Eisschlamm

Eisschlamm (englisch grease ice) ist eine Form von Neueis und ein frühes Stadium der Eisbildung auf Gewässern. Er entsteht aus feinen, im Wasser schwebenden Eisnadeln oder Eisplättchen (Frazil-Eis), die sich zusammenfügen und an der Wasseroberfläche eine dünne, suppenartige Schicht bilden. Diese reflektiert nur wenig Licht und verleiht der Wasseroberfläche ein mattes Aussehen.

Entstehung und Eigenschaften

Bei turbulenten Bedingungen können sich zunächst Frazil-Eiskristalle innerhalb der Wassersäule bilden. Reicht die Turbulenz nicht mehr aus, die Kristalle in Schwebe zu halten, sammeln sie sich an der Oberfläche und bilden eine Mischung aus Eis und Wasser mit zunächst geringem Feststoffanteil. Feldmessungen in Fjorden auf Spitzbergen ergaben meist etwa 10 cm mächtige Eisschlammschichten, örtlich wurden Mächtigkeiten bis zu 70 cm gemessen.

Bei weiterer Abkühlung kann sich Eisschlamm zu einer zusammenhängenden Eisdecke verfestigen. Unter dem Einfluss von Seegang kann aus ihm Pfannkucheneis entstehen. Vom Schneeschlamm unterscheidet sich Eisschlamm durch seine Entstehung: Schneeschlamm besteht aus mit Wasser durchtränktem Schnee, während Eisschlamm aus im Wasser gebildeten Eiskristallen hervorgeht.

Belege

  1. 1 2 3 Sea ice Nomenclature. In: Baltic Sea Ice Services. Abgerufen am 29. August 2026.
  2. ↑ Sönke Maus, Sara De La Rosa: Salinity and solid fraction of frazil and grease ice. In: Journal of Glaciology. Band 58, Nr. 209, 2012, S. 594–612, doi:10.3189/2012JoG11J110.
  3. ↑ Lars H. Smedsrud, Ragnheid Skogseth: Field measurements of Arctic grease ice properties and processes. In: Cold Regions Science and Technology. Band 44, Nr. 3, 2006, S. 171–183, doi:10.1016/j.coldregions.2005.11.002.