
Edward Samuel „Ed“ Miliband (* 24. Dezember 1969 in London) ist ein britischer Politiker der Labour Party. Er ist seit 2005 Abgeordneter im britischen Unterhaus für den Wahlkreis Doncaster North und seit dem 20. Juli 2026 Außenminister im Kabinett Burnham. Von 2010 bis 2015 war er Vorsitzender seiner Partei.

Ed Miliband wurde als Sohn des jüdischen Marxismus-Theoretikers Ralph Miliband geboren, der nach dem deutschen Überfall 1940 von Belgien nach Großbritannien geflohen war. Seine Mutter Marion Kozak stammt aus einer jüdischen Familie in Polen und überlebte dort als Kind den Holocaust. Sein älterer Bruder ist der britische Politiker David Miliband. Er selbst bezeichnet sich als Atheist bzw. jüdischen Atheist.
Miliband studierte am Corpus Christi College der University of Oxford und erlangte den akademischen Grad des Bachelor of Arts. Anschließend erwarb er an der London School of Economics den Grad des Master of Science für Wirtschaftswissenschaften. Hieran schloss sich eine kurze Tätigkeit als TV-Reporter an. Ab 1997 war er in unterschiedlichen Bereichen in der Wirtschaft tätig. Zwischen 2003 und 2004 war er ferner Visiting Lecturer an der Harvard University.
2009 lernte Miliband bei einem Besuch in Moskau die sowjetisch-russische Cousine seines Vaters Sofja Dawidowna Miliband kennen, deren Existenz ihm bis dahin nicht bewusst war.
2011 heiratete Miliband seine Lebensgefährtin, die Rechtsanwältin Justine Thornton, mit der er zwei Kinder hat.
1993 begann Miliband seine politische Karriere als Redenschreiber und Rechercheur für die Labour-Politikerin Harriet Harman. Im darauffolgenden Jahr übernahm er für den damaligen Schattenkanzler Gordon Brown dieselben Arbeiten.
Bei der Unterhauswahl 2005 trat Miliband im Wahlkreis Doncaster North an, der als sicherer Sitz für Labour gilt. Er konnte die Wahl mit 55,5 % der Stimmen für sich entscheiden. Ab Mai 2006 gehörte er als Staatssekretär (Parliamentary Secretary) dem letzten Kabinett von Tony Blair an. Im Juni 2007 wurde er, zuerst als Chancellor of the Duchy of Lancaster sowie Minister des Cabinet Office, anschließend als Minister für Energie und Klimawandel, Mitglied des Kabinetts von Blairs Nachfolger Gordon Brown. Demselben Kabinett gehörte sein Bruder David als Außenminister an.
Die Unterhauswahl 2010, bei der Miliband mit 47,3 % der Stimmen seinen Sitz verteidigen konnte, geriet zur ersten Wahlniederlage für Labour seit 1997, woraufhin Brown seinen Rücktritt vom Parteivorsitz ankündigte. Im Anschluss bewarben sich beide Miliband-Brüder um dessen Nachfolge und galten im Vorfeld auch als Favoriten. Am 25. September 2010 wählte die Labour Party schließlich Ed zum Vorsitzenden. Er erhielt in der letzten Runde der nach dem Instant-Runoff-Voting durchgeführten Wahl 51 Prozent der Stimmen, während David auf 49 Prozent kam. In allen vorangehenden Runden hatte David noch geführt. Den Ausschlag gaben die Stimmen der Gewerkschaften, die sich mehrheitlich hinter Ed stellten. Während sein Bruder die zentrale Wichtigkeit der „bürgerlichen Schichten“ betonte, hatte Ed Miliband für eine eher linke, sozialstaatlich orientierte Politik geworben. Er hatte auch im Vorfeld bestimmte Aspekte der New-Labour-Politik kritisiert, etwa die zu große Macht, die den Märkten eingeräumt wurde. An Krieg und Invasion im Irak hatte er nach eigener Aussage von Anfang an Zweifel.
In seiner Rolle als Vorsitzender der Labour Party und Oppositionsführer trat er bei der Unterhauswahl am 7. Mai 2015 für den Posten des Premierministers gegen Amtsinhaber und Vorsitzenden der Conservative Party David Cameron an. Miliband selbst wurde in seinem Wahlkreis mit 52,4 % der Stimmen wiedergewählt, landesweit unterlag Labour aber mit 30,8 % der Stimmen den Torys, die 36,9 % der Stimmen erhielten. Am Tag nach dieser Wahl trat Miliband von seinem Posten als Parteivorsitzender zurück; zu seinem Nachfolger wurde Jeremy Corbyn gewählt.
Auch nach der vorgezogenen Unterhauswahl am 12. Dezember 2019 blieb Boris Johnson Premierminister, woraufhin Corbyn seinen Rücktritt ankündigte. Sein Nachfolger Keir Starmer ernannte Miliband am 6. April 2020 zum Wirtschaftsminister in seinem Schattenkabinett. Im Zuge einer Kabinettsumbildung wurde Miliband 2021 Schattenminister für Klimawandel und Net Zero.
Nach der Britischen Unterhauswahl 2024 wurde Miliband im Kabinett Starmer Minister für Energiesicherheit und CO2-Ausstoß. Starmer kündigte wiederum 2026 nach schlechten Labour-Ergebnissen bei den englischen Kommunalwahlen und der verlorenen Senedd-Wahl in Wales seinen Rücktritt an. Er wurde als Parteivorsitzender und Premierminister von Andy Burnham abgelöst, in dessen Kabinett Miliband anschließend Außenminister wurde. US-Präsident Donald Trump reagierte "wütend" auf die Ernennung, da Miliband ihn in den vergangenen Jahren regelmäßig kritisiert hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Miliband, Ed |
| ALTERNATIVNAMEN | Miliband, Edward Samuel (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Politiker (Labour), Mitglied des House of Commons |
| GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1969 |
| GEBURTSORT | London |