| E-Bass | |
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| englisch: bass guitar, italienisch: Basso elettrico, französisch: Guitare basse | |
| E-Bass mit vier Saiten | |
| Klassifikation | Chordophon (Elektrophon) Zupfinstrument |
| Verwandte Instrumente | E-Gitarre, Kontrabass, Akustische Bassgitarre |
| Musiker | |
| Liste von E-Bassisten | |
Der elektrische Bass oder kurz E-Bass (englisch bass guitar) ist eine auf elektrische Verstärkung angewiesene Bassgitarre.
Als Bassinstrument legt er in einer Band mit tiefen Frequenzen das harmonische Fundament. Basslinien sind typisch für viele Musikrichtungen, etwa Funk, Reggae, Jazz, Rock und Pop, vor allem im Funk und Reggae kommt er mit ausgefallenen Basslinien zum Vorschein.

Ein E-Bass hat normalerweise vier Saiten, in besonderen Versionen auch mehr, die normalerweise durchgehend in Quarten gestimmt sind. Die Standard-Stimmung eines viersaitigen E-Basses (,E–,A–D–G) entspricht der Stimmung des Kontrabasses und ist eine Oktave tiefer als die vier tiefsten Saiten der Gitarre. Wie Gitarre und Kontrabass ist der E-Bass ein transponierendes Instrument; die Noten werden eine Oktave höher notiert, als der Bass klingt.
Neben den viersaitigen E-Bässen gibt es auch fünfsaitige E-Bässe mit ‚‚H als tiefster Saite.
Die Tonhöhenveränderung geschieht durch Abgreifen der Saiten auf dem Griffbrett. Auf diesem sind meist 20 bis 24 Bundstäbchen in gleichstufigen Halbtonschritten eingelassen, so dass der Tonumfang eines viersaitigen E-Basses in Standardstimmung vom Kontra-E bis (bei 24 Bünden) zum eingestrichenen g (klingend) reicht. Dies entspricht einem Grundtonfrequenzbereich von 41,2 bis 392 Hz.
Im Gegensatz zu akustischen Instrumenten dient der Korpus eines E-Basses nicht als Resonanzkörper, er besteht meistens aus einem massiven Stück Holz (englisch: Solidbody).
Der Hals des E-Basses ist bei den meisten Instrumenten in eine taschenförmige Fräsung im Korpus eingesetzt und aufgeschraubt oder seltener angeleimt. Bei einer anderen Konstruktionsweise wird der Bass mit durchgehendem Hals gebaut (englisch neck-thru), an den die beiden Korpusflügel seitlich angeleimt werden. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass kein Übergang zwischen Hals und Korpus die Saitenschwingungen dämpft und so eine längere Ausklingzeit der Saiten (englisch sustain) erreicht werden kann.
Eine spezielle Art des E-Basses ist der in den 1960er-Jahren entwickelte bundlose (engl.: fretless) Bass, mit dem sich singende Klänge erzielen lassen.
Für besondere klangliche Anforderungen werden manchmal doppelchörige Instrumente (nach dem Prinzip der zwölfsaitigen Gitarre) eingesetzt, bei denen zur Grundsaite noch eine zusätzliche Oktavsaite verwendet wird.

Eine weitere Bauart ist ein Bass mit mehreren Hälsen (engl. multi-neck guitar / bass) Die häufigste Kombination in diesem Bereich, ist sechssaitige Gitarre und viersaitiger Bass, manchmal auch ein bundierter und ein nicht bundierter Hals, oder jegliche andere Kombination aus Hals- und Tonabnehmer-Arten, sind vertreten. Chris Squire, Bassist der englischen Gruppe Yes, spielte einen dreihalsigen Bass der Marke Wal: der mittlere Hals ist ein Standard-Viersaiter mit Bünden, der untere Hals ist bundlos, und der obere Hals sollte ursprünglich wie eine Telecaster sein, aber Squire bespannte ihn mit drei Oktavpaaren (siehe weiter oben: Mehrchörige Bässe).
Um bei den viersaitigen E-Bässen etwas mehr Spielraum im tiefen Frequenzbereich zu haben, wurde der D-Tuner für den E-Bass entwickelt. Diese Vorrichtung an der Stimmmechanik erlaubt es, durch Umlegen eines Hebels die Saite um einen ganzen Ton herunterzustimmen.
Der Bedarf nach stabileren Hälsen führte in den 1970er- und 80er-Jahren zur Verwendung von Materialien wie Acrylglas (Ampeg Dan Armstrong-Modell), Aluminium (Travis Bean, Kramer) und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (Modulus, zeitweise auch in Zusammenarbeit mit Alembic, Steinberger, Status, Clover, Ritter, die inzwischen davon abgekommen sind, Miller Guitars & Basses, Schack, Moses, Vigier, SKC Bogart, Zon und andere), die zunächst große Mode waren, sich auf Dauer allerdings nicht im Massenmarkt durchsetzen konnten, da die damaligen Bässe mit Graphithals zu steril klangen (was sich bis heute teilweise geändert hat). Der Klang ist sehr brillant und klingt lange nach (Sustain). Außerdem ist ein Gitarrenhals aus Graphit unanfällig gegen Temperatur- oder Feuchtigkeitsänderungen. Die Stabilität ist so groß, dass auf einen Halsspannstab verzichtet werden kann, was viele Hersteller von Graphit-Bässen auch tun. Stärker verbreitet als Voll-Graphit-Hälse ist die Verwendung von Graphitstäben oder -rohren im Holzhals zu dessen Stabilisierung, was zum Ziel hat, die Stabilität von Graphit mit der klanglichen Wärme und Natürlichkeit von Holz zu paaren. Im Jahr 1979 erschien mit dem Steinberger L der erste E-Bass, der vollständig aus einem Laminat aus Kohlenstofffaser und Kunstharz (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, KFK, Carbon) gefertigt war. Als State-of-the-art gilt heutzutage ein stabilisierter mehrteiliger Hals unter Verwendung von harten bis sehr harten Hölzern wie zum Beispiel Mahagoni, Ahornholz, Amarant (Purpleheart), Wenge, Bubinga, Amazaque, Ovangkol, Palisander, Ebenholz, Cocobolo und Olive.
Das Bassjo oder Banjo-Bass kombiniert einen E-Bass-Hals mit einem Banjo-Korpus und wird mit E-Bass-Saiten ausgestattet.
Klaus Voormann hat eine elektrische achtsaitige Gitarre (mit vier Basssaiten und vier Gitarrensaiten, jeweils mit Verbindung zu einem Bassverstärker bzw. Gitarrenverstärker, bzw. drei Basssaiten und fünf Gitarrensaiten) erfunden.
Akustische Bass-Zupfinstrumente mit bundiertem Hals wie zum Beispiel die Basslaute sind bereits seit etwa dem 17. Jahrhundert bekannt. Ein weiteres Bass-Musikinstrument mit Bünden ist das mit dem Kontrabass verwandte südslawische Volksinstrument Berda. Ab dem 19. Jahrhundert entstanden verschiedene akustische Bass-Zupfinstrumente in Gitarrenform, deren Abgrenzung voneinander jedoch nicht vollständig möglich ist: die Kontragitarre, die Bassgitarre sowie die akustische Bassgitarre. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts produzierte der US-Instrumentenhersteller Gibson einen ähnlich der Mandoline konstruierten akustischen „Mando-Bass“.
Vorläufer des E-Basses wurden in den 1930er-Jahren entwickelt und basieren auf zwei Instrumentenfamilien: dem Kontrabass und der Gitarre beziehungsweise E-Gitarre. Der erste kommerziell vermarktete E-Bass, viersaitig, mit Bünden ausgestattet und für eine horizontale Spielweise ausgelegt, ist die Model #736 Electronic Bass Fiddle, die ab 1935 von Paul Tutmarcs Firma Audiovox Manufacturing Co. zu einem Listenpreis von $ 65 verkauft wurde. Audiovox hat bis zur Geschäftsaufgabe um das Jahr 1950 etwa 100 Exemplare dieses E-Basses produziert.
Der Fender Precision Bass war bei Markteinführung 1951 der erste E-Bass mit massivem Holzkorpus ohne Resonanzkörper (Solidbody), der industriell in Serie gefertigt wurde.

Die wohl typischste Aufgabe eines E-Basses ist die Sättigung des musikalischen Arrangements mit tiefen Basstönen.

Es existieren verschiedene Spieltechniken für E-Bässe, die sich vor allem auf die Spielhand (im Gegensatz zur Griffhand) beziehen. Grob unterscheiden kann man:

Unter E-Bass-Effekten versteht man diverse Geräte, die mittels elektronischer Schaltungen das E-Bass-Signal verändern. Hauptsächlich kommen sie in Form von Pedalen vor (umgangssprachlich als „Bodentreter“ oder „Tretminen“ bezeichnet), daneben werden auch komplexe 19"-Effekt-Prozessoren genutzt. Für den E-Bass sind auch Multieffektgeräte wie zum Beispiel das BOSS GT-10B im Bodenformat verfügbar. Verbreitet sind vor allem verzerrende, Hall-, Modulations- und Wah-Wah-Effekte. Bekannte Nutzer sind beispielsweise Cliff Burton, Jaco Pastorius, John Myung, Geezer Butler und Doug Wimbish.
War der Bass bis zur Mitte der 1960er Jahre ein reines Rhythmusinstrument, so machten Blues- und Rock-Bassisten wie Jack Bruce (Cream), John Entwistle (The Who) den Bass zu einem eigenständigen melodieführenden Instrument. Im Progressive Rock wurden Mike Rutherford und Chris Squire als bedeutend wahrgenommen.
Jaco Pastorius nahm in den 1970er Jahren eine Vorreiterrolle in Jazz und Fusion ein. Auch Stanley Clarke gilt im Fusionbereich als bedeutend; sein Bassspiel ist gekennzeichnet von einer ausgereiften Slaptechnik und Virtuosität.
Eberhard Weber erzeugte mit seinem E-Kontrabass besondere Klangfärbungen.
Tal Wilkenfeld ist eine australische Jazz- und Fusion-Bassistin.
Obwohl der E-Bass primär ein songunterstützendes Rhythmus-Instrument ist, gibt es einige Musikstücke, in denen die Bass-Linie zum prägenden Lick wurde, oder zur Hoockline, die maßgeblich den Wiedererkennungswert bestimmt.