Edgar Valter Saks

Edgar Valter Saks

Edgar Valter Saks (* 12. Januarjul. / 25. Januar 1910greg. in Tartu; † 11. April 1984 in Montreal) war ein estnischer Schriftsteller.

Leben

Edgar V. Saks machte 1928 Abitur am Hugo-Treffner-Gymnasium in Tartu und nahm danach das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Tartu auf, was er 1933 abschloss. Schon während des Studiums hatte er Affinität zum journalistischen Bereich, war aber in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre zunächst in der Wirtschaft tätig. Nach der Sowjetisierung Estlands schloss er sich den Waldbrüdern an, 1944 floh er über Finnland nach Schweden. Dort beteiligte er sich an diversen Exilzeitschriften bzw. deren Gründungen. 1949 emigrierte er nach Kanada, wo er in der holzverarbeitenden Industrie arbeitete.

Saks war seit 1933 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbands, des estnischen und des kanadischen P.E.N. Im Mai 1971 wurde er zum Bildungsminister der estnischen Exilregierung ernannt.

Werk

Edgar V. Saks debütierte 1929 mit dem Roman Heimatlos, mit dem er den dritten Preis beim Romanwettbewerb des Loodus-Verlags gewonnen hatte. Danach schrieb er noch drei weitere Romane, die zurückhaltend aufgenommen wurden. Während in manchen Rezensionen immerhin noch „fesselnde Passagen“ ausfindig gemacht werden konnten, sahen andere Kritiker von Anfang an nicht viel Positives an Saks‘ Werken. Sein letzter, historischer Roman Hannibals Volk fällt in die Phase eines wiedererstarkten Nationalismus in Estland und tut sich, hier Enn Kippel vergleichbar, insbesondere durch die Glorifizierung estnischer Kriegshelden hervor.

Im Exil widmete sich der Autor verstärkt Fragen der estnischen Identität und Geschichte und publizierte eine Reihe von populärwissenschaftlichen Büchern, die jedoch als Pseudowissenschaft bezeichnet worden sind, weil es lediglich um „Erdichtungen eines Nichtwissenschaftlers zur Hebung des nationalen Selbstwertgefühls“ handelt. In wissenschaftlichen Kreisen wurden diese Büchern von Anfang an als laienhaft abgetan.

Bibliografie

Romane

Pseudowissenschaftliches

Literatur zum Autor

Einzelnachweise

  1. ↑ Eesti kirjanike leksikon. Koostanud Oskar Kruus ja Heino Puhvel. Tallinn: Eesti Raamat 2000, S. 500–501.
  2. ↑ E. Raudsepp: Edg. V. Saks: Hannibali rahvas, in: Looming 8/1936, S. 954.
  3. ↑ Siehe den Verriss von Jaan Tamar bei Friedebert Tuglas: Eesti romaan 1932, in: Eesti Kirjandus 2/1933, S. 53–54.
  4. ↑ Cornelius Hasselblatt: Geschichte der estnischen Literatur. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin, New York: Walter de Gruyter 2006, S. 488.
  5. ↑ Jaan Puhvel: Ajaloo keetmise nõiakatel, in: Mana 4/1966, S. 49.
  6. ↑ Julius Mägiste: Asjaarmastuslik eestlaste eelajalugu, in: Tulimuld 2/1961, S. 151–157.
Personendaten
NAME Saks, Edgar Valter
KURZBESCHREIBUNG estnischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 25. Januar 1910
GEBURTSORT Tartu
STERBEDATUM 11. April 1984
STERBEORT Montreal