Eberhard Fangauf

Eberhard Fangauf (Künstlername Hardy Bush; * 20. Mai 1895 in Berlin; † nach 1944) war ein deutscher Regisseur und NS-Propagandist.

Werdegang

Fangauf kämpfte als Pioniersturmtruppführer im Ersten Weltkrieg. Er war dabei mit der Einweisung von Kameramännern betraut. 1918 wurde er nach einer schweren Verwundung als Leutnant der Reserve aus dem Kriegsdienst entlassen. 1920 wurde seine Entlassung aus dem Heeresdienst als 50 % Schwerkriegsbeschädigter bestätigt.

Nach 1920 begann Fangauf ein Studium der Literatur und Kunstgeschichte, das er jedoch wieder abbrach. Er nahm verschiedene Tätigkeiten in der Filmbranche wahr, unter anderem als Regisseur, Dramaturg, Autor und Produzent bei der Bonität-Film GmbH, der Deos-Film GmbH, der Ufa AG und der Deulig AG. Von 1921 bis 1924 war er Leiter der rechtsnational orientierten Wochenschau Messter-Woche.

Zum 1. Januar 1933 trat Fangauf der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.436.597). 1932 wurde er in die Amtsleitung Film der Reichspropagandaleitung der NSDAP berufen; dort war er von 1933 bis 1936 ehrenamtlicher Leiter der Abteilung „Filmherstellung und Technik“ und Stellvertreter des Amtsleiters im Rang eines Reichshauptstellenleiters der NSDAP. Zudem war er Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik.

1933 wurde Fangauf in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda übernommen. Dort wurde er Referent für die Organisation und Sicherheitsüberwachung der Filmberichterstattung bei Veranstaltungen von Staat und Partei in der Hauptabteilung IV (Film). Er war in erster Linie zuständig für die Koordination der Aktivitäten und dafür, den Bildberichtern gute Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Er war unmittelbar in die nationalsozialistische Filmpolitik und die Filmzensur involviert. In dieser Position geriet er regelmäßig in Konflikte mit Leni Riefenstahl; er versuchte erfolglos, ihre Arbeiten zum Film Der Sieg des Glaubens zu sabotieren, indem er ihr Filmmaterial und Kameraleute verweigerte und ihren „Ariernachweis“ verlangte. 1942 wurde Fangauf zum Oberregierungsrat befördert. Während des Zweiten Weltkriegs war er auch für die Auswahl und die Ausbildung der Filmberichterstatter der Propagandakompanien und deren Materialversorgung zuständig. Zusätzlich war er ab 1942 als Film-Fachprüfer beim Oberkommando der Wehrmacht tätig.

Am 20. April 1938 trat Fangauf auch in die SS ein (SS-Nummer 293.228). Er stieg dort bis zum SS-Obersturmbannführer auf und nahm verschiedene nebenamtliche Tätigkeiten wahr. Von 1938 bis 1942 war er als Pressereferent Führer im Stab des Reichsführers SS Heinrich Himmler. Von 1942 bis 1944 war er Führer beim Stab des SS-Hauptamtes, danach beim Stab des SS-Abschnitts III.

Über seinen weiteren Werdegang ist nichts bekannt.

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8330324
  2. ↑ Wochenschau. In: historisches-lexikon-bayerns.de. Abgerufen am 18. August 2026.
  3. ↑ Karin Wieland: Dietrich & Riefenstahl – Die Geschichte zweier Jahrhundertfrauen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2014, ISBN 978-3-423-34789-1, S. 299 f.
Personendaten
NAME Fangauf, Eberhard
ALTERNATIVNAMEN Bush, Hardy (Künstlername)
KURZBESCHREIBUNG deutscher nationalsozialistischer Filmpolitiker
GEBURTSDATUM 20. Mai 1895
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 20. Jahrhundert