Edward Schramm

Edward Schramm (* 16. Dezember 1965 in Coburg) ist ein deutscher Jurist und Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Europäisches und Internationales Strafrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen auch das Ehe- und Familienstrafrecht sowie Law and Literature.

Leben

Schramm promovierte 2003 an der Universität Tübingen bei Theodor Lenckner. Für seine Promotion zum Thema Untreue und Konsens erhielt er 2004 den Promotionspreis der Universität Tübingen. 2009 habilitierte er sich bei Kristian Kühl zum Thema Ehe und Familie im Strafrecht. Er war Vertretungsprofessor oder Lehrstuhlvertreter an den Universitäten von Würzburg, Konstanz, Gießen und Freiburg im Breisgau. 2013 wurde Edward Schramm zum Professor an der Universität in Jena berufen. Hier leitete er ein von der Volkswagenstiftung gefördertes deutsch-georgisches Strafrechtsprojekt (2016–2020).

Schramm hat zu unterschiedlichen Themen publiziert, unter anderem auch zum Verhältnis zwischen Literatur und Jurisprudenz, sowie Bücher, unter anderem auch Einführungen, zum Internationalen Strafrecht.

Im März 2025 erhielt Schramm einen Ehrendoktor der Tifliser Staatsuniversität (Georgien). Diese Annahme und seine weitergehende Zusammenarbeit mit georgischen Juristen, die seit 2024 wegen Menschenrechtsverletzungen bereits von EU-Ländern sanktioniert sind, wurde von zahlreichen georgischen und europäischen Wissenschaftlern kritisiert. In einem offenen Brief wurde Schramm zur Rückgabe der Ehrendoktorwürde aufgefordert.

Schramm erhielt die Ehrendoktorwürde als Auszeichnung für zwei abgeschlossene, von der Volkswagenstiftung geförderte Projekte, vor allem für das gemeinsam mit den georgischen Professoren Tumanishvili (TSU) und Jishkariani (University of Georgia) geleitete deutsch-georgische Strafrechtsprojekt (2016 bis 2021) zur „Europäisierung und Internationalisierung des georgischen Strafrechts“ im Gefolge des EU-Assoziierungsabkommens, sowie für die Förderung von Forschung und Lehre in Georgien (Dgebuadze) auf dem Gebiet des Völkerstrafrechts (2021–2023) als Bestandteil des Projekts „Institutional Change and Social Practice“ der Universitäten Bielefeld und Dortmund. Gegen Tumanishvili, Jishkariani und Dgebuadze wurden auch zu keinem Zeitpunkt der Zusammenarbeit irgendwelche Sanktionen der EU verhängt.

Werke (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Schramm, Edward. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender Online. Auf degruyter.com, abgerufen am 20. September 2019.
  2. ↑ Schramm | Internationales Strafrecht. Abgerufen am 4. August 2025.
  3. ↑ Dario Holz: Autokratie Made in Germany? Georgien verwandelt sich in eine Autokratie. Die Machthaber legitimieren ihre restriktive Politik mit Kontakten zu deutschen Professoren, auch aus Jena. Das mache sie zu Mittätern, so die Kritik. In: Akrützel. 4. August 2025, abgerufen am 4. August 2025.
  4. ↑ Georgia Today: OPEN LETTER: Why are German Law Professors Continuing to Edit a Journal with the Head of the Georgian KGB? In: Georgia Today. 17. Juli 2025, abgerufen am 4. August 2025 (amerikanisches Englisch).
  5. ↑ Menschenrechte auch im georgischen Recht verbindlich. Archiviert vom Original am 5. Januar 2024; abgerufen am 17. August 2025.
  6. ↑ Giorgi Dgebuadze, PhD - Universität Bielefeld. Abgerufen am 17. August 2025 (amerikanisches Englisch).
  7. ↑ Georgien: Rat setzt für Diplomaten und Beamte Befreiung von der Visumpflicht aus. Abgerufen am 21. August 2025.
Personendaten
NAME Schramm, Edward
KURZBESCHREIBUNG deutscher Jurist und Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Europäisches und Internationales Strafrecht
GEBURTSDATUM 16. Dezember 1965
GEBURTSORT Coburg