Eberhard Puntsch

Eberhard Puntsch (* 7. Mai 1926 in Dresden; † 7. Januar 2015 in Herrsching am Ammersee) war ein deutscher Sachbuchautor und bayerischer Landespolitiker der FDP. Er war von 1978 bis 1982 Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Einem breiten Publikum ist er vor allem durch sein weit verbreitetes Zitatenhandbuch (erstmals 1965) bekannt geworden.

Ausbildung und Beruf

Eberhard Puntsch wurde 1926 in Dresden geboren, wo er auch die Schule besuchte. Er beantragte am 2. Februar 1944 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.990.869). Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt er 1944 die Einberufung zum Kriegsdienst. Daher konnte er sein Abitur an einem humanistischen Gymnasium seiner Heimatstadt erst 1946 ablegen. Im gleichen Jahr trat er in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands ein. Nach einer Internierung im sowjetischen Speziallager Nr. 1 Mühlberg bis 1948 übersiedelte Puntsch nach Wuppertal, wo er drei Jahre lang als Volontär und Redakteur bei der Westdeutschen Rundschau arbeitete. Von 1951 bis 1956 studierte er in München Literaturwissenschaft und Philosophie und wurde dort 1956 mit der Dissertation über Das Verhältnis von Dichtung und Existenz bei Clemens Brentano zum Dr. phil promoviert.

Seit 1956 schrieb Eberhard Puntsch vor allem für den Verlag moderne Industrie und die Moderne Verlagsgesellschaft (mvg) zahlreiche Fachbücher. Diese beschäftigen sich vorrangig mit den Themen Verkaufspsychologie, Betriebspsychologie, Mitarbeiterführung und Geschäfts-Korrespondenz und richten sich an Verkäufer im Innen- und Außendienst, Reisende und Vorgesetzte.

Zu seinem allgemein bekanntesten Werk entwickelte sich jedoch sein erstmals 1965 veröffentlichtes Zitatenhandbuch. Diese oft auch nur als Der Puntsch bezeichnete Sammlung klassischer und moderner Zitate ist dank zahlreicher Auflagen und Überarbeitungen zum Standardwerk geworden.

Nach dem Erfolg seiner beiden Bücher Amüsanter Zitatenschatz (1967) und Witze, Fabeln, Anekdoten (1968) brachte er in den 1970er-Jahren mehrere, von Ernst Hürlimann illustrierte Witzbücher heraus, die jeweils auf bestimmte Berufsgruppen – wie etwa Manager, Lehrer, Juristen oder Sekretärinnen – gemünzt waren. Außerdem betätigte sich Puntsch auch als Übersetzer und veröffentlichte 2001 den Roman Ein gern gelebtes Leben. Protokoll eines dankbaren Abschieds.

Daneben verfasste Puntsch eine Reihe von Büchern, in denen er seine politischen Überzeugungen darlegte. So erschien 1986 im Verlag Bonn Aktuell Politik und Menschenwürde, eine Darstellung der Grundzüge des Liberalismus. Mit der Positionierung der Parteien in Deutschland, vor allem der Lage der Liberalen, befasste er sich in Der Links-Mitte-Rechts-Unfug. Die Welt der Parteien ist nicht zweipolig (1994). In Es wird einmal... (2005) stellte er seine Vision einer freien Gesellschaft vor.

Eberhard Puntsch, der 1952 heiratete, lebte seit 1958 in Herrsching am Ammersee.

Politische Tätigkeit

Eberhard Puntsch war Mitglied der FDP Bayern. Von 1978 bis 1982 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Von 1991 bis 1999 war er Vorstandsmitglied und Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung, München.

Schriften

Als Verfasser und Herausgeber

Als Übersetzer

Einzelnachweise

  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/33400465
  2. ↑ Helmut Gewalt: Bayerische Landtagsabgeordnete, ehemalige NSDAP- und Gliederungsangehörige online
Personendaten
NAME Puntsch, Eberhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Sachbuchautor und Politiker (FDP), MdL
GEBURTSDATUM 7. Mai 1926
GEBURTSORT Dresden
STERBEDATUM 7. Januar 2015
STERBEORT Herrsching am Ammersee, Deutschland