Kohfidisch

Marktgemeinde
Kohfidisch
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Kohfidisch
Kohfidisch (Österreich)
Kohfidisch (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 31,34 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 16° 21′ OKoordinaten: 47° 10′ 25″ N, 16° 21′ 26″ O
Höhe: 258 m ü. A.
Einwohner: 1.419 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 45 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7512
Vorwahl: 03366
Gemeindekennziffer: 1 09 08
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Obere Hauptstraße 4
7512 Kohfidisch
Website: www.kohfidisch.at
Politik
Bürgermeister: Norbert Sulyok (ÖVPuL)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(19 Mitglieder)
11
8
11 8 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Kohfidisch im Bezirk Oberwart
Lage der Gemeinde Kohfidisch im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenland
Lage der Gemeinde Kohfidisch im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Obere Hauptstraße in Kohfidisch
Obere Hauptstraße in Kohfidisch
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Kohfidisch (ungarisch Gyepűfüzes, kroatisch Gornji Fideš, Romani Fidescha) ist eine Marktgemeinde mit 1419 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde weist auf die Bedeutung der Ortschaft im Rahmen des ungarischen Grenzschutzes Gyepű im Mittelalter hin. Kohfidisch ist eine von acht Naturparkgemeinden im Naturpark Weinidylle.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Südburgenland, jeweils rund zwanzig Kilometer von Oberwart, Güssing und Szombathely (Ungarn) entfernt. Beinahe sechzig Prozent der Fläche sind bewaldet, dreißig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

Nachbargemeinden

Mischendorf Badersdorf
Güttenbach (GS) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Deutsch Schützen-Eisenberg
Tobaj (GS)

Eingemeindungen

1971 wurden die Gemeinden Badersdorf, Harmisch und Kirchfidisch mit Kohfidisch zusammengelegt. 1993 wurde Badersdorf wieder selbstständig.

Geschichte

Archäologische Funde belegen eine menschliche Bau- und Siedlungstätigkeit im unteren Pinkatal vor ca. 7.500 Jahren. Später, zur Zeit des Römischen Reiches war die Gegend Teil der Provinz Pannonia superior. Während der nächsten Jahrhunderte kam es durch Völkerwanderung und Kriegswirren zu einem regelmäßigen Herrschaftswechsel (siehe Geschichte des Burgenlandes), bis die Gegend schließlich um 900 Teil des Großfürstentums Ungarn wurde.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyepűfüzes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Während des Zweiten Weltkriegs war Kohfidisch Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Verbänden der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Am 6. April kam es sogar zu heftigen Nahkämpfen im Kohfidischer Schloss, nachdem es Einheiten der sowjetischen 26. Armee gelungen war, in den Ort einzubrechen. Die deutsche 1. Gebirgs-Division konnte den Angriff zurückschlagen und für einige Tage sogar den Csaterberg wieder in die Verteidigungslinie miteinbeziehen. Nach dem Rückzug der deutschen Einheiten in der Nacht vom 11. auf den 12. April in Richtung Lafnitztal wurde Kohfidisch letztendlich besetzt und Teil des sowjetischen Fronthinterlandes, während an der steirischen Grenze die Kämpfe bis zur deutschen Kapitulation weitergingen.

Marktgemeinde ist Kohfidisch seit 1982 (durch VO 81, 7/1982).

Bevölkerungsentwicklung

Kohfidisch: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.357
1880
  
1.492
1890
  
1.568
1900
  
1.746
1910
  
1.697
1923
  
1.521
1934
  
1.583
1939
  
1.504
1951
  
1.467
1961
  
1.478
1971
  
1.611
1981
  
1.625
1991
  
1.492
2001
  
1.472
2011
  
1.443
2021
  
1.464
2026
  
1.419
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Stark verändert hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die ethnisch-sprachliche Situation des im 16. Jahrhundert von Kroaten neu bestifteten Ortsteils Harmisch (Vardeš). Die Volkszählungen 1900 und 1920 weisen noch eine kroatische Mehrheit von 63,5 % bzw. 62,4 % aus; 1934 wird noch eine relative Mehrheit von 49,3 % verzeichnet. Im Jahr 1951 taucht allerdings letztmals eine kroatische Minderheit in den Statistiken auf (1,5 %). Gemäß den Volkszählungen ab 1961 ist der kroatische Bevölkerungsanteil vollständig bzw. fast gänzlich assimiliert (2001: 0,7 %).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die 1978 dem Heiligen Johannes Nepomuk geweihte Filialkirche Kohfidisch.
Dreifaltigkeitskapelle am Csaterberg

Wirtschaft

Von den 43 landwirtschaftlichen Betrieben waren im Jahr 2010 elf Haupterwerbsbetriebe. Diese bewirtschafteten 84 Prozent der Flächen.

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 43 74 22 21
Produktion 17 16 51 86
Dienstleistung 60 47 171 169

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Durch Kohfidisch führen der Burgenland Weitwanderweg sowie der Ostösterreichische Grenzlandweg.

Politik

Rathaus Kohfidisch

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1989–2007 Willibald Gabriel (SPÖ)
  • 2007 Johann Schuch (SPÖ)
  • seit 2007 Norbert Sulyok (ÖVP)

Wappen

Das Gemeindewappen wurde am 9. Mai 1982 von der Burgenländischen Landesregierung verliehen.

Blasonierung: „In dem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne aus einem Radviertel eine goldene Hirschstange wachsend, hinten aus einem grünen Bergviertel ein blauer Rebstock wachsend.“

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Commons: Kohfidisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 83.
  2. ↑ Entfernungsrechner - Entfernung berechnen und darstellen. Abgerufen am 22. Oktober 2020 (deutsch).
  3. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Kohfidisch, Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  4. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  5. ↑ Sonja Radakovits-Gruber: Pinkaboden-Dörfer feiern heuer 800-Jahre-Jubiläum. In: meinbezirk.at. Bezirksblätter Burgenland, 13. September 2021, abgerufen am 13. September 2022.[1]
  6. ↑ Friedrich Brettner, Die letzten Kämpfe des II. Weltkrieges, Pinka-Lafnitz-Hochwechsel
  7. ↑ Landesgesetzblatt für das Burgenland. 25. Januar 1982, abgerufen am 17. Januar 2020.
  8. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Kohfidisch, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  9. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Kohfidisch, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  10. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Kohfidisch, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  11. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Kohfidisch. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  12. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Kohfidisch. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  13. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Kohfidisch. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  14. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Kohfidisch. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  15. ↑ Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Kohfidisch. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  16. ↑ Sozialdemokratischer Gemeindevertreterverband Burgenland: Rücktritt des Bürgermeisters Willibald Gabriel (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  17. ↑ meinbezirk.at vom 15. Februar 2016: Johann Schuch aus Kohfidisch feierte 60. Geburtstag (abgerufen am 9. Jänner 2018)
  18. ↑ Marktgemeinde Kohfidisch: Wappen (abgerufen am 10. August 2019)