Eisenschmitt

Wappen Deutschlandkarte
Eisenschmitt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Eisenschmitt hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 3′ N, 6° 43′ OKoordinaten: 50° 3′ N, 6° 43′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Wittlich-Land
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 10,81 km²
Einwohner: 338 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54533
Vorwahl: 06567
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 026
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Website: www.eisenschmitt.de
Ortsbürgermeister: Ulrich Simon
Lage der Ortsgemeinde Eisenschmitt im Landkreis Bernkastel-Wittlich
KarteEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellLandkreis VulkaneifelTrierLandkreis Trier-SaarburgRhein-Hunsrück-KreisBernkastel-KuesBraunebergBurgen (bei Bernkastel-Kues)ErdenGornhausenGraach an der MoselHochscheidKestenKleinichKommenLieser (Gemeinde)LösnichLongkampMaring-NoviandMinheimMonzelfeldMülheim an der MoselNeumagen-DhronPiesportÜrzigVeldenzWintrichZeltingen-RachtigBausendorfBengel (Mosel)Diefenbach (bei Wittlich)FlußbachHontheimKinderbeuernKinheimKrövReilWillwerscheidBettenfeldDierfeldEckfeldEisenschmittGipperathGreimerath (Eifel)GroßlittgenHasborn (Eifel)Karl (Eifel)LaufeldManderscheidMeerfeldMusweilerNiederöfflingenNiederscheidweilerOberöfflingenOberscheidweilerPantenburgSchladtSchwarzenborn (Eifel)WallscheidBerglichtBreitBüdlichBurtscheid (Hunsrück)DeuselbachDhroneckenEtgertGielertGräfendhronHeidenburgHilscheidHorathImmertLückenburgMalbornMerschbachNeunkirchen (Hunsrück)RorodtSchönberg (bei Thalfang)TallingThalfangBurg (Mosel)EnkirchIrmenachLötzbeurenStarkenburg (Mosel)Traben-TrarbachAltrichArenrathBergweilerBinsfeld (Eifel)Bruch (Eifel)DierscheidDodenburgDreisEsch (bei Wittlich)Gladbach (Eifel)HeckenmünsterHeidweilerHetzerath (Eifel)HupperathKlausen (Eifel)LandscheidMinderlittgenNiersbachOsann-MonzelPlatten (bei Wittlich)PleinRivenichSalmtalSehlem (Eifel)MorbachWittlich
Karte
Jagdschloss Eisenschmitt
Blick auf Eisenschmitt (2025)

Eisenschmitt an der Salm ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an. Eisenschmitt ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Gemeindegliederung

Zu Eisenschmitt gehört neben den Wohnplätzen Burghof, Forsthaus Himmerod und Haus Bergfeld der salmabwärts gelegene Ortsteil Eichelhütte; noch weiter unterhalb liegt die zu Großlittgen gehörige Abtei Himmerod.

Geschichte

Eisenschmitt wird im Jahre 1372 als „Yssensmyt uff der Salmen“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Ergiebigkeit der Eisenerzvorkommen, die Gewinnung von Holzkohle in den umgebenden Wäldern zum Betrieb der Öfen und die Möglichkeit der Verhüttung durch die Wasserkraft der Salm waren groß genug, um langfristig Eisenhütten zu betreiben. Dies wiederum bedingte die Ansiedlung von Hüttenarbeitern und damit die Gründung und Vergrößerung eines Dorfes.

Ab 1794 stand Eisenschmitt unter französischer Herrschaft, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Im Jahre 1835 hatte Eisenschmitt annähernd 1.350 Einwohner, die größte Anzahl seiner Geschichte. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kam das Ende der Eisenindustrie im Salmtal, bedingt durch neue Produktionsverfahren und produktivere sowie größere Werke in den Industriegebieten an Niederrhein und Ruhr, die zudem mit der preisgünstigeren Steinkohle statt mit Holzkohle arbeiten konnten.

Seit 1946 ist Eisenschmitt Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Mit der August Schär KG besitzt Eisenschmitt die letzte produzierende Kokos-Weberei Deutschlands.

Der Name Eisenschmitt

Der Name „Eisenschmitt“ kommt von der heute aufgegebenen eisenverarbeitenden Industrie, die ihre Ursprünge im 14. Jahrhundert hat. In lateinischen Quellen erscheint der Ort verschiedentlich als „Ferrifodina“ und in französischen als „La Schmitt“. Die dialektale Bezeichnung ist bis heute „de Schmitt“, die Einwohner selbst nennen sich „Schmettner“.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Eisenschmitt besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die vorangegangene Wahl im Jahr 2019 fand als personalisierte Verhältniswahl statt, da zwei Wahlvorschlagslisten eingereicht wurden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlWGS bWGK cGesamt
2024per Mehrheitswahl a8 Sitze
2019538 Sitze
2014per Mehrheitswahl8 Sitze
a 
Wählergruppe Simon
b 
WGS: Wählergruppe Steilen
c 
WGK: Wählergruppe Kaivers

Bürgermeister

Ulrich Simon wurde am 26. August 2024 Ortsbürgermeister von Eisenschmitt. Da für die Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Ulrich Simon entschied.

Der Vorgänger Rainer Steilen hatte das Amt 2019 von Georg Fritzsche übernommen, der es zuvor 30 Jahre ausgeübt hatte. Steilen trat bei der Wahl 2024 nicht erneut an.

Wappen

Wappen von Eisenschmitt
Wappen von Eisenschmitt
Blasonierung: „Gespalten von Gold durch eine eingebogene rote Spitze, darin ein silbernes Gemerke der verschlungenen Buchstaben I und S, vorne ein roter Zickzackbalken, hinten schräggekreuzt ein schwarzer Hammer und eine schwarze Zange.“
Wappenbegründung: Das Gemerke mit den verschlungenen Buchstaben „I“ und „S“ steht für Isen-Schmitt, die alte Eisenschmitter Hüttenmarke aus dem 16. Jahrhundert. Die Farben Rot und Silber sind die Malberger Farben, zu deren Herrschaft Eisenschmitt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte. Der Sparrenbalken im ersten Feld entstammt dem Wappen der Edlen Herren von Manderscheid („In Gold ein roter Zickzackbalken (Sparrenbalken)“) und deutet auf die Zugehörigkeit zu der ehemaligen Grafschaft Manderscheid hin. Im zweiten Feld stehen Hammer und Zange. Sie sind Symbole für die jahrhundertelang bestehende Eisenindustrie, von der der Ort auch seinen Namen erhielt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Ort Eisenschmitt diente der Schriftstellerin Clara Viebig (1860–1952) als Vorlage für ihren Roman Das Weiberdorf, der das Leben in dem kleinen Ort „Eifelschmitt“ beschreibt. Hintergrund des Romans ist eine Besonderheit der Dorfgemeinschaft: Aufgrund des zur Neige gehenden Rohstoffes Eisenerz in der Umgebung von Eisenschmitt wurden die arbeitsfähigen Männer gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Gastarbeitern im Ruhrgebiet. Sie verdienten den Unterhalt für sich und ihre Familien in den aufstrebenden Stahlwerken. Zurück blieben die Frauen, die während der langen Abwesenheit ihrer Männer alle Arbeiten in Haus und Feld alleine erledigen mussten – daher der Name des Romans Das Weiberdorf. Die Beschreibung dieser Zustände wurde von vielen Zeitgenossen als skandalös empfunden, nahmen doch die Frauen eine Rolle ein, die damals nicht allgemein üblich war.
Szenen aus dem Roman sind auf dem Dorfbrunnen vor der Kirche dargestellt. Seit Juni 2005 erinnert das Clara-Viebig-Zentrum in Eisenschmitt an die Schriftstellerin. Untergebracht ist das Zentrum im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der jüdischen Familie von Simon Samuel, der 1902 das Wohnhaus samt dem bereits etablierten Gemischtwarengeschäft von dem jüdischen Kaufmann Emanuel Müller erwarb. Die Familie bewohnte das Haus bis zur Pogromnacht 1938, bei der alle Räumlichkeiten verwüstet und das Geschäftsinventar zerstört wurden. Simon Samuel wurde gezwungen, das Haus zu verkaufen; bereits am 14. Februar 1939 zog er mit seiner Frau Malchen Schlachter nach Berlin-Pankow zu einer Tochter, wo er zwei Jahre später starb.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Eisenschmitt

Mobilfunkanbindung

Eisenschmitt war eine der wenigen Gemeinden in Deutschland, die im Jahr 2015 noch keine Mobilfunkanbindung besaßen, da die Telekommunikationsfirmen eine Anbindung der wenigen potenziellen Kunden als unrentabel ansahen. In Folge zahlreicher Medienberichte wurde der Ausbau in Angriff genommen und kurz vor der Bundestagswahl 2017 sei das letzte Funkloch von der Telekom mit einer Antenne geschlossen worden.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Eisenschmitt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 90 (PDF; 1,9 MB).
  4. ↑ Freiherr von Leopold Zedlitz-Neukirch: Der preussische Staat in allen seinen Beziehungen. Band 3. Verlag A. Hirschwald, Berlin 1837. Kapitel Kreis Wittlich – Merkwürdige Dörfer.
  5. ↑ SWR Landesschau Rheinland-Pfalz: Der rote Teppich, auf dem die Weltstars zuhause sind, stammt aus der Eifel auf YouTube, 9. September 2020, abgerufen am 24. November 2025 (Laufzeit: 29:49).
  6. ↑ Rainer Steilen (Wahlleiter): Bekanntmachung des Ergebnisses der Wahl zum Gemeinderat Eisenschmitt am 9. Juni 2024. In: Mein Wittlich.Land, Ausgabe 25/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 21. Juni 2024, abgerufen am 15. Juni 2026.
  7. 1 2 Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Eisenschmitt. (Memento vom 23. Oktober 2019 im Internet Archive)
  8. ↑ Eisenschmitt, Gemeinderatswahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Eisenschmitt. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. Juni 2026.
  9. 1 2 3 Konstituierende Sitzung des Gemeinderates Eisenschmitt. In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Verbandsgemeinde Wittlich-Land, 26. August 2024, abgerufen am 15. Juni 2026.
  10. ↑ Eisenschmitt, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Eisenschmitt. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. Juni 2026.
  11. ↑ Niederschrift Gemeinderat Eisenschmitt: Rainer Steilen folgt Georg Fritzsche. In: Mein Wittlich.land, Ausgabe 29/2019. Linus Wittich Medien GmbH, abgerufen am 16. Januar 2021.
  12. ↑ Stefan Roos: Jüdische Familien in Eisenschmitt. In: Erich Gerten: Eisenschmitt – von der mittelalterlichen Eisenhütte zum Eifeler Wohn- und Erholungsort. Knopp, Wiitlich 2006, S. 323–326, hier: S. 325 f.; Jochen Zenthöfer: Haus mit Vergangenheit. Jüdische Allgemeine, 18. Januar 2018, abgerufen am 6. Juni 2018.
  13. ↑ Birgit Reichert: Eifeldorf Eisenschmitt: So lebt es sich im Funkloch. In: Spiegel Online. 4. Dezember 2015, abgerufen am 17. Juli 2018.
  14. ↑ Zu Besuch in Eisenschmitt: Zwei Kilometer fahren für eine SMS. In: Focus Online. 7. Dezember 2015, abgerufen am 17. Juli 2018.
  15. ↑ Kein Handyempfang: Das Mobilfunknetz der Verbandsgemeinde Wittlich-Land lässt zu wünschen übrig. In: Volksfreund.de. 3. Mai 2015, abgerufen am 17. Juli 2018.
  16. ↑ Juliane Görsch, dpa: Das Leben als "weißer Fleck" im Breitbandatlas. In: heise online. 13. Juli 2018, abgerufen am 17. Juli 2018.