Edward Cyfus

Edward Cyfus (2013)

Edward Henryk Cyfus, auch als Wosz Klyjmens bekannt (* 3. Oktober 1949 in Dorotowo, Ermland; † 31. Mai 2025 in Olsztyn), war ein polnischer Sachbuchautor, ermländischer Heimatforscher und Publizist.

Leben und Wirken

Die Kindheit und Jugend verbrachte Edward Cyfus in Barczewo – nach der Heirat lebte die Familie dort in einer Siedlung. Kurz vor der Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 1981 reiste er mit Familie und Eltern von der Volksrepublik Polen nach Gernsheim (Südhessen) aus. Er lebte und arbeitete etwa elf Jahre bei Frankfurt am Main, reiste im Jahr 1992 in die Dritte Polnische Republik und gründete das Tonstudio Audio-Soft in Olsztyn. In den Jahren 1998–2002 trug er wöchentlich im ermländischen Dialekt als Euer Klemens (Wosz Klyjmens) ermländische Geschichten und Plaudereien im örtlichen Radio Olsztyn vor.

Edwar Cyfus debütierte im Jahr 2000 mit dem Buch Nach unserer Mundart. Ermländische Plaudereien (Po naszamu. Gawędy warmińskie) und im Jahr 2003 erschien der erste Teil der autobiografischen Familiensaga … und das Leben läuft weiter (… a życie toczy się dalej) – aufgeschrieben nach Erinnerungen und Tonaufnahmen seiner Mutter, die im Frühjahr 1945 von der NKWD in die Ukraine (damals zur Sowjetunion) verschleppt wurde und erst nach über zwölf Monaten zurückkam. Danach folgten weitere einschlägige Bücher und Zeitungsartikel über die ermländische Mundart und die Geschichte dieser Region.

Seit dem Jahr 2003 war er als Referent, dann Fachmann für kulturelle Angelegenheiten an der Gemeindeverwaltung in Purda angestellt. Auf seine Initiative wurde in Bałdy im Jahr 2006 der „Bischofsweg“ erneuert und im Juli 2010 reiste der Hochmeister und Generalabt des Deutschen Ordens Bruno Platter nach Warmia und weihte Gedenksteine für ehemalige Bischöfe Ermlands ein.

Für sein kulturelles Engagement und andere Verdienste wurde er mehrmals ausgezeichnet. Im Jahr 2002 wurde er zum Meister der polnischen Sprache in der Region (Mistrz Mowy Polskiej) ernannt, im Jahr 2007 erhielt er für Verdienste um die Kultur die Statuette Ermländische Königin „Łyna“ (Statuetka Królewna Warmińska Łyna za zasługi dla kultury) und im Jahr 2010 das Ehrenzeichen für Verdienste um die Woiwodschaft Ermland-Masuren (Odznaka honorowa za zasługi dla Województwa Warmińsko-Mazurskiego).

Grab in der Allee der Verdienten auf dem städtischen Friedhof in Dywity (2025)

Schriften

Auszeichnungen / Ehrungen (Auswahl)

Commons: Edward Cyfus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Edward Cyfus nie żyje. Miał 75 lat. In: TVP 3. 1. Juni 2025, abgerufen am 27. Juni 2025 (polnisch).
  2. ↑ Zmarł Edward Cyfus - Warmiak, gawędziarz, znawca kultury warmińskiej. 1. Juni 2025, abgerufen am 17. Juli 2026 (polnisch).
  3. ↑ Ermländische Kirmes in Balden
  4. ↑ Archivlink (Memento vom 16. Oktober 2011 im Internet Archive)
  5. ↑ Jerzy Pantak: Osobowości Warmii i Mazur roku 2007. In: Olsztyn24. Agencja Reklamowo Informacyjna Olsztyn 24, 19. März 2008, abgerufen am 12. Juli 2025 (polnisch).
  6. ↑ Monitor Polski z dnia 24. września 2015 (Memento vom 29. März 2016 im Internet Archive)
Personendaten
NAME Cyfus, Edward
ALTERNATIVNAMEN Edward Henryk Cyfus (vollständiger Name); Wosz Klyjmens (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG polnischer Sachbuchautor, ermländischer Heimatforscher und Publizist
GEBURTSDATUM 3. Oktober 1949
GEBURTSORT Dorotowo, Warmia, Polen
STERBEDATUM 31. Mai 2025
STERBEORT Olsztyn, Warmia, Polen