
Ebba-Elisabeth Busch (* 11. Februar 1987 in Uppsala, geb. Busch-Christensen), von 2013 bis 2020 als Ebba Busch Thor bekannt, ist eine schwedische christdemokratische Politikerin.
Seit dem 18. Oktober 2022 ist sie Stellvertretende Ministerpräsidentin Schwedens sowie Ministerin für Energie, Wirtschaft und Industrie in der Regierung Kristersson.
Seit dem 25. April 2015 ist sie Parteivorsitzende der Christdemokraten.
Ebba Busch wuchs in der Ortschaft Gunsta (Gemeinde Uppsala) auf. Durch ihren Vater hat sie auch die norwegische Staatsangehörigkeit. In ihrer Kindheit war sie Mitglied der evangelisch-charismatischen Freikirche Livets Ord. Busch besuchte die von dieser Freikirche betriebene Grundschule und anschließend das staatliche Gymnasium Katedralskolan in Uppsala, das sie mit dem International Baccalaureate abschloss. Ab ihrem 16. Lebensjahr ging sie in Kirchen verschiedener Konfessionen und trat schließlich der Schwedischen Kirche bei. Sie hat Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Uppsala studiert. Bis 2010 war sie als Public-Relations-Beraterin tätig. Sie war mit dem Fußballspieler Niklas Thor verheiratet und hat zwei Kinder. Ende 2019 wurde bekannt gegeben, dass das Paar die Scheidung eingereicht hatte.
2010 bekam Ebba Busch eine Halbtagsstelle als Gemeinderätin in Uppsala. Im September 2013 wurde sie in den Parteivorstand der Christdemokraten gewählt. Bei den Wahlen zum Europaparlament im Jahr 2014 wurde sie zur Stellvertreterin des Abgeordneten Lars Adaktusson gewählt. Ebenfalls 2014 wurde sie in die Gemeindevertretung von Uppsala gewählt. Am 25. April 2015 wurde sie als Nachfolgerin von Göran Hägglund in das Amt der Parteivorsitzenden gewählt. In der Regierung Kristersson ist sie seit 18. Oktober 2022 Stellvertretende Ministerpräsidentin Schwedens sowie Ministerin für Energie, Wirtschaft und Industrie.
Im Wahlkampf zur schwedischen Reichstagswahl 2026 wies Busch den von der Vorsitzenden der Centerpartiet, Elisabeth Thand Ringqvist, vorgebrachten Vorschlag einer Regierung aus Centerpartiet, Sozialdemokraten und Christdemokraten zurück; eine solche Zusammenarbeit könne für sie nur infrage kommen, wenn Centerpartiet unter anderem ein Burkaverbot und die Abschaffung der schwedischen Regionen unterstütze. Zugleich erklärte sie, dass die Christdemokraten in einer nicht näher definierten außergewöhnlichen politischen Situation auch eine Ministerpräsidentin Magdalena Andersson unterstützen könnten.
Ebba Buschs Hauptthemen sind Senioren, Minderung der Bürokratie und Steuersenkungen. Insbesondere greift sie die Frage der Grenzziehung zwischen dem Einfluss der Politik und dem Bestimmungsrecht des Einzelnen auf. In Abtreibungsfragen hat sie das Problem der Abtreibung lebender Föten diskutiert. In einer Debatte in Uppsala im Jahr 2009 sagte sie: „Es fällt mir ungeheuer schwer, Abtreibung als ein Menschenrecht zu betrachten“. 2015 betonte sie jedoch, dass sie hinter den schwedischen Regelungen zur Abtreibung stehe. Im Gegensatz zur offiziellen Parteilinie ist sie für das Adoptionsrecht von Alleinstehenden sowie gleichgeschlechtlichen Paaren.
Im Wahlkampf 2026 stellte Busch Dänemark wiederholt als politisches Vorbild für Schweden dar, insbesondere hinsichtlich der Bekämpfung von Bandenkriminalität und der Migrationspolitik. Sie vertrat die Position, Schweden müsse bei diesen Fragen stärker auf pragmatische Lösungen nach dänischem Vorbild setzen. Die in Schweden eingeführten, an der dänischen Gesetzgebung orientierten Strafverschärfungen für Bandenkriminalität brachte Busch mit einem deutlichen Rückgang der tödlichen Schusswaffengewalt in Verbindung; im September 2026 bezifferte sie diesen Rückgang auf mehr als 75 Prozent. Zugleich argumentierte sie, eine Migration, welche die Integrationsfähigkeit des Landes überfordere, könne zur Ausbreitung des Islamismus beitragen und Schweden anfälliger für Einflussversuche totalitärer Staaten machen.
Busch lobte darüber hinaus die Bereitschaft dänischer Parteien, bei wichtigen politischen Fragen Vereinbarungen über die traditionellen Blockgrenzen hinweg zu schließen. Für die Zeit nach der Reichstagswahl 2026 nannte sie Kernenergie, eine restriktive Migrationspolitik und Reformen des Gesundheitswesens als zentrale Anliegen, für die sie nach eigener Aussage auch im Falle eines Regierungswechsels aus der Opposition heraus Mehrheiten suchen wolle.
Als Ministerin für Energie, Wirtschaft und Industrie äußerte sich Busch „verärgert“ über den deutschen Atomausstieg, der aufgrund der sogenannten englisch Flow-based market coupling (FBMC) ‚Flussbasierte Marktkopplung‘ Auswirkungen auf die Energiepreise in Schweden hatte. Darüber hinaus unterstützt Busch eine Initiative zur Aufhebung des Verbots der Uranexploration und Kernbrennstoffgewinnung (siehe auch Uranwirtschaft) in Schweden. Das Verbot gilt seit 2018. Experten schätzen, dass Schweden über genügend Uran (Triuranoctoxid) verfügt, um den eigenen Bedarf für die nächsten 300 Jahre zu decken.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Busch, Ebba |
| ALTERNATIVNAMEN | Busch, Ebba-Elisabeth (vollständiger Name); Busch-Christensen, Ebba-Elisabeth (Geburtsname); Busch Thor, Ebba (2013 bis 2020) |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedische christdemokratische Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1987 |
| GEBURTSORT | Uppsala |