Eichenring

Eichenring


Eichenring (Niedersachsen)
Eichenring (Niedersachsen)
DeutschlandDeutschland Scheeßel, Niedersachsen, Deutschland
53° 9′ 34″ N, 9° 31′ 21″ OKoordinaten: 53° 9′ 34″ N, 9° 31′ 21″ O
Streckenart: permanentes Sandbahn-Oval
Eigentümer: MotorSportClub Eichenring e.V. im ADAC
Betreiber: MotorSportClub Eichenring e.V. im ADAC
Eröffnung: 1964
Zeitzone: MEZ
Streckenlayout
Streckendaten
Wichtige
Veranstaltungen:
Langbahn-Speedway-Weltmeisterschaft
Streckenlänge: 1,3 km (0,81 mi)
Kurven: 2
Zuschauerkapazität: 25.000
www.msc-eichenring.de

Der Eichenring ist eine im Osten von Scheeßel gelegene Sandrennbahn. Die rund drei Kilometer vom Ortskern entfernte Bahn ist aktuell einer von drei deutschen Austragungsorten der Langbahn-Weltmeisterschaft im Speedway-Sport. Daneben erlangte sie seit Ende der 1990er Jahre überregionale Bedeutung als Veranstaltungsort des Hurricane-Musik-Festivals.

Geschichte

Eichenring bei Scheeßel

Der Eichenring wurde zuerst im Jahre 1951 auf einer ehemaligen Pferderennbahn in Appel bei Helvesiek (rund zehn Kilometer nördlich von Scheeßel) fertiggestellt und hatte eine Länge von 850 Metern. Betrieben wurde die Rennbahn vom Motor-Sport-Club Scheeßel, der sich noch im gleichen Jahr zum Motor-Sport-Club Eichenring (kurz: MSC Eichenring) umbenannte. Lage: 53° 14′ 20″ N, 9° 31′ 7″ O

Im Jahre 1963 konnte die Bahn in Appel nicht mehr die Anforderungen des internationalen Verbandes erfüllen. Aus diesem Grunde wurde auf einem großen Stück Ackerland in der Nähe von Scheeßel der heutige Eichenring mit einer Länge von zunächst 1000 Metern errichtet und schon im nächsten Jahr mit dem Endlauf zur Europameisterschaft 1964 eingeweiht.

In den folgenden Jahren wurde das Stadion zu einem der modernsten in ganz Europa ausgebaut. Auf dieser finden Speedway-Läufe zur Deutschen Meisterschaft, Europa-Meisterschaft und zur Langbahn-Weltmeisterschaft statt. Der Eichenring war Austragungsort der Lang-Bahn-WM-Finalläufe 1974, 1980, 1988 und 1995. In den Saisons 1998 und 2002 war die Strecke bereits Bestandteil des Kalenders der Langbahn-WM. Seit 2022 ist sie fester Bestandteil des Kalenders der Langbahn-WM. 2025 wird parallel die Flattrack-WM in Scheeßel ausgetragen.

Freiluftkonzerte

Die Green Stage auf dem Hurricane 2005

Am 8. und 9. September 1973 fand unter dem Titel Es rockt in der Heide zum ersten Mal ein großes Freiluftkonzert statt. Veranstalter war der frühere Hannoveraner Kriminalbeamte Werner Kuhls. Dieselben Veranstalter hatten am 14. Juli 1973 in Hannover die „Golden Summernight“ ausgerichtet, die wegen teilweise chaotischer Organisation viele Besucher verärgert hatte. Um Beschwerden über zu hohe Eintrittspreise vorzubeugen, staffelten sie die Preise für Scheeßel: Die Karte kostete im Vorverkauf 22 DM, an der Abendkasse 25 DM und bei Kauf bis zum 15. August 18 DM. Laut Anzeige sollten rund 1000 Ordner mit Hunden, Wachpersonal, Sanitäter und Ärzte eingesetzt werden. Es traten unter anderem Chicago, Argent, Soft Machine, Colin Blunstone, Manfred Mann’s Earth Band, Lou Reed und Wishbone Ash auf. Zum Abschluss standen Jerry Lee Lewis und Chuck Berry gemeinsam auf der Bühne. Die angekündigten Hauptacts Richie Havens, Buddy Miles und Ten Years After sagten ab, für Havens sprang Jerry Lee Lewis ein. Die Zeitschrift Sounds sprach von etwa 50.000 Besuchern und berichtete zugleich von stundenlangen Umbaupausen, völlig überlasteten sanitären Anlagen und 504 medizinisch versorgten Besuchern. Die Kriminalpolizei nahm zwölf Dealer fest, und ein Wachmann gab zwei Warnschüsse ab, als Besucher ohne Eintrittskarten durch den Presseeingang drängten. Eine geplante Wiederholung des Erfolgs im Jahr 1977 unter dem Titel First Rider Open Air entwickelte sich zum Desaster als der Konzertveranstalter die Bands nicht bezahlen konnte, so dass viele der 21 im Vorfeld angekündigten Gruppen erst gar nicht nach Scheeßel anreisten. Es traten lediglich Camel, Colosseum II, Golden Earring, Van der Graaf Generator sowie Long Tall Ernie & The Shakers auf. Dies führte bei vielen der angereisten Musikfans zu einer solchen Verärgerung, dass es zu Ausschreitungen mit Verletzten kam, die Bühne samt PA-Anlage in Brand gesteckt wurde und vollständig niederbrannte.

Im Jahre 1992 musste ein weiteres Rockkonzert, das Internationale Biker- und Rockfestival abgesagt werden, nachdem sich herausstellte, dass dessen Veranstalter in betrügerischer Absicht handelten.

Im Jahre 1997 wurde auf dem Eichenring mit dem Hurricane-Festival erneut ein großes Freiluft-Musikfestivals etabliert, welches seitdem jährlich von immer mehr Musikbegeisterten besucht wird. Der Besucherrekord liegt für dieses Festival bei 60.000 Zuschauern (2005)

Mit dem Lovefield-Festival wurde 2004 ein weiteres Festival auf dem Eichenring veranstaltet, das aus dem nahen Elsdorf nach Scheeßel umgezogen war. Allerdings blieb dieses Festival nur ein einmaliges Gastspiel, da es schon im nächsten Jahr nach Hamburg weiter verlegt wurde.

Einzelnachweise

  1. ↑ Rudi Hagen: Scheeßel: GP und sonst nichts – richtig oder falsch? In: speedweek.com. 23. August 2022, abgerufen am 22. August 2025.
  2. ↑ An Kruse Hansen führt in Scheeßel kein Weg vorbei. In: dmsb.de. DMSB, 23. August 2023, abgerufen am 22. August 2025.
  3. ↑ Flat-Track-WM-Premiere auf dem Eichenring – „ein ganz neues Rennerlebnis“. In: kreiszeitung.de. 25. Juni 2025, abgerufen am 22. August 2025.
  4. ↑ Rock-Festival Scheessel 1973. In: germanrock.de. Abgerufen am 5. Oktober 2026.
  5. ↑ Ein Festival der Superlative. In: Sounds. Nr. 9, September 1973, S. 7 (Rubrik „Dies und Das“).
  6. ↑ Rock-Festival Scheessel. In: Sounds. Nr. 9, September 1973, S. 5 (Anzeige).
  7. ↑ Jörg Gülden, Jürgen Legath: K(l)ein Woodstock in der Heide. In: Sounds. Nr. 11, November 1973, S. 24–27, 46.
  8. ↑ First Rider Open Air Festival 1977 Setlists. In: setlist.fm. Abgerufen am 7. September 2022 (englisch).