| Marktgemeinde Bernstein | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Oberwart | |
| Kfz-Kennzeichen: | OW | |
| Fläche: | 38,99 km² | |
| Koordinaten: | 47° 24′ N, 16° 15′ O | |
| Höhe: | 619 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.145 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 55 Einw. pro km² | |
| Postleitzahlen: | 2852, 7434 | |
| Vorwahl: | 03354 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 09 02 | |
| NUTS-Region | AT113 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptstraße 68 7434 Bernstein | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeisterin: | Renate Habetler (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (23 Mitglieder) |
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| Lage von Bernstein im Bezirk Oberwart | ||
Südansicht von Bernstein mit der Burg links im Hintergrund | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Bernstein (ungarisch Borostyánkő, Romani Boroschtschaja) ist eine Marktgemeinde mit 2.145 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Die Ortschaft ist vor allem durch ihre Burg und den dort zu findenden grünen „Edelserpentin“ bekannt.
Die Gemeinde liegt im Südburgenland auf 619 Meter Seehöhe. Das Wahrzeichen von Bernstein ist die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnte Burg Bernstein; sie ist die höchstgelegene Burg des Burgenlandes.
Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden und gliedert sich in fünf gleichnamige Ortschaften:
| Deutsch | Ungarisch | Romani | Fläche | Einw. |
|---|---|---|---|---|
| Bernstein | Borostyánkő | Boroschtschaja | 1.725,39 ha | 946 |
| Dreihütten | Háromsátor | - | 271,66 ha | 119 |
| Redlschlag | Újvörösvágás | - | 721,09 ha | 402 |
| Rettenbach | Mencsér | - | 577,81 ha | 283 |
| Stuben | Edeháza | Schtumo | 602,91 ha | 395 |
Im Jahre 1971 wurden die Gemeinden Dreihütten, Redlschlag, Rettenbach und Stuben mit Bernstein zusammengelegt.
zwei der sieben Nachbargemeinden liegen im niederösterreichischen Bezirk Wiener Neustadt (WB), eine weitere im Bezirk Oberpullendorf (OP).
| Hochneukirchen-Gschaidt (WB) | Kirchschlag in der Buckligen Welt (WB) | |
| Oberschützen | Pilgersdorf (OP) | |
| Mariasdorf | Stadtschlaining | Unterkohlstätten |
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Klimatabelle für Bernstein 1991–2020
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Bernstein (ID 13), Normalperiode 1991–2020, aufbereitet von Tauernwetter Forschung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

Das Gebiet von und um Bernstein war Jahrhunderte vor Christi Geburt von keltischen Stämmen bewohnt. Im Bereich von Bernstein befinden sich etwa 40 norisch-pannonische Hügelgräber des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. (Ried Bienenhiate, Braunriegel, Hohentann-Langleiten, Hirschwiese, Kreuzriegel, Lange Risten, Pechgraben, Siebenhölzer).
Erstmals wurde der Ort 1388 als Dorf unter der Burg Porostyan gelegen urkundlich erwähnt. Seit dem 12. Jahrhundert wurde Bergbau betrieben. Zuerst wurde nur Eisen gefördert, ab dem 16. Jahrhundert ebenso Schwefel, Kupfer, Kupfervitriol, Silber und sogar Gold. Das Wappen von Bernstein stammt aus dieser Zeit; es zeigt einen Hauerbrunnen (Förderschacht) mit zwei Bergknappen. Anfang des 19. Jahrhunderts fand der Bergbau vorerst ein Ende.
Unweit der Ortslage Bernstein liegt der Fundort des hell- bis dunkelgrünen „Edelserpentins“ (schwarmartig auftretende Linsen von Chloritfels bzw. Rodingit), der hier zu Schmuck und anderen Kunstgegenständen verarbeitet wird. Der Holzdrechsler Josef Höfer und Pfarrer Ratz entdeckten 1860, dass sich der in den Serpentinitvorkommen der Rechnitzer Einheit eingeschlossene „Edelserpentin“ – nach der Mohsschen Härteskala weist sein Hauptmineral einen Wert von etwa 2,5 bis 3,5 auf – leicht bearbeiten lässt. Daraus entwickelte sich in der folgenden Zeit ein neues Handwerk, dessen Tradition bis zur Gegenwart erhalten blieb. Für die Gewinnung von einem Kubikmeter „Edelserpentin“ müssen etwa 2000 Kubikmeter „gemeinen“ Serpentinits, der im Straßenbau und in der Kunststeinindustrie Verwendung findet, abgebaut werden.
Wie das gesamte Burgenland gehörte der Ort bis 1921 zu Ungarn. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon Österreich zugesprochen und im Herbst 1921 in das neu gegründete Bundesland Burgenland eingegliedert.
Marktgemeinde ist Bernstein seit 1973 (Weiterverleihung, Marktrecht seit 1602).
In einem Steinbruch bei Bernstein wurde am 2. Jänner 2026 wegen Gehalts an Asbest im Gestein die Einstellung des Abbaus amtlich angeordnet.
| Bernstein: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 2.896 | |||
| 1880 | 2.954 | |||
| 1890 | 2.921 | |||
| 1900 | 3.015 | |||
| 1910 | 2.909 | |||
| 1923 | 2.633 | |||
| 1934 | 2.690 | |||
| 1939 | 2.606 | |||
| 1951 | 2.465 | |||
| 1961 | 2.435 | |||
| 1971 | 2.470 | |||
| 1981 | 2.529 | |||
| 1991 | 2.493 | |||
| 2001 | 2.441 | |||
| 2011 | 2.265 | |||
| 2021 | 2.080 | |||
| 2026 | 2.145 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 23 Mitglieder.
| Partei | 2022 | 2017 | 2012 | 2007 | 2002 | 1997 | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| St. | % | M. | St. | % | M. | St. | % | M. | St. | % | M. | St. | % | M. | St. | % | M. | |
| SPÖ | 890 | 57,05 | 14 | 902 | 58,46 | 14 | 956 | 59,49 | 14 | 896 | 53,56 | 12 | 977 | 58,71 | 14 | 968 | 62,82 | 15 |
| ÖVP | 549 | 35,19 | 8 | 392 | 25,41 | 6 | 529 | 32,92 | 8 | 704 | 42,08 | 10 | 633 | 38,04 | 9 | 492 | 31,93 | 7 |
| FPÖ | 77 | 4,94 | 1 | 249 | 16,14 | 3 | 122 | 7,59 | 1 | 73 | 4,36 | 1 | 54 | 3,25 | – | 81 | 5,26 | 1 |
| KLART | 44 | 2,82 | 0 | |||||||||||||||
| Wahlberechtigte | 2103 | 2066 | 2146 | 2169 | 2184 | 2068 | ||||||||||||
| Wahlbeteiligung | 79,36 % | 83,79 % | 82,71 % | 82,85 % | 84,89 % | 86,07 % | ||||||||||||
Bürgermeisterin ist Renate Habetler (SPÖ). Sie trat Ende 2011 die Nachfolge von Robert Marth (SPÖ) an, der seit 2002 das Amt innehatte. Nachdem sich Marth bei der Bürgermeisterdirektwahl 2007 it 50,64 % gegen Franz Kummer (ÖVP) durchsetzte, wurde vom Gemeinderat Habetler zur Nachfolgerin gewählt. Bei der Wahl 2012 gewann sie im ersten Wahlgang mit 66,20 %. Markus Zettl (ÖVP) kam auf 28,37 % und Karl Kager (FPÖ) auf 5,43 %.
Bei der Bürgermeisterwahl am 1. Oktober 2017 setzte sich Habetler erneut mit 62,10 % durch. Für die ÖVP trat neuerlich Markus Zettl (21,59 %), für die FPÖ Herbert Adelmann an, der 16,31 % erreichte. In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Gerhard Böhm (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt.
Bei den Gemeinderatswahlen 2022 setzte sich Renate Habetler mit 60,86 % der Stimmen gegen den Kandidaten der ÖVP, Gerald Derkits (34,63 %) und dem Kandidaten der Liste Klartext, DI Herbert Adelmann (4,51 %) durch. Gerald Derkits (ÖVP) wurde 1. Vizebürgermeister.

Die Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In Blau über schwarzem Fels ein silberner Hauerbrunnen, begleitet von zwei silbernen Knappen. Es stellt den seinerzeitigen Bergbau dar.“