Eduard Graeffe

Eduard Graeffe (* 27. Dezember 1833 in Zürich; † 23. April 1916 in Laibach) war ein Zoologe und Naturforscher.

Leben

Eduard Graeffe wurde in Zürich geboren, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Sein Vater Karl Heinrich Gräffe war Schüler von Carl Friedrich Gauß und Professor für Mathematik und Mechanik. Angeregt durch seine Mutter und die Schullehrer, fand Graeffe früh Interesse an Untersuchungen der Natur. Er begann im Sommersemester 1853 ein Hochschulstudium der Medizin und Naturwissenschaften an der Universität Zürich. Während seiner Studienzeit lernte er den Hamburger Fabrikanten Heinrich Adolph Meyer kennen, der sich für Meereskunde interessierte. Mit ihm verbrachte Graeffe einen Studienaufenthalt in Nizza, wo er die dortigen Seetiere untersuchte. Die Ergebnisse dieser Studien führten zu seiner Promotion, er wurde am 15. März 1859 zum Doktor ernannt. Im Herbst 1859 folgte er H. A. Meyer nach Hamburg, wo er Meerestiere erforschte und mit dem Kaufmann Cesar Godeffroy in Kontakt kam.

Im Auftrag von Joh. Ces. Godeffroy & Sohn fuhr Graeffe Anfang Oktober des Jahres 1861 an Bord der Bark „Sophie“ von Hamburg ab, um die Natur der Samoainseln zu erforschen. Er erreichte Anfang 1862 zunächst Sydney in Australien. Nach einem Aufenthalt fuhr er mit dem Schiff weiter nach Apia, wo er seine Naturforschungen und Sammlungstätigkeiten begann. Gesammelte Objekte für das neu eröffnete Museum Godeffroy schickte Graeffe per Schiff nach Hamburg. Ausgehend von Apia unternahm der Forscher Reisen zu verschiedenen Südseeinseln, darunter die Mac Keansinsel, die Inselgruppe der Fidschiinseln und die Inseln des Tongaarchipels. Zu diesen Fahrten veröffentlichte er Reiseberichte.

Nach zehn Jahren im pazifischen Raum fuhr Graeffe mit dem Schiff „Wandrahm“ zurück nach Hamburg. Godeffroy plante die Herausgabe eines Journals über die Südsee und bot ihm die Übernahme der Redaktion an. Graeffe willigte ein und wurde Redakteur des Journal des Museum Godeffroy. Er veröffentlichte darin weitere Aufsätze zu den Ergebnissen seines Forschungsaufenthalts auf Samoa und redigierte verschiedene Berichte von anderen Forschern.

Um 1873 geriet Godeffroy mit seinen Unternehmungen zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten und das Journal des Museums kam verstärkt unter Einfluss des Verlegers Ludwig Friederichsen. Das bewog Graeffe seine Tätigkeit in Hamburg aufzugeben und die Stellung des Direktors des Aquariums in Wien anzunehmen. Dort angekommen, traf er bald seinen Freund aus der Studentenzeit Carl Claus wieder, der zusammen mit Franz Eilhard Schulze plante, eine Station für zoologische Forschungen an der Adria aufzubauen. Graeffe beendete seine Tätigkeit für das Wiener Aquarium und wurde zum Inspektor der neuen zoologischen Station in Triest ernannt. Ab 1875 richtete er die Station ein und begann eine Seetiersammlung der Adria zusammenzutragen. Er verfasste Arbeiten über die Fauna des Golfes von Triest.

Eduard Graeffe war verheiratet mit Maria Rosa Pancol (* 1838) und hatte einen Sohn (Eduard, * 1864).

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Matrikeledition. Graeffe Eduard (Heinrich). In: Universität Zürich. Abgerufen am 21. Mai 2014.
  2. ↑ Sophie. In: Mariners and ships in Australian Waters. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juni 2014 (englisch, Schiffsmeldung der Bark Sophie vom 3. Februar 1862 in Sydney; Originaldokument).
  3. ↑ Auszug in Beschreibung der Schiffer- und Samoa-Gruppe. In: Hydrographische Mittheilungen. 1. Jg., 1873 Heft 4, S. 42ff., (Digitalisat) Heft 5, S. 51ff. (Digitalisat) und Heft 6, S. 61ff. (Digitalisat)
Personendaten
NAME Graeffe, Eduard
ALTERNATIVNAMEN Gräffe, Eduard; Graeffe, Eduard Heinrich
KURZBESCHREIBUNG Zoologe und Naturforscher
GEBURTSDATUM 27. Dezember 1833
GEBURTSORT Zürich
STERBEDATUM 23. April 1916
STERBEORT Laibach