Ehrenbach liegt südwestlich von Idstein in einer als Langer Grund bezeichneten Talmulde des Ehrenbachs, die durch die Zuflüsse des Malbach und des Geisenbach begrenzt wird. Der Limes bildet die Südgrenze der Gemarkung, die im Südwesten bis vor das Kastell Zugmantel an der Bundesstraße 417 reicht. Höchste Erhebung ist der 472 Meter hohe bewaldete Scheid im Nordwesten der Gemarkung.
Durch Ehrenbach führt die Kreisstraße K 707 als Zugmantelstraße von der B 417 im Südwesten zur Anschlussstelle Idstein der Bundesautobahn 3 im Nordosten.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahr 1371 unter dem Namen Ernbach belegt. 1463 bestand Ehrenbach aus den Dörfern Niederehrenbach und Oberehrenbach, damals als die zwey Ermbach bezeichnet. Aus einem Weistum des Auroffer Grundes von 1475 geht hervor, dass die Grafschaft Nassau-Idstein oberster Herr in beiden Ehrenbach sei. Im Dreißigjährigen Krieg wurden beide Ehrenbach nahezu vollständig zerstört und danach an der heutigen Stelle wieder aufgebaut.
Das Ehrenbacher Wahrzeichen wurde 1780 ursprünglich als Hirtenhaus auf einer felsigen Anhöhe gebaut. Das als Türmchen bekannte Haus wurde 1982 renoviert und in eine evangelische Kapelle umfunktioniert. 1890 erfolgte der Bau der ortseigenen Schule, da die Kinder bis dahin im Nachbarort Oberauroff zur Schule gehen mussten. Neben dem in der Ortsmitte gelegenen Backhaus mit Brunnen befand sich bis zum Ersten Weltkrieg auch eine der weit verbreiteten Dorflinden.
Vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war die Stadt Idstein Standort einer bedeutenden Lederindustrie. Aufgrund eines verheerenden Hochwassers 1956 kam diese nach und nach jedoch zum Erliegen. Eine der Idsteiner Lederfabriken war auch in Ehrenbach ansässig und ist die letzte, in der noch bis heute Leder verarbeitet wird.
Im Juni 2002 fand der 42. Hessentag in Idstein statt, in dessen Zuge zahlreiche Fachwerkgebäude in Ehrenbach saniert wurden und seitdem insbesondere in der Zugmantelstraße ein malerisches Ensemble bilden.
1609: 10 Haushalte in Niederehrenbach und 12 weitere in Oberehrenbach
Ehrenbach: Einwohnerzahlen von 1821 bis 2020
Jahr
Einwohner
1821
117
1834
142
1840
145
1846
133
1852
136
1858
143
1864
142
1871
136
1875
130
1885
129
1895
129
1905
122
1910
133
1925
125
1939
125
1946
209
1950
180
1956
160
1961
166
1967
186
1970
225
1980
?
1990
?
2000
?
2011
291
2014
306
2020
316
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: ; Stadt Idstein:; Zensus 2011
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ehrenbach 291 Einwohner. Darunter waren 24 (8,2%) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 135 zwischen 18 und 49, 57 zwischen 50 und 54 und 54 Einwohner waren älter.
Die Einwohner lebten in 132 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 93 Haushaltungen lebten keine Senioren.
↑Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21.Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr.28, S.1117, Punkt 988; Abs. 17. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 5,0MB]).
↑Hauptsatzung.(PDF;36;kB)§;5.In:Webauftritt.Stadt Idstein,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am29.Oktober 2020;abgerufen im Februar 2019.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, OCLC894925483, S.43ff. (Google Buch).