Parenthese

Parenthese (altgriechisch παρένθεσις parénthesis, deutsch ‚Einschub‘) ist in der Grammatik die Bezeichnung für einen Teil einer Äußerung, der innerhalb eines (anderen) Satzes vorkommt, aber nicht in seine syntaktische Struktur integriert ist. Ebenso bezeichnet der Begriff auch ein rhetorisches Stilmittel, wobei ein Gesamtsatz durch einen Einschub unterbrochen wird.

Parenthesen können einzelne Wörter sein oder ihrerseits auch vollständige Sätze. Eine Parenthese, die ein ganzer Satz ist, wird in der deutschen Grammatik auch als Schaltsatz bezeichnet.

Kennzeichnung

Parenthesen müssen in der Schreibung durch Satzzeichen markiert werden. Der Einschub wird meist von Gedankenstrichen umschlossen in den Satz eingefügt oder durch Klammern oder Kommata vom restlichen Satz getrennt – deshalb werden oftmals auch die entsprechenden Zeichen selbst als Parenthese bezeichnet.

Die Satzteile, die eine Parenthese einschließen, werden als Matrixsatz bezeichnet. Ist die Intention der Parenthese von der des Matrixsatzes abweichend, ist beispielsweise die Parenthese eine Frage und der Matrixsatz ein Ausruf, dann wird vor dem abschließenden Komma oder Gedankenstrich zusätzlich das die Intention ausdrückende Satzschlusszeichen gesetzt.

Beispiele

Die Parenthesen sind kursiv gesetzt:

Literatur

Wiktionary: Parenthese – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Schaltsatz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Dudengrammatik 2009, S. 1025.
  2. 1 2 Peter Gallmann: Interpunktion. In: Hartmut Günther, Otto Ludwig (Hrsg.): Schrift und Schriftlichkeit: ein interdisziplinäres Handbuch internationaler Forschung. Halbband 2 (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 10.2). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1996, ISBN 3-11-014744-0, S. 1456–1466, hier S. 1458.
  3. ↑ Die fromme Helene. Abgerufen am 4. Oktober 2021.
  4. ↑ Wortlaut auf der Website der Bundesregierung, abgerufen am 20. Juni 2015.