hinter den Erwartungen zurück. Im November 2009 beschloss der Konzern eine Einmarkenstrategie für seine Sportangebote: Der Sender DSF wurde zum 11. April 2010 mit dem Online-Portal sport1.de unter der Dachmarke Sport1 zusammengeführt, die Erotik-Call-in-Sendungen entfielen und 42 Stellen wurden gestrichen. Ende 2009 schloss Constantin Medien mit der Annahme von Vergleichen mit der Versicherung der Brüder Haffa das Kapitel EM.TV ab. 2010 verzeichnete der Konzern, zu dem nun Sport1, Plazamedia, Constantin Film und Rainbow Home Entertainment gehörten, erneut einen Verlust, auch für 2011 erwartete er rote Zahlen.
Ende 2013 vereinbarten Constantin Medien und Sky Deutschland den Einstieg von Sky bei Sport1 und die vollständige Übernahme der Plazamedia durch Sky. Constantin ließ die Vereinbarung wenige Monate später platzen, weil keine Einigung über einen neuen mehrjährigen Produktionsrahmenvertrag zustande kam. Sky baute daraufhin ein eigenes Sport-Sendezentrum auf. 2017 ließ Sky den Produktionsrahmenvertrag mit Plazamedia für die Fußball-Bundesliga nach 18 Jahren auslaufen.
Burgener, seit 2008 Vorstandsvorsitzender, gab den Posten zum Jahreswechsel 2015/16 an Fred Kogel ab, um sich auf die Führung der Highlight Communications zu konzentrieren. Zugleich wurde der Sport1-Geschäftsführer Olaf Schröder Vorstandsmitglied für den Bereich Sport. 2016 brach zwischen den beiden Großaktionären, die jeweils rund 30 Prozent der Aktien hielten, ein offener Richtungsstreit aus: Aufsichtsratschef Hahn wollte den Konzern auf das Sportgeschäft konzentrieren und die Filmsparte verkaufen, Burgener wollte die Constantin Film im Konzern halten. Die Hauptversammlung am 6. Juli 2016 musste kurz vor Mitternacht abgebrochen werden. Eine zweitägige außerordentliche Hauptversammlung im November 2016 stimmte für die Abspaltung des Filmgeschäfts, Highlight erklärte die Beschlüsse für nichtig und klagte dagegen vor dem Landgericht München I. Hahns Angebot vom Dezember 2016, Constantin Medien zu 2,30 Euro je Aktie und Highlight zu 6 Euro je Aktie zu übernehmen, wies der Verwaltungsrat von Highlight zurück.
Im Juni 2017 gab Highlight 15,75 Millionen neue Aktien zu 5,20 Euro aus. Constantin Medien, das bis dahin 60,5 Prozent an Highlight gehalten hatte, verlor damit die Mehrheit an der Tochter und ging gerichtlich gegen die Kapitalerhöhung vor.

| Anteil | Anteilseigner |
|---|---|
| 100,00 % | Highlight Communications AG |
(Stand: 7. November 2024)
Am 13. Februar 2018 wurde eine Übernahme durch die Highlight Communications AG vollzogen. Am 26. September 2019 erfolgte das Delisting von der Frankfurter Wertpapierbörse.
Auf der ordentlichen Hauptversammlung 2019 wurde die Umfirmierung in die Sport1 Medien AG beschlossen. Die Änderung wurde am 2. Januar 2020 im Handelsregister des Amtsgerichts München (HRB 148 760) eingetragen und wurde damit wirksam. Mit der Umfirmierung einher geht auch die ebenfalls von der ordentlichen Hauptversammlung im Juli 2019 beschlossene Änderung des Unternehmensgegenstands, der sich nun stärker auf die Aktivitäten der Gesellschaft im digitalen Bereich ausgerichtet.
Am 23. Februar 2024 erwarb Acun Medya 50 % der Tochtergesellschaft Sport1 GmbH.
Am 28. Januar 2025 erfolgte die Umwandlung von einer Aktiengesellschaft zur GmbH.
Zu den Tochterunternehmen von Sport1 Medien gehören: Sport1 GmbH, Magic Sports Media GmbH, Match IQ GmbH, Plazamedia GmbH und Leitmotif Creators GmbH.
Im Dezember 2019 wurde auch der Vermarktungsbereich, der zuvor der Sport1 Media GmbH zugehörig war, unter dem Dach der Sport1 GmbH eingegliedert.
Über die Aktivitäten von Sport1 hinaus umfasst das Unternehmensportfolio der Sport1 Medien GmbH die Magic Sports Media als Vermarktungsunternehmen in den Bereichen Wetten, Poker, Casino und Lotto, die Match IQ als die Sport-Event- und -Beratungs-Agentur für Verbände, Ligen und Klubs bei der Internationalisierung, Spieltags-Abwicklung sowie der Organisation von Freundschaftsspielen, Turnieren, Trainingslagern und Auslandsreisen, Plazamedia als Content-Solution-Provider im Sport- und Entertainment-Bereich für sämtliche Medienkanäle und Leitmotif als Consulting-Unit und Anbieter von integrierten Kommunikationslösungen für Unternehmen und Marken. Diese Gesellschaften sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit weiterhin auch auf das Drittkundengeschäft ausgerichtet.