Eisschlamm (englisch grease ice) ist eine Form von Neueis und ein frühes Stadium der Eisbildung auf Gewässern. Er entsteht aus feinen, im Wasser schwebenden Eisnadeln oder Eisplättchen (Frazil-Eis), die sich zusammenfügen und an der Wasseroberfläche eine dünne, suppenartige Schicht bilden. Diese reflektiert nur wenig Licht und verleiht der Wasseroberfläche ein mattes Aussehen.
Bei turbulenten Bedingungen können sich zunächst Frazil-Eiskristalle innerhalb der Wassersäule bilden. Reicht die Turbulenz nicht mehr aus, die Kristalle in Schwebe zu halten, sammeln sie sich an der Oberfläche und bilden eine Mischung aus Eis und Wasser mit zunächst geringem Feststoffanteil. Feldmessungen in Fjorden auf Spitzbergen ergaben meist etwa 10 cm mächtige Eisschlammschichten, örtlich wurden Mächtigkeiten bis zu 70 cm gemessen.
Bei weiterer Abkühlung kann sich Eisschlamm zu einer zusammenhängenden Eisdecke verfestigen. Unter dem Einfluss von Seegang kann aus ihm Pfannkucheneis entstehen. Vom Schneeschlamm unterscheidet sich Eisschlamm durch seine Entstehung: Schneeschlamm besteht aus mit Wasser durchtränktem Schnee, während Eisschlamm aus im Wasser gebildeten Eiskristallen hervorgeht.