| Frankfurt Lions | |
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| Größte Erfolge | |
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Deutscher Meister 2004 | |
| Vereinsinformationen | |
| Geschichte | Eintracht Frankfurt (1959–1991) Frankfurter ESC (1991–1994) Frankfurt Lions (1994–2010) |
| Spitzname | Lions, ESC |
| Vereinsfarben | Türkis-Weiß-Schwarz |
| Liga | Deutsche Eishockey Liga |
| Spielstätte | Eissporthalle am Ratsweg |
| Kapazität | 6990 Plätze (davon 3246 Sitzplätze) |
Die Frankfurt Lions waren eine professionelle Eishockeymannschaft aus Frankfurt am Main, die von 1994 bis 2010 ununterbrochen der Deutschen Eishockey Liga (DEL) angehörte. Die aus dem Frankfurter ESC hervorgegangene Mannschaft zählte zu den Gründungsmitgliedern der DEL und gewann in der Saison 2003/04 die deutsche Meisterschaft. Darüber hinaus erreichten die Lions mehrfach das Play-off-Halbfinale, belegten 2004/05 den ersten Platz der Hauptrunde und nahmen an der European Hockey League teil.
Über die sportlichen Ergebnisse hinaus entwickelten die Lions ein innerhalb des deutschen Eishockeys eigenständiges Clubprofil. Kennzeichnend waren die Vereinsfarben Türkis, Weiß und Schwarz, international zusammengesetzte Mannschaften, eine ab 1997 verbesserte Außendarstellung sowie die Verbindung von klassischer Stehplatzkultur mit Elementen moderner Sportinszenierung. Die Heimspiele in der Eissporthalle am Ratsweg wurden dadurch zu einem zentralen Bestandteil der öffentlichen Wahrnehmung des Clubs. Zwischen den Spielzeiten 2003/04 und 2008/09 kamen im Durchschnitt jeweils mehr als 6.100 Zuschauer zu den Frankfurter Heimspielen.
Der Meistertitel von 2004, die auffällige Farbgebung, langjährige Publikumslieblinge und das abrupte Ende des professionellen Spielbetriebs im Jahr 2010 prägten die spätere Erinnerung an die Mannschaft. Historische Trikots, Spielaufzeichnungen, Fanarchive und Veranstaltungen ehemaliger Spieler trugen dazu bei, dass die Lions auch nach dem Lizenzentzug als herausragende Epoche des Frankfurter Eishockeys wahrgenommen wurden.
Eishockey wird in Frankfurt am Main bereits seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gespielt. Eine dauerhafte Verankerung im organisierten Vereinssport erfolgte insbesondere mit der 1959 gegründeten Eishockeyabteilung von Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft spielte in mehreren Phasen in der höchsten deutschen Spielklasse und gehörte zuletzt von 1986 bis 1991 der Eishockey-Bundesliga an, 1991 wurde die Eishockeyabteilung aufgelöst.
Am 5. März 1991 entstand als Nachfolgeverein der Frankfurter ESC „Die Löwen“ (FESC). Er übernahm unter anderem Nachwuchsspieler sowie die Regionalliga-Lizenz der zweiten Mannschaft der Eintracht und begann damit in der Saison 1991/92 in der Regionalliga. Rot und das Blau der Eintracht-Eishockeyabteilung blieben nur kurz die Clubfarben, noch in der ersten Saison trat ein für das damalige deutsche Eishockey auffälliges, von Türkis geprägtes Design. Die Mannschaft trat in türkis-weißen Trikots auf; hinzu kam das charakteristische ursprüngliche FESC-Löwenlogo. Dieses Erscheinungsbild wurde insbesondere mit den drei Aufstiegsjahren des Vereins zwischen 1991 und 1994 verbunden. Auch die Präsentation des neuen Vereins unterschied sich vom vorherigen Auftreten der Eintracht. Bereits das erste Heimspiel am 1. Oktober 1991 gegen den damaligen Bundesligisten Mannheimer ERC wurde mit umfangreicher Show und Musik inszeniert. Nach Darstellung eines historischen Rückblicks der Löwen übertraf die Veranstaltung die für einen unterklassigen Verein üblichen Dimensionen deutlich. Der Neustart stieß zugleich auf erhebliches Zuschauerinteresse. Löwen Frankfurt Sportlich durchlief der FESC die unteren Spielklassen innerhalb von nur drei Jahren. Auf die Regionalliga-Saison 1991/92 folgte 1992/93 die Oberliga Nord; 1993/94 spielte die Mannschaft bereits in der 2. Bundesliga und erreichte dort das Play-off-Halbfinale. Mit der Neuordnung des deutschen Profieishockeys und der Gründung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erfolgte schließlich der Übergang zum professionellen Spielbetrieb.
Mit der Einführung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurde am 25. März 1994 die Frankfurt Lions Eishockey GmbH gegründet. Die Frankfurt Lions gehörten damit zu den Gründungsmitgliedern der neuen höchsten deutschen Spielklasse. Der bereits zuvor vom Frankfurter ESC verwendete Löwenname wurde dabei zur eigenständigen Profimarke weiterentwickelt; prägend für das Erscheinungsbild blieb insbesondere die für den deutschen Eishockeysport ungewöhnliche Vereinsfarbe Türkis.
Zu den Personen, die den Aufbau der neuen Profiorganisation in dieser frühen Phase mitprägten, gehörte auch Gisela Thomas. Sie war bereits im Umfeld des Frankfurter Eishockeys aktiv und übernahm bei den Lions organisatorische Verantwortung. Damit stand sie für die personelle Kontinuität zwischen dem Frankfurter ESC und der neu gegründeten DEL-Gesellschaft und gehörte zu den prägenden Akteuren abseits des Eises.
Während des NHL-Lockouts 1994 verpflichteten die Lions mehrere international erfahrene Spieler, darunter den tschechischen Nationalspieler Robert Reichel. Zu den sportlich prägenden Akteuren der Anfangsjahre gehörte außerdem Jiří Lála, der bereits für die Frankfurter Vorgängermannschaften gespielt hatte und auch in der DEL zu den erfolgreichsten Scorern des Teams zählte.
In ihrer ersten DEL-Saison 1994/95 qualifizierten sich die Lions für die Play-offs. Dort unterlagen sie im Viertelfinale den Kassel Huskies nach fünf Spielen mit 1:4 Siegen. Auch in der Saison 1995/96 erreichte Frankfurt die Endrunde, scheiterte jedoch erneut an Kassel.
Die Spielzeit 1996/97 markierte dagegen eine sportlich und wirtschaftlich schwierigere Phase. Die inzwischen stark von finnischen Spielern geprägte Mannschaft verpasste die Play-offs und musste in den Play-downs um den Verbleib in der DEL kämpfen. Gegen die Ratinger Löwen gelang schließlich der Klassenerhalt. Parallel zur sportlichen Entwicklung gingen auch die Zuschauerzahlen zurück, sodass sich für die folgenden Jahre die Notwendigkeit eines sportlichen und wirtschaftlichen Neuaufbaus ergab.
Nach einer sportlich und wirtschaftlich schwierigen Saison kam es Anfang 1997 zu einem grundlegenden Umbruch. Am 31. Januar 1997 übernahm der Unternehmer Gerd Schröder die Anteile der bisherigen Mitgesellschafter an der Frankfurt Lions Eishockey GmbH und wurde in der Folge deren Alleingesellschafter. Am 7. August 1997 wurde Bernd Kress zum Geschäftsführer bestellt. Unter Schröders Führung wurden Verwaltung, Vermarktung und sportliche Leitung neu geordnet.
Der Neuanfang war auch nach außen sichtbar. Die Gesellschaft bezog neue Geschäftsräume und führte ein grundlegend überarbeitetes Erscheinungsbild mit neuem Logo und veränderten Trikots ein. Damit vollzogen die Lions einen für das deutsche Eishockey jener Zeit ungewöhnlich umfassenden Neustart, der sportliche Neuorientierung und moderne Markenbildung miteinander verband.
Für die Zusammenstellung der Mannschaft verpflichtete Schröder den Kanadier Bernie Johnston als Manager. Johnston veränderte den Kader nahezu vollständig: Von der Mannschaft der Vorsaison blieben nur wenige Spieler, während 17 Neuzugänge verpflichtet wurden, darunter elf Kanadier. Zu ihnen gehörten unter anderem John Chabot, José Charbonneau, Henri Marcoux und der spätere langjährige Mannschaftskapitän Michael Bresagk. Johnstons öffentlich angekündigter radikaler Umbau brachte ihm in Frankfurt den Beinamen „Bulldozer-Bernie“ ein.
Der Neuaufbau zeigte bereits in der Saison 1997/98 Wirkung. Die Lions beendeten die Hauptrunde auf dem zweiten Tabellenplatz und gingen nach fünf Siegen in Folge in die Play-offs. Im Viertelfinale setzten sie sich gegen die Hannover Scorpions durch, ehe sie im Halbfinale dem späteren deutschen Meister Adler Mannheim unterlagen. Mit dem zweiten Platz qualifizierte sich Frankfurt zudem für die European Hockey League, den damals höchstrangigen europäischen Vereinswettbewerb. Die erste Halbfinalteilnahme in der DEL und der Einzug in den europäischen Wettbewerb bedeuteten den bis dahin größten Erfolg der Lions.
Auch die Saison 1998/99 begann erfolgreich, verlief jedoch zunehmend wechselhaft. Nachdem Trainer Bob Manno den Club im Oktober 1998 verlassen hatte, übernahm Manager Bernie Johnston zusätzlich das Traineramt. Von Mitte November 1998 bis Ende Januar 1999 führten die Lions die DEL-Tabelle an und lagen zeitweise elf Punkte vor dem Tabellenzweiten. Eine anschließende Serie von acht Spielen mit nur einem Sieg brachte die zunächst sicher erscheinende Play-off-Teilnahme jedoch noch in Gefahr.
Johnston wurde daraufhin als Trainer durch Rick Alexander ersetzt, blieb aber als Manager im Amt. Unter Alexander erreichten die Lions die Play-offs und gewannen das hart umkämpfte Viertelfinale gegen die Kölner Haie. Die Entscheidung fiel im fünften Spiel durch ein Penaltyschießen. Im anschließenden Halbfinale unterlag Frankfurt den Nürnberg Ice Tigers.
In der Saison 1999/2000 erreichten die Lions trotz zahlreicher Verletzungen und weiterer Veränderungen in der sportlichen Leitung erneut die Play-offs. Im Viertelfinale unterlagen sie den späteren deutschen Meistern, den München Barons, erst im entscheidenden fünften Spiel. Damit hatte Frankfurt in den ersten drei Spielzeiten nach dem Neuaufbau zweimal das Halbfinale und einmal das Viertelfinale erreicht und sich vorübergehend in der Spitzengruppe der DEL etabliert.
In den folgenden Jahren verlor die sportliche Entwicklung jedoch an Kontinuität. Die Spielzeiten 2000/01 und 2001/02 waren erneut von Wechseln auf den Trainer- und Managerpositionen geprägt. Unter B. J. McDonald stabilisierte sich die Mannschaft zwar gegen Ende der Saison 2000/01, verpasste als Tabellenzehnter jedoch die Play-offs. In der folgenden Spielzeit belegten die Lions den elften Rang.
Den Tiefpunkt dieser Entwicklung bildete die Saison 2002/03. Frankfurt schloss die Hauptrunde auf dem 13. und damit vorletzten Tabellenplatz ab und traf in den Play-downs auf die Schwenninger Wild Wings. Obwohl die Lions die Hauptrunde mit 25 Punkten Vorsprung vor Schwenningen beendet hatten, verloren sie die Serie mit 2:4 Siegen und standen damit erstmals als sportlicher Absteiger aus der DEL fest.
Da über das Vermögen der Schwenninger Wild Wings während der Saison ein Insolvenzverfahren eröffnet worden war und dem Club keine DEL-Lizenz für die folgende Spielzeit erteilt wurde, verblieben die Frankfurt Lions dennoch in der höchsten deutschen Spielklasse. Der nur auf wirtschaftlichem Wege erreichte Klassenerhalt bildete den unmittelbaren Ausgangspunkt für einen weiteren sportlichen Umbruch, der in der folgenden Saison zum Gewinn der deutschen Meisterschaft führte.
Aus dem beinahe vollzogenen Abstieg entwickelte sich innerhalb nur eines Jahres der größte Erfolg der Clubgeschichte. Nachdem die Frankfurt Lions 2003 lediglich infolge des Lizenzentzugs gegen die Schwenninger Wild Wings in der DEL verblieben waren, wurde die Mannschaft unter Trainer Rich Chernomaz umfassend neu zusammengestellt. Der zuvor sportlich abgestiegene Club ging dennoch nicht als Meisterschaftsfavorit in die Saison 2003/04.
Nach einer wechselhaften Hauptrunde belegten die Lions den fünften Tabellenplatz. In den Play-offs entwickelte sich die Mannschaft jedoch zum stärksten Team der Liga. Im Viertelfinale setzte sich Frankfurt mit 4:2 Siegen gegen die Kölner Haie durch. Im Halbfinale bezwangen die Lions die Hamburg Freezers nach einem zwischenzeitlichen Rückstand mit 3:2 Siegen und erreichten erstmals das Finale um die deutsche Meisterschaft.
Dort traf Frankfurt auf die favorisierten Eisbären Berlin. Nachdem die Lions bereits die ersten beiden Begegnungen gewonnen hatten, entschieden sie die Best-of-Five-Serie mit 3:1 Siegen für sich. Im vierten Finalspiel gewannen sie am 16. April 2004 vor heimischem Publikum mit 4:3. Damit wurden die Frankfurt Lions erstmals deutscher Eishockeymeister. Der Titelgewinn nur ein Jahr nach dem sportlichen Abstieg gilt als einer der außergewöhnlichsten Wendepunkte der DEL-Geschichte und bildete den Höhepunkt des Frankfurter Eishockeys.
Eine zentrale Rolle spielte der kanadische Stürmer Pat Lebeau. Er erzielte in der Hauptrunde 23 Tore und bereitete 46 weitere Treffer vor. Mit insgesamt 69 Punkten wurde er bester Scorer der DEL und zugleich als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet. Gemeinsam mit Spielern wie Jesse Bélanger, Dwayne Norris, Michael Bresagk und Torhüter Ian Gordon prägte Lebeau eine Mannschaft, die sich insbesondere durch ihre Geschlossenheit und ihre Leistungen in den Play-offs auszeichnete.
In der Saison 2004/05 bestätigten die Lions, dass die Meisterschaft keine einmalige Überraschung geblieben war. Als Titelverteidiger schlossen sie die Hauptrunde erstmals auf dem ersten Tabellenplatz ab. Im Viertelfinale setzten sie sich erneut gegen die Hamburg Freezers durch, ehe sie im Halbfinale nach fünf Spielen den Adler Mannheim unterlagen. Damit verpasste Frankfurt zwar die Titelverteidigung, gehörte aber zum zweiten Mal in Folge zu den vier besten Mannschaften der DEL.
Die Saison stand im Zeichen des Lockouts in der National Hockey League, durch den zahlreiche NHL-Spieler vorübergehend nach Europa wechselten. Für die Lions liefen unter anderem der kanadische Verteidiger Stéphane Robidas und der US-amerikanische Weltklassestürmer Doug Weight auf. Die Verbindung des bestehenden Meisterkaders mit international renommierten Spielern machte die Spielzeit zu einer der personell herausragenden Phasen der Clubgeschichte.
In der Saison 2005/06 konnten die Lions nicht an die beiden vorangegangenen Jahre anknüpfen. Die Mannschaft belegte den neunten Tabellenplatz und verpasste die Play-offs. Bereits in der folgenden Saison gelang jedoch die Rückkehr in die Endrunde. Als Tabellenachter traf Frankfurt in den Pre-Play-offs auf den amtierenden deutschen Meister Eisbären Berlin und gewann die Serie mit 2:1 Siegen. Das entscheidende Spiel endete mit einem deutlichen 6:0-Erfolg der Lions. Im Viertelfinale unterlagen sie anschließend dem späteren Meister Adler Mannheim.
Einen letzten großen Höhepunkt dieser Ära erlebten die Lions in der Saison 2007/08. Nach dem vierten Platz in der Hauptrunde trafen sie im Viertelfinale auf die Iserlohn Roosters. Die über die volle Distanz von sieben Spielen geführte Serie entwickelte sich zu einer der dramatischsten Play-off-Auseinandersetzungen der DEL-Geschichte.
Das zweite Spiel der Serie in Iserlohn endete erst nach 117 Minuten und 47 Sekunden effektiver Spielzeit in der dritten Verlängerung. Es war zu diesem Zeitpunkt das längste Spiel im deutschen Profieishockey. Erst kurz nach Mitternacht erzielte Michael Wolf den Iserlohner Siegtreffer. Nachdem die Lions in der Serie mit 1:3 Siegen zurückgelegen hatten, gewannen sie die folgenden drei Begegnungen und entschieden das Viertelfinale noch mit 4:3 für sich. Frankfurt war damit die erste Mannschaft in der DEL, die in einer Best-of-Seven-Serie einen Rückstand von 1:3 Siegen aufholen konnte.
Im Halbfinale lieferten sich die Lions mit den Kölner Haien erneut eine enge Serie, unterlagen jedoch mit 2:3 Siegen. Das Halbfinale von 2008 markierte den letzten tiefen Play-off-Lauf der Frankfurt Lions. Zwischen 1998 und 2008 erreichte der Club insgesamt fünfmal das DEL-Halbfinale. Die deutsche Meisterschaft von 2004, der erste Platz nach der Hauptrunde 2004/05 und die außergewöhnliche Viertelfinalserie von 2008 machten diesen Zeitraum zur sportlich bedeutendsten Ära der Clubgeschichte.
Die Mannschaften der Frankfurt Lions waren während der gesamten DEL-Zeit international zusammengesetzt. Spieler und Trainer aus Kanada, den Vereinigten Staaten, Finnland, Tschechien, Russland und weiteren europäischen Eishockeynationen gehörten regelmäßig zum Kader. Bereits in den ersten DEL-Spielzeiten prägten mit Robert Reichel, Jiří Lála und Jukka Tammi international bekannte Spieler die Mannschaft. Während des NHL-Lockouts 2004/05 kamen mit Doug Weight und Stéphane Robidas weitere etablierte nordamerikanische Profis nach Frankfurt.
Die internationale Zusammensetzung war mit einer stärker professionalisierten Präsentation des Clubs verbunden. Nach der Übernahme durch Gerd Schröder wurden Logo, Trikots, Verwaltung und Vermarktung neu ausgerichtet. Die Lions verbanden damit traditionelle Elemente des Frankfurter Eishockeys mit einer an internationalem Profisport orientierten Außendarstellung. Die Teilnahme an der European Hockey League und die regelmäßige Verpflichtung ausländischer Spieler verstärkten die Wahrnehmung des Clubs als international geprägten Großstadtverein.
Mit dem Tod Gerd Schröders begann das letzte sportliche Kapitel der Frankfurt Lions. Der Haupteigentümer starb im August 2008 im Alter von 49 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Seit seiner Übernahme der Spielbetriebsgesellschaft im Jahr 1997 hatte er den sportlichen, wirtschaftlichen und öffentlichen Aufstieg des Clubs maßgeblich geprägt. Unter seiner Führung waren die Lions aus einer schwierigen Lage bis an die Spitze des deutschen Eishockeys gelangt und 2004 deutscher Meister geworden. Seit 1998 hatte Schröder zudem als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Eishockey Liga fungiert.
Seine Geschäftsanteile gingen zunächst auf seine Erbin über und wurden zum 1. Dezember 2008 von der Sport Service Deutschland AG übernommen, hinter der ein Zusammenschluss Frankfurter Unternehmer stand. Zu den führenden Vertretern der neuen Eigentümerstruktur gehörten Siegfried „Siggi“ Schneider und Bernd Reisch, der den Lions bereits seit ihren Gründungsjahren verbunden war. Bernd Kress blieb zunächst Geschäftsführer. Schröders Amt als Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrats übernahm Jürgen Arnold, Gesellschafter des ERC Ingolstadt.
Auf dem Eis schien die Erfolgsgeschichte zunächst weiterzugehen. In der Saison 2008/09 erreichten die Lions die Pre-Play-offs. Ein Jahr später kehrten sie noch einmal in die Spitzengruppe der Liga zurück. Die Hauptrunde der Saison 2009/10 beendete Frankfurt auf dem zweiten Tabellenplatz. Erst im Play-off-Viertelfinale unterlag die Mannschaft dem ERC Ingolstadt. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass diese Begegnungen die letzten DEL-Spiele der Frankfurt Lions sein würden.
Während die Mannschaft auf dem Eis noch einmal an ihre großen Jahre erinnerte, geriet ihr wirtschaftliches Fundament zunehmend ins Wanken. Ausstehende Sponsorengelder, hohe Verbindlichkeiten und teilweise gestundete Mietforderungen für die Eissporthalle am Ratsweg belasteten die Spielbetriebsgesellschaft. Die Einnahmen reichten nicht mehr aus, um den aufwendigen DEL-Spielbetrieb dauerhaft zu tragen. Wiederholt hatten die Gesellschafter private Mittel eingesetzt, um die entstandenen Defizite auszugleichen.
Zu einem entscheidenden Einschnitt wurde der Rückzug der Commerzbank. Mit ihr verloren die Lions nach der Saison 2009/10 einen ihrer wichtigsten Geldgeber und den damaligen Helmsponsor. Die vorangegangene Spielzeit hatte bereits ein Defizit von mehr als einer Million Euro verursacht; für die folgende Saison zeichnete sich eine noch größere Finanzierungslücke ab. Der Rückzug der Bank war nicht die alleinige Ursache der Krise, entzog dem Club jedoch in einem kritischen Moment eine seiner bedeutendsten wirtschaftlichen Stützen.
So entstand innerhalb weniger Wochen ein kaum auflösbarer Gegensatz: Auf dem Eis gehörten die Lions zu den besten Mannschaften Deutschlands, hinter den Kulissen kämpften sie bereits um ihre Existenz. Der sportliche Glanz der letzten Saison stand neben einer wirtschaftlichen Lage, die sich von Tag zu Tag verschärfte.
Sportdirektor Erich Kühnhackl, die Gesellschafter und weitere Unterstützer suchten nach neuen Sponsoren, zusätzlichen Bürgschaften und einem Entgegenkommen der Stadt Frankfurt. Auch ein Verkauf der Namensrechte an der Eissporthalle wurde geprüft. Die Verantwortlichen versuchten, innerhalb kürzester Zeit eine tragfähige Finanzierung für die gesamte Saison 2010/11 nachzuweisen.
Die Verhandlungen wurden zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Zeitweise fehlten nach Angaben der Verantwortlichen rund zwei Millionen Euro. Am 28. Mai 2010 stellte die Frankfurt Lions Eishockey GmbH wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung beim Amtsgericht Frankfurt am Main einen Insolvenzantrag. Dennoch reichten die Lions ihre Lizenzunterlagen ein und setzten den Kampf um ihren Fortbestand fort.
In den folgenden Wochen schien eine Rettung zeitweise noch möglich. Die Gesellschafter brachten erneut erhebliche private Mittel ein, warben um weitere Sponsorenzusagen und stellten Bürgschaften bereit. Auch die Stadt Frankfurt kam dem Club bei den Forderungen für die Nutzung der Eissporthalle entgegen. Nach Angaben Schneiders hatten die Gesellschafter insgesamt rund 5,2 Millionen Euro investiert und zuletzt Bürgschaften in Höhe von 1,8 Millionen Euro angeboten.
Die Anstrengungen reichten jedoch nicht aus. Ende Juni 2010 verweigerte die DEL den Frankfurt Lions die Lizenz für die Saison 2010/11, da die Finanzierung einer vollständigen Spielzeit nach Auffassung der Liga nicht ausreichend gesichert war. Die Verantwortlichen prüften zunächst rechtliche Schritte, verzichteten schließlich aber auf eine weitere Auseinandersetzung und akzeptierten den Lizenzentzug.
Am 5. Juli 2010 wurde das endgültige Ausscheiden der Frankfurt Lions aus der DEL bekannt gegeben. Der professionelle Spielbetrieb wurde eingestellt; das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Spielbetriebsgesellschaft wurde am 1. November 2010 eröffnet. Nach 16 ununterbrochenen DEL-Spielzeiten endete damit die Geschichte der Frankfurt Lions als Profimannschaft.
Das Ende besaß eine besondere Tragik. Die Lions verschwanden nicht nach einem langen sportlichen Niedergang und auch nicht als abgeschlagene Mannschaft am Tabellenende. Sie gingen als Tabellenzweiter, als früherer deutscher Meister und als einer der bekanntesten Clubs der Liga unter. Noch wenige Wochen zuvor hatten sie um die Meisterschaft gespielt; nun verloren sie ihren Platz in der DEL, obwohl Gesellschafter, Unterstützer, Stadt und Anhänger bis zuletzt um ihre Rettung gerungen hatten.
In der Rückschau erinnert die Geschichte der Frankfurt Lions daher an die eines tragischen Helden: Der Club war aus schwierigen Anfängen aufgestiegen, hatte Rückschläge überwunden, den Meistertitel errungen und sich dauerhaft in der deutschen Eishockeyspitze etabliert. Doch gerade auf einem erneuten sportlichen Höhepunkt brach das wirtschaftliche Fundament weg. Der Aufstieg und Fall der Lions folgte damit einer nahezu dramatischen Bewegung, von der Rettung über den Triumph bis zum plötzlichen Ende.
Zur Saison 1994/95 wurde die Deutsche Eishockey Liga gegründet, der die Frankfurt Lions als Gründungsmitglied bis 2010 ununterbrochen angehörten. Höhepunkt war die deutsche Meisterschaft im Jahre 2004, Tiefpunkt der sportliche Abstieg im Jahr 2003, als man nur durch die Insolvenz der Schwenninger Wild Wings in der Liga verblieb.
| Saison | Liga | Vorrunde | Saisonabschluss |
|---|---|---|---|
| 1994/95 | DEL | 10. Platz | Play-offs: 4:1 Niederlagen im Achtelfinale gegen die Kassel Huskies |
| 1995/96 | DEL | 8. Platz | Play-offs: 3:0 Niederlagen im Achtelfinale gegen die Kassel Huskies |
| 1996/97 | DEL | 12. Platz | Play-downs: 4:2 Niederlagen in der 1. Runde gegen die Kaufbeurer Adler, 3:0 Siege in der 2. Runde gegen die Ratinger Löwen |
| 1997/98 | DEL | 2. Platz | Play-offs: 3:1 Siege im Viertelfinale gegen die Hannover Scorpions, 3:0 Niederlagen im Halbfinale gegen die Adler Mannheim |
| 1998/99 | DEL | 4. Platz | Play-offs: 3:2 Siege im Viertelfinale gegen die Kölner Haie, 3:0 Niederlagen im Halbfinale gegen die Nürnberg Ice Tigers |
| 1999/2000 | DEL | 7. Platz | Play-offs: 3:2 Niederlagen im Viertelfinale gegen die München Barons |
| 2000/01 | DEL | 10. Platz | Play-offs nicht erreicht |
| 2001/02 | DEL | 11. Platz | Play-offs nicht erreicht |
| 2002/03 | DEL | 13. Platz | Play-downs: 4:2 Niederlagen gegen die Schwenninger Wild Wings, somit sportlicher Absteiger. Da über die Schwenninger Wild Wings das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, wurde ihnen die Lizenz entzogen und sie mussten den Gang in die unteren Ligen antreten. Frankfurt bleibt dadurch in der DEL. |
| 2003/04 | DEL | 5. Platz | Deutscher Meister nach den Play-offs: 4:2 Siege im Viertelfinale gegen die Kölner Haie, 3:2 Siege im Halbfinale gegen die Hamburg Freezers, 3:1 Siege im Finale gegen die Eisbären Berlin |
| 2004/05 | DEL | 1. Platz | Play-offs: 4:2 Siege im Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers, 3:2 Niederlagen im Halbfinale gegen die Adler Mannheim |
| 2005/06 | DEL | 9. Platz | Play-offs nicht erreicht |
| 2006/07 | DEL | 8. Platz | Pre-Play-offs: 2:1 Siege gegen die Eisbären Berlin, Play-offs: 4:1 Niederlagen im Viertelfinale gegen die Adler Mannheim |
| 2007/08 | DEL | 4. Platz | Play-offs: 4:3 Siege im Viertelfinale gegen die Iserlohn Roosters, 3:2 Niederlagen im Halbfinale gegen die Kölner Haie |
| 2008/09 | DEL | 9. Platz | Pre-Play-offs: 3:2 Niederlagen gegen die Hamburg Freezers |
| 2009/10 | DEL | 2. Platz | Play-offs: 3:1 Niederlagen im Viertelfinale gegen den ERC Ingolstadt |
Der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2004 wurde in der zeitgenössischen und späteren Berichterstattung als „Wunder von Frankfurt“ bezeichnet. Die Bezeichnung bezog sich auf den sportlichen Wandel innerhalb eines Jahres: In der Saison 2002/03 hatten die Frankfurt Lions die Play-down-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings verloren und waren sportlich abgestiegen. Weil Schwenningen für die folgende Spielzeit keine Lizenz erhielt, verblieben die Lions in der DEL. Unter Trainer Rich Chernomaz erreichten sie in der Saison 2003/04 den fünften Platz der Hauptrunde und zogen nach Siegen gegen die Kölner Haie und die Hamburg Freezers erstmals in das DEL-Finale ein.

Im Finale traf Frankfurt auf die Eisbären Berlin, die als Sieger der Hauptrunde in die Play-offs gegangen waren und alle vier Hauptrundenbegegnungen gegen die Lions gewonnen hatten. Auch das erste Finalspiel entschied Berlin mit 5:1 für sich. Frankfurt glich die nach dem Modus „Best of Five“ ausgetragene Serie mit einem 5:2-Heimsieg aus. Im dritten Spiel lagen die Lions in Berlin zunächst mit 0:2 zurück, gewannen aber durch ein Tor von Martin Reichel in der Verlängerung mit 4:3 und erspielten sich damit den ersten Matchball der Serie.
Das vierte Finalspiel fand am 16. April 2004 vor rund 7.000 Zuschauern in der ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg statt. Pat Lebeau brachte Frankfurt in der neunten Spielminute in Führung. Im zweiten Drittel erhöhten Dwayne Norris und David Gosselin innerhalb von 36 Sekunden auf 3:0. Berlin verkürzte noch vor der zweiten Pause durch Steve Walker auf 3:1. Zu Beginn des Schlussdrittels stellte Mike Harder den Drei-Tore-Abstand wieder her. Die Eisbären kamen durch Treffer von Alexander Barta und David Roberts auf 4:3 heran, erzielten aber keinen Ausgleich mehr. Die Lions entschieden das Spiel mit 4:3 und die Finalserie mit 3:1 Siegen für sich.
Nach der Schlusssirene nahm Mannschaftskapitän Paul Stanton den Meisterpokal entgegen. Für die Frankfurt Lions war es der erste und einzige deutsche Meistertitel. Der Erfolg wurde auch deshalb als außergewöhnlich wahrgenommen, weil Berlin als Hauptrundensieger und nach dem klaren Auftaktsieg als Favorit der Finalserie gegolten hatte. Der Tagesspiegel bezeichnete die Lions rückblickend als „großen Spielverderber“ für die Eisbären, die erst in der folgenden Saison ihre erste gesamtdeutsche Meisterschaft gewannen.
Die Meisterschaft wurde zum zentralen Erinnerungsmoment der Vereinsgeschichte. Sie verband den sportlichen Abstieg des Vorjahres mit dem anschließenden Titelgewinn und begründete die besondere Stellung der Mannschaft von 2003/04 unter den Anhängern. Mehrere Spieler dieser Mannschaft, darunter Lebeau, Norris, Gosselin, Harder, Stanton und Torhüter Ian Gordon, blieben auch nach dem Ende der Frankfurt Lions eng mit der Erinnerung an den Titel verbunden. Der 16. April 2004 wurde dadurch zu einem wiederkehrenden Bezugspunkt in Rückblicken auf das Frankfurter Eishockey.
Rückblickend erhielt das „Wunder von Frankfurt“ zugleich eine tragische Bedeutung. Ähnlich der Dramaturgie einer griechischen Tragödie folgte auf den beinahe vollzogenen Absturz zunächst ein unerwarteter Aufstieg bis zum größten Triumph der Vereinsgeschichte. Der Meistertitel schien den Beginn einer neuen Epoche einzuleiten, konnte die strukturellen Probleme und deren wirtschaftliche Auswirkungen nicht lösen, sondern verschärfte sie. Nur sechs Jahre nach dem Gewinn der Meisterschaft stellten die Frankfurt Lions ihren Spielbetrieb ein. Der 16. April 2004 blieb damit nicht nur als Tag ihres größten Erfolges, sondern auch als Sinnbild für den Gegensatz zwischen sportlichem Triumph und dem späteren Ende des Vereins in Erinnerung.
Die Frankfurt Lions gewannen die Finalserie der Saison 2003/04 gegen die Eisbären Berlin mit 3:1 Siegen. Trainer der Mannschaft war Rich Chernomaz, Mannschaftskapitän Paul Stanton. Pat Lebeau führte das Team als punktbester Scorer an und wurde nach der Saison als wertvollster Spieler der DEL ausgezeichnet.
| Position | Name |
|---|---|
| Tor: | Ian Gordon, Marc Dillmann, Marc Hansconrad |
| Verteidigung: | Peter Ratchuk, Paul Stanton, François Bouchard, Jonas Stöpfgeshoff, Mikael Magnusson, Sebastian Klenner, Markus Jocher, Daniel Peters, Michael Bresagk |
| Sturm: | Pat Lebeau, Jesse Bélanger, Jason Young, Dwayne Norris, David Gosselin, Martin Reichel, Mike Harder, Michael Hackert, David Sulkovsky, Christian Kohmann, Mark Etz, Robert Francz, Jan Hemmes |
Mehrere Rückennummern wurden im Frankfurter Eishockey zu Ehren prägender Spieler nicht mehr vergeben. Da einzelne Ehrungen auch die Vorgängervereine beziehungsweise die spätere Frankfurter Eishockeyorganisation betreffen, ist die jeweilige Teamzugehörigkeit in der Tabelle angegeben.
| Name | # | Position | Zeit beim Verein | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| 2 | Verteidiger | 1997–2010 | Deutscher Meister 2004, 645 DEL-Spiele für Frankfurt | |
| 11 | Linker Flügel | 2002–2007 | Deutscher Meister 2004, Spieler des Jahres 2004 und 2005, DEL-Topscorer 2004 und 2005 | |
| 27 | Stürmer | 1983–1988, 1991–1993 | erste gesperrte Trikotnummer in Frankfurt | |
| 28 | Center | 2003–2010 | Deutscher Meister 2004 | |
| 34 | Torhüter | 2003–2010 | Deutscher Meister 2004 |
In die „Hall of Fame“ des deutschen Eishockeymuseums werden Persönlichkeiten aufgenommen, die sich um den Eishockeysport in Deutschland verdient gemacht haben. Von den aufgenommenen Akteuren wirkten in Frankfurt:
(Teamzugehörigkeit und Position in Klammern)
Zu den erfolgreichsten Spielern in der Vereinsgeschichte gehört der Kanadier Patrick Lebeau, der in drei verschiedenen Statistiken den jeweiligen Rekord hält.
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(alle Statistiken befinden sich auf dem Stand zum Ende der Saison 2007/08)
(Teamzugehörigkeit und Position in Klammern)
Einige Spieler der Frankfurt Lions wurden für das DEL All-Star-Game nominiert, ein Freundschaftsspiel, welches von 1998 bis 2009 jährlich stattfand und in dem die herausragendsten Spieler der Deutschen Eishockey Liga gegeneinander antraten.
| Name | Position | Teilnahme(n) | Team |
|---|---|---|---|
| Verteidiger | 1998, 2006, 2007, 2008 | ||
| Trainer | 2005 | ||
| Torhüter | 2008 2009 | ||
| Stürmer | 2005, 2006 2007 | ||
| Verteidiger | 2008, 2009 | ||
| Stürmer | 2004, 2005, 2006 | ||
| Stürmer | 2005 2007 | ||
| Verteidiger | 2004 | ||
| Verteidiger | 2008 | ||
| Stürmer | 2004 | ||
| Stürmer | 2002 | ||
| Verteidiger | 2002 | ||
| Verteidiger | 2003 | ||
| Stürmer | 1998 |
Parallel zum professionellen Spielbetrieb der Frankfurt Lions bestand eine Frauenmannschaft, die unter den Bezeichnungen Frankfurter ESC und Lady Lions antrat.
In der Saison 1995/96 nahm die Mannschaft an der Frauen-Eishockey-Bundesliga teil und erreichte die Meisterschaftsrunde, in der sie im Viertelfinale an der ESG Esslingen scheiterte. In der folgenden Spielzeit gehörte das Team erneut der Bundesliga an, musste nach der Qualifikationsrunde jedoch den Abstieg hinnehmen.
In der Saison 1997/98 spielte der Frankfurter ESC wieder in der Bundesliga Nord. Die Mannschaft belegte dort mit 7:13 Punkten und einem Torverhältnis von 26:35 den fünften Platz unter sechs Teilnehmern und verpasste die Meisterschaftsrunde. Auch 1998/99 gelang keine Etablierung in der Spitzengruppe. In der anschließenden Relegationsrunde wurde Frankfurt mit 3:17 Punkten und 11:60 Toren Fünfter vor der TSG Darmstadt.
Nach dem Ausscheiden aus der Bundesliga trat die Mannschaft in regionalen, vom nordrhein-westfälischen beziehungsweise zuständigen regionalen Eissportverband organisierten Spielklassen an. Auf eine Teilnahme an der NRW-Liga 1999/2000 folgte in der Saison 2000/01 die NRW-Zwischenrunde Nord. Von 2001/02 bis einschließlich 2005/06 spielten die Lady Lions durchgehend in der 2. Liga Nord. Dort gehörte Frankfurt über mehrere Jahre zum festen Teilnehmerfeld, erreichte jedoch nicht den Aufstieg in die Bundesliga.
Zu den bekanntesten Spielerinnen gehörte die deutsche Nationalspielerin Nina Linde. Die Verteidigerin wechselte im Herbst 2003 nach Frankfurt und spielte in der Saison 2003/04 sowohl für die Herren-Amateurmannschaft der Young Lions in der Regionalliga Hessen als auch für die Frauenmannschaft in der 2. Liga Nord. Linde hatte zuvor an mehreren Weltmeisterschaften und an den Olympischen Winterspielen 2002 teilgenommen.
Nach der Saison 2005/06 wurde die Mannschaft nicht mehr für den Ligaspielbetrieb gemeldet. Die Abmeldung fiel in die Phase der Umstellung der Frauen-Bundesliga auf einen eingleisigen Spielbetrieb. Damit endete zunächst die kontinuierliche Geschichte der Lady Lions. Spätere Frankfurter Frauenmannschaften in unteren Spielklassen standen nicht mehr in unmittelbarer organisatorischer Verbindung mit der professionellen Mannschaft der Frankfurt Lions.

Die Frankfurt Lions trugen ihre Heimspiele in der Eissporthalle am Ratsweg aus. Die am 19. Dezember 1981 eröffnete Anlage umfasst eine Haupteisfläche mit rund 7.000 Zuschauerplätzen, eine kleinere geschlossene Eishalle, einen 400 Meter langen Außenring und eine weitere überdachte Eisfläche. Die Haupttribünen verbinden Sitz- und Stehplatzbereiche und reichen vergleichsweise nah an die Eisfläche heran. Zwischen den Spielzeiten 2003/04 und 2008/09 lag der durchschnittliche Besuch bei mehr als 6.100 Zuschauern pro Heimspiel. In den Play-offs 2003/04 und 2004/05 wurden im Durchschnitt jeweils nahezu 7.000 Zuschauer erreicht.
| Saison | Heimspiele | Zuschauer | Zuschauer pro Spiel |
|---|---|---|---|
| 2008/09 | 28 (26 / 2) | 172.722 (161.422 / 11.300) | ø 6.169 (6.208 / 5.650) |
| 2007/08 | 34 (28 / 6) | 210.800 (170.000 / 40.800) | ø 6.200 (6.071 / 6.800) |
| 2006/07 | 30 (26 / 4) | 183.250 (157.550 / 25.700) | ø 6.108 (6.060 / 6.425) |
| 2005/06 | 26 (26 / -) | 164.306 (164.306 / -) | ø 6.319 (6.319 / -) |
| 2004/05 | 32 (26 / 6) | 208.400 (166.900 / 41.500) | ø 6.513 (6.419 / 6.917) |
| 2003/04 | 33 (26 / 7) | 208.166 (160.066 / 48.100) | ø 6.308 (6.156 / 6.871) |
(Angegeben ist die Gesamtauslastung der ganzen Saison. In Klammern sind die Hauptrunde / Endrunde separat aufgeführt.)
Die Frankfurt Lions trugen während ihrer gesamten DEL-Zeit ihre Heimspiele in der Eissporthalle am Ratsweg aus. Die Halle mit ihren rund 7.000 Plätzen, darunter lediglich etwa 3.250 Sitzplätze, wurde dabei zugleich zur Heimat und zur Begrenzung des Vereins. Gerade nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im Jahr 2004 zeigte sich, wie groß das Interesse am Frankfurter Eishockey geworden war. Zahlreiche Spiele waren ausverkauft, sodass sich die zusätzliche Nachfrage nicht mehr in höhere Zuschauer- und Ticketeinnahmen umsetzen ließ. Der sportliche Erfolg führte daher nicht automatisch zu entsprechend höheren Erlösen. In der Saison 2008/09 lag der Zuschauerschnitt bei rund 6.200 Besuchern, womit die Eissporthalle bereits nahezu an ihre Kapazitätsgrenze stieß.
Die eigentliche Schwierigkeit lag jedoch weniger in der Zahl der Plätze als in den begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten der Halle. Die 1981 eröffnete kommunale Spielstätte bot nur wenige Flächen für Logen, VIP-Bereiche, Business-Seats, Gastronomie und zusätzliche Werbung. Gerade diese Einnahmequellen wurden im professionellen Eishockey zunehmend wichtiger. Während andere DEL-Clubs in moderne Multifunktionsarenen umzogen und dort ihre Erlöse deutlich steigern konnten, blieben die Lions an ihre traditionsreiche, aber wirtschaftlich kaum erweiterbare Spielstätte gebunden. Dies erschwerte auch die Gewinnung und langfristige Bindung finanzstarker Sponsoren.
Darin lag eine gewisse Tragik: Die Lions verfügten über eine treue Anhängerschaft, regelmäßig hohe Zuschauerzahlen und seit dem Meistertitel von 2004 auch über große sportliche Strahlkraft. Ausgerechnet der Erfolg machte jedoch die Grenzen der Eissporthalle immer deutlicher. Die Nachfrage war vorhanden, doch der Verein konnte sie nicht vollständig wirtschaftlich nutzen. Die Halle verlieh den Lions eine besondere Atmosphäre und Identität, verhinderte zugleich aber, dass sie mit den finanzstärkeren Clubs in moderneren Arenen Schritt halten konnten.
Aus diesem Grund wurde bereits zu Zeiten der Frankfurt Lions über den Bau einer größeren Multifunktionsarena diskutiert. Im Zusammenhang mit dem Umbau des Waldstadions wurde 2006 auf einem benachbarten Areal planungsrechtlich die Möglichkeit geschaffen, eine solche Halle zu errichten. Vorgesehen war eine Kapazität von etwa 12.000 bis 15.000 Zuschauern. Neben den Lions sollten auch die Basketballer der Skyliners die Arena nutzen; zudem waren Konzerte und andere Großveranstaltungen geplant.
Für die Lions verband sich mit diesen Überlegungen die Hoffnung auf eine langfristige wirtschaftliche Perspektive. Die verschiedenen Konzepte kamen jedoch nicht über politische Diskussionen und Vorplanungen hinaus. Ein wesentlicher Streitpunkt war die Verteilung von Einfluss und Risiko: Die Stadt wollte bei Standort, Planung und Nutzung mitentscheiden, während ein großer Teil des finanziellen Risikos von privaten Investoren getragen werden sollte. Ein tragfähiges Finanzierungs- und Betreibermodell kam nicht zustande. Zeitweise wurden auch alternative Standorte diskutiert, darunter das Kaiserlei-Gebiet an der Grenze zwischen Frankfurt und Offenbach.
Das Hallenproblem war nicht die alleinige Ursache für das Ende der Frankfurt Lions im Jahr 2010. Es verschärfte jedoch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Vereins, der sportlich und bei seinen Anhängern große Erfolge feiern konnte, seine Popularität aber nur begrenzt in zusätzliche Einnahmen umwandeln konnte. Rückblickend erscheint der Club dadurch beinahe als tragischer Held: beliebt, erfolgreich und tief in der Stadt verwurzelt, zugleich jedoch an strukturelle Bedingungen gebunden, die er aus eigener Kraft kaum verändern konnte.


Die Frankfurt Lions waren über den Spielbetrieb in der Eissporthalle hinaus im Frankfurter Stadtbild präsent. In der Allianz-Passage an der Hauptwache unterhielt der Club zeitweise einen Fanshop, in dem Eintrittskarten, Trikots und weitere Fanartikel angeboten wurden. Die Geschäftsstelle der Spielbetriebsgesellschaft befand sich zeitweise in der Hanauer Landstraße 146 im Ostend. Noch im Mai 2010 wurde diese Anschrift in Mitteilungen der Frankfurt Lions als Sitz der Geschäftsstelle angegeben.
Zu den auffälligsten Formen der öffentlichen Präsenz gehörte eine von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt im Lions-Design gestaltete U-Bahn. Solche Kooperationen, die Nutzung des englischen Mannschaftsnamens und das ab 1997 modernisierte Erscheinungsbild trugen dazu bei, den Club über das traditionelle Eishockeypublikum hinaus sichtbar zu machen.
Die Vereinskultur der Frankfurt Lions entwickelte sich aus der Verbindung der älteren Frankfurter Eishockeytradition mit der Präsentation eines modernen DEL-Clubs. Der englische Mannschaftsname, das türkise Erscheinungsbild, international zusammengesetzte Kader und die stark auf Heimspiele als Zuschauerereignis ausgerichtete Vermarktung unterschieden die Lions von ihren Vorgängerorganisationen. Zugleich blieben der Löwe als Symbol, die Spielstätte am Ratsweg und die Bindung an Frankfurt und die Rhein-Main-Region zentrale Bestandteile der Identität.
Die Heimspiele wurden durch Musik, Stadionsprecher, Maskottchen, Einlaufinszenierungen und eine ausgeprägte Stehplatzkultur begleitet. Diese Elemente verbanden die Atmosphäre klassischer Eishockeyhallen mit Formen nordamerikanisch geprägter Sportinszenierung. Die Mannschaften selbst waren über weite Teile der DEL-Zeit international zusammengesetzt, während deutsche Nationalspieler und langjährige Frankfurter Akteure für personelle Kontinuität sorgten.
Henni Nachtsheim komponierte für die Frankfurt Lions die Hymne Kühler Kopf und hessisches Herz.
Die Frankfurt Lions verfügten insbesondere während und nach der Meistersaison 2003/04 über eine hohe Zuschauerresonanz. Zwischen den Spielzeiten 2003/04 und 2008/09 lag der durchschnittliche Besuch der Heimspiele in jeder Saison bei mehr als 6.100 Zuschauern. In den Play-offs der Meisterschaftssaison 2003/04 kamen durchschnittlich 6.871 Zuschauer zu den sieben Frankfurter Heimspielen.
Die Mischung aus Sitz- und Stehplatztribünen sowie die Nähe der Zuschauerränge zur Eisfläche prägten die Atmosphäre in der Eissporthalle. Beim entscheidenden vierten Finalspiel 2004 verfolgten rund 7.000 Zuschauer den Gewinn der deutschen Meisterschaft gegen die Eisbären Berlin. Die Frankfurter Rundschau erinnerte rückblickend daran, dass das Publikum nach dem Titelgewinn in der Halle „schier durchdrehte“.
Die Meistermannschaft und ihr Umfeld blieben auch nach dem Ende des Spielbetriebs ein zentraler Bezugspunkt der Erinnerungskultur. Historische Mannschaftsbilder, Trikots, Aufzeichnungen früherer Spiele und private Sammlungen dokumentieren die DEL-Zeit. Das von Anhängern betriebene Lions-Archiv wurde auch nach 2010 weitergeführt.
Bereits seit 1991 wurde im Frankfurter Eishockey ein löwenähnliches Maskottchen eingesetzt. In der Saison 1999/2000 etablierte sich die Figur Leon, die bei Heimspielen gemeinsam mit Stadionsprecher Rüdiger Storch das Rahmenprogramm vor dem Spiel und in den Drittelpausen begleitete. Leon trug die Rückennummer 13. In gemeinsamen Aktionen trat das Maskottchen unter anderem mit Pucki von den Nürnberg Ice Tigers auf.
Zu den besonders beachteten Begegnungen gehörten die Spiele gegen die Adler Mannheim. Beide Mannschaften trafen mehrfach in den Play-offs aufeinander, darunter in den Halbfinalserien 1998 und 2005 sowie im Viertelfinale 2007. Die räumliche Nähe, die regelmäßigen Begegnungen und die sportliche Bedeutung dieser Serien verstärkten die Rivalität.
Eine weitere regionale Rivalität bestand mit den Kassel Huskies. Die hessischen Duelle waren besonders in den ersten DEL-Spielzeiten bedeutsam, als Kassel die Lions 1995 und 1996 jeweils aus den Play-offs ausschaltete. Gegen die Kölner Haie bestritt Frankfurt mehrere wichtige Endrundenserien, darunter das Viertelfinale 1999, den erfolgreichen Weg zur Meisterschaft 2004 und das Halbfinale 2008.
Zu den erinnerungswürdigen Einzelspielen zählt die Play-off-Begegnung gegen die Iserlohn Roosters im März 2008, die sich über mehrere Verlängerungen erstreckte und zum damaligen Zeitpunkt als längstes Spiel zwischen zwei deutschen Profimannschaften galt.
Die drohende Einstellung des Spielbetriebs löste im Sommer 2010 Proteste unter den Anhängern aus. Rund 150 Fans zogen bei einer angemeldeten Demonstration von der Hauptwache zum Römer. Unter dem Motto „Rettet die Lions“ forderten sie die Stadt, Sponsoren und die Verantwortlichen der Spielbetriebsgesellschaft dazu auf, das professionelle Eishockey in Frankfurt zu erhalten.
Nach der Einstellung des Spielbetriebs berichtete die Frankfurter Rundschau von großer Enttäuschung unter langjährigen Anhängern. Einzelne Fans hatten zu diesem Zeitpunkt seit rund 15 Jahren kaum ein Heimspiel verpasst.
Obwohl die Frankfurt Lions Eishockey GmbH ihren Spielbetrieb 2010 einstellte, blieb die Erinnerung an die Mannschaft im Frankfurter Eishockey präsent. Besonders die Meisterschaft 2004, die internationalen Spieler der DEL-Jahre, die türkisen Trikots und die Heimspielatmosphäre in der Eissporthalle wurden zu wiederkehrenden Motiven in Rückblicken, Sammlungen und Veranstaltungen ehemaliger Spieler und Anhänger.
Das privat betriebene Lions-Archiv dokumentiert neben Spielergebnissen und Kadern auch Fotografien, Eintrittskarten, Trikots und weitere Zeugnisse der Vereinsgeschichte. Die fortbestehende Nachfrage nach historischen Mannschaftsbildern und Erinnerungsstücken verweist auf die eigenständige Bedeutung der Lions-Epoche innerhalb der Frankfurter Sportgeschichte.
Nach dem Ende der professionellen Betriebsgesellschaft wurde der höherklassige Eishockeyspielbetrieb in Frankfurt durch eine andere Organisation neu aufgebaut. Zwischen den jeweiligen Gesellschaften bestand keine rechtliche Identität. Die hohe Zuschauerresonanz beim sportlichen Neustart zeigte jedoch, dass ein erheblicher Teil des Publikums dem Frankfurter Eishockey verbunden blieb. Zu den ersten beiden Heimspielen in der viertklassigen Regionalliga kamen nach Angaben der Frankfurter Rundschau 5.200 beziehungsweise 3.200 Zuschauer.
Die Frankfurt Lions veröffentlichten mehrere offizielle Saisonrückblicke auf VHS und DVD. Dazu gehörten Rückblicke auf die Spielzeiten 1998/99, 1999/2000, 2000/01 und 2004/05 sowie die DVD Frankfurt Lions Special Edition – Deutscher Meister 2004. Im Jahr 2007 erschien außerdem die Dokumentation Unter Löwen – Between the Lions, die den Club und sein Umfeld begleitete und am 26. September 2007 in Frankfurt Premiere hatte.
Die Clubzeitschrift erschien im Laufe der Jahre unter verschiedenen Titeln und in unterschiedlichen Formaten, darunter Lions Guide, Lions Extra, Lions Sommerpost, Lions Inteam und Lions Magazin.