Das Dorf ist von Waldgebieten umgeben: 0,75 km südwestlich Streitwald, 0,75km südöstlich Winteranger, 0,5km östlich Brunner Wald, 0,25km nordöstlich Heiligenbrunn. Südwestlich des Ortes grenzt das Straßfeld an. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Chausseehaus vorbei zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8 (0,8km westlich).
Geschichte
Der Ort wurde 1303/13 als „Engengesez“ erstmals schriftlich erwähnt, als der Würzburger Bischof Andreas von Gundelfingen den Zehnten des Ortes Gutend von Seckendorff zu Lehen gab. Aus einem wenig später entstandenen Lehenbuch hervor, dass diesen Zehnten Gutend mit seinen Brüdern Arnold und Aberdar und einem gewissen Hörauf teilte. In einem Würzburger Lehnsbuch von 1350 wurde der Ort als „Engensez“ aufgelistet. 1409 verlieh Burggraf JohannIII. ein Stück Wald in „Egensess“ an Heinz Teuerlein. 1421 verlieh Markgraf FriedrichI. einen halben Wald, „Stöckeich“ genannt, und zwei Bauerngüter an Jörg und Heinz Teuerlein. 1451 erhielt Sigmund von Seckendorff zu Brunn von Markgraf JohannI. Güter in „Egengeseß“ zu Lehen. 1491 gehörte Eggensee (vermutlich seit seiner Gründung zum Pfarrsprengel Neustadts gehörig) zur Pfarrei Neustadt. 1493 belehnte der Würzburger Bischof RudolfII.Hans den Jüngeren von Lüchau mit dem Zehnten in „Egenses“. Dieser Teil gehörte daraufhin zum Rittergut Dettendorf. Der seit spätestens 1403 Neustädter Behörden unterstellte burgräflich-markgräfliche Teil gehörte zum Amt Neustadt. Bis 1856 ist die alte Namensform bezeugt. –gesees bedeutet „Sitz“. Da diese Bezeichnung im 18.Jahrhundert nicht mehr geläufig war, kam es zur Umdeutung „Egensee“ (1800 erstmals bezeugt). Namensgebend könnte der Graf Ekbert aus Sachsen gewesen sein, der 810 eine Schenkung an der unteren Bibert an das Kloster Spalt getätigt hatte.
Am 20. Oktober 1831 wurde Eggensee nach Neustadt eingeschult. Den Eggenseern verdankt Neustadt den Erhalt des Turms vom Nürnberger Tor, als sie 1870/1871 gegen den geplanter Abriss des Turms protestierten. Denn eine Stiftung für Uhr und Glocke des Turms sollte den Eggenseern ein Recht auf das von ihren Feldern aus zu hörende Geläut sowie das Läuten bei Beerdigungszügen von Eggensee nach Neustadt zugesichert haben.
Am 30. Juni 1970 wurde die Gemeinde Eggensee aufgelöst: Untersachsen wurde nach Diespeck eingemeindet, Wulkersdorf nach Emskirchen und Eggensee mit dem Chausseehaus nach Neustadt.
Ehemalige Baudenkmäler
Haus Nr. 1: jetzt zweigeschossiges, ursprünglich eingeschossiges Wohnstallhaus, Giebel umorientiert; im Sturz „18 Georg Flory 44“; Fenster verändert, neu verputzt
Haus Nr. 8: zweigeschossiges Walmdachhaus mit eingeschossigem Stallteil (ursprünglich eingeschossiges Wohnstallhaus); 18./19. Jh. Erdgeschoss massiv mit Ecklisenen, Gurtband; Obergeschoss konstruktives Fachwerk, profiliertes Holztraufgesims; zugehörige Scheuer mit Krüppelwalmdach, zwei Tore, über der kleinen Tür im Putzfeld „1806“; Giebel verbrettert; Türe aufgedoppelt, Angelbeschläge alt
Max Döllner:Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. 2., unveränderte Auflage. Ph.C.W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1978, ISBN 3-87707-013-2, S.113,158–161und570 (Erstausgabe: 1950).
↑J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd.1, Sp.695.
↑M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S.160 (dort abgeleitet von sezze/seß als Sitz und dem Vornamen Eggi, verwandt mit Eggihard, Eggibert und Ekbert).