Eavan Boland

Eavan Boland auf dem Dublin Writers Festival 2007

Eavan Aisling Boland ([iːˈvæn ˈæʃlɪŋ ˈboʊlənd], * 24. September 1944 in Dublin; † 27. April 2020 ebenda) war eine irische Schriftstellerin, Dichterin und Hochschullehrerin. Sie unterrichtete bis zu ihrem Tod an der Stanford University.

Leben

Bolands Vater war der Diplomat Frederick H. Boland (1904–1985), ihre Mutter die Künstlerin Frances Kelly (1908–2002). Als Boland sechs Jahre alt war, zog die Familie nach London, wo der Vater die Position des irischen Botschafters im Vereinigten Königreich wahrnahm. Die antiirischen Ressentiments stärkte Bolands Identifikation mit der irischen Kultur. Sie verarbeitete dies im Gedicht An Irish Childhood in England: 1951. Mit 14 Jahren kehrte sie nach Dublin zurück und ging zur Holy Child School. Sie studierte dann am Trinity College Dublin und schloss mit einem ausgezeichneten Bachelor in Englischer Literatur und Englischer Sprache ab. Fortan war sie in der Lehre u. a. am Trinity College und am Bowdoin College tätig. Sie heiratete 1969 den Romanautor Kevin Casey und hatte mit ihm zwei Töchter. In den 1970er und 1980er Jahren unterrichtete Boland an der School of Irish Studies in Dublin und ab 1996 unterrichtete sie an der Stanford University Anglistik.

Werke

Ihren ersten Lyrikband veröffentlichte sie 1967 unter dem Titel New Territory. Weitere Bände waren The War Horse (1975) und In her own Image (1980). Der Band Night Feed und The Tree of Life entstanden, als Boland Writer in Residence des National Maternity Hospitals war.

Taoiseach Bertie Ahern zitierte aus ihrem Gedicht The Emigrant Irish vor dem US-Kongress 2008 und auch Barack Obama bediente sich eines Zitats aus dem Gedicht On a Thirtieth Anniversary bei einer Ansprache zum St. Patrick’s Day 2016.

Auszeichnungen

1976 gewann Boland den Jacob’s Award für ihre Beteiligung am Radioprogramm The Arts Programme. 1994 wurde sie auf der Shortlist für den T. S. Eliot Prize geführt. Im gleichen Jahr wurde ihr der Lannan Literary Award for Peotry verliehen. 1997 erhielt sie vom University College Dublin einen Ehrengrad. Dem folgten einige weitere Universitäten. 2007 wurde ihr Band Domestic Violence auf die Shortlist für den Forward Prize aufgenommen. 2012 bekam sie den PEN Award for Poetry in Translation des US-amerikanischen PEN-Verbands für A Journey With Two Maps: Becoming a Woman Poet. 2016 wurde sie in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen. Ab 2018 war sie Ehrenmitglied der Royal Irish Academy. 2019 wurde ihr der Irish PEN Award for Literature verliehen. 2020 wurde ihr posthum der Costa Book Award in der Sparte Lyrik für The Historians verliehen. Am Trinity College Dublin wurde 2024 die frühere Berkeley Library auf dem Campus im Stadtzentrum Dublins in Eavan Boland Library umbenannt.

Werke

Lyrik
Prosa

Literatur

sonstiges
Commons: Eavan Boland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Obituary of Eavan Boland, Mai 2020 (englisch)
  2. ↑ irishtimes.com: Eavan Boland obituary: Outstanding Irish poet and academic (Memento vom 15. Mai 2020 im Internet Archive)
  3. ↑ Eavan Boland - the new documentary celebrating a poetry legend. 16. Mai 2020, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
  4. ↑ Department of English (Stanford University) - Eavan Boland
  5. ↑ Remarks by President Obama, Vice President Biden, and Prime Minister Kenny of Ireland at St. Patrick's Day Reception. 15. März 2016, abgerufen am 1. August 2026 (englisch).
  6. ↑ Irish PEN (Award for Literature)