Elias Altschul

Elias Altschul

Elias Altschul (* 8. April 1797 in Prag; † 16. Juli 1865 ebenda) war ein böhmischer Arzt und Homöopath.

Leben

Elias Altschul wurde in Prag am 8. April 1797 als Sohn eines Juden geboren. Sein Vater wollte, dass Altschul später Rabbiner wurde, sodass er die orientalischen Sprachen erlernte. Dort zeigte er zwar Fortschritte, zeigte aber vielmehr Interesse an den Naturwissenschaften. Am Gymnasium in Prag vorgebildet, wohnte er Vorlesungen an der Universität Wien bei und wurde dort am 10. September 1832 zum Doktor der Medizin promoviert. Danach wandte er sich der Augenheilkunde zu und veröffentlichte zu Wien 1834 ein Vollständiges Recepttaschenbuch der praktischen Augenheilkunde.

Später wurde Altschul Stadtarzt in Boskowitz. Dabei begegnete er einem Militärarzt, der ihm die Homöopathie nahebrachte. 1849 bat er darum, eine Privatdozentur für praktische und theoretische Homöopathie an der Karls-Universität Prag zu gründen. Dies geschah und Altschul war damit einer der ersten Mediziner, denen erlaubt war, an einer Medizinischen Fakultät Vorlesungen über Homöopathie abzuhalten. Er wurde habilitiert, nahm die Privatdozentur an und wurde damit verbunden Vorstand der Poliklinik für Homöopathie. 1853 gründete er die Monatschrift für theoretische und praktische Homöopathie und redigierte sie.

Altschul war korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Dresden und wirkte zuletzt als praktischer Arzt in Prag. Daneben gehörte er weiteren gelehrten Vereinigungen an. Er starb am 16. Juli 1865 in Prag nach einer längeren Marasmuserkrankung. Während seiner Krankheitsphase beschäftigte er sich mit der Vergänglichkeit und sprach mit einem israelischen Prediger. Er ließ festlegen, wo er beerdigt werden wollte und verlangte, dass man vor seiner Beerdigung prüfe, ob er nicht doch scheintod sei. Er hatte eine Frau, aber keine Kinder.

Wirken

Altschul, der homöopathisch praktizierte, ist mit dafür verantwortlich, dass die Homöopathie in Österreich wissenschaftlich anerkannt wurde. Seine Miscellen aus dem gesammten Gebiete der Medicin, Prag 1838, illustrierten, wie die alte Heillehre zur neueren überging. In seinem Werk Kritisches Sendschreiben über das bisherige Verfahren mit den Sterbenden wollte er verhindern, dass Leute lebendig begraben werden. Es sorgte für Aufsehen in der Staatsarzneikunde, so tauche der Scheintod insbesondere bei Juden oft auf. Er nannte dort Vorschläge, wie man das Phänomen bekämpfen könnte. Diese Vorschläge wurden vom französischen Konsistorium umgesetzt, wofür man Altschul lobte.

Obwohl Altschul bei seiner Privatdozentur vom Ministerium unterstützt wurde, stieß er auf Widerstand. 1855 kritisierte unter anderem Carl Ernst Bock Altschul und die Homöopathie. Daraufhin verfasste Altschul ein öffentliches Sendschreiben, in dem er darlegte, dass Homöopathie wissenschaftliche Ansprüche habe.

Werke

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Das Biographische Lexikon gibt den 8. April 1812 an, weitere Werke stimmen im Geburtsjahr überein. Die DNB hingegen schreibt 1807, Hirschel's Zeitschrift für homöopathische Klinik gibt als Geburtsdatum den 31. Dezember 1795 an. Das Lexikon deutschsprachiger Homöopathen listet all diese kursierenden Geburtsdaten auf und weist sie als falsch aus.
  2. ↑ Robert Jütte: Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. C.H. Beck Verlag, München 1996, ISBN 3-406-40495-2, S. 202.
Personendaten
NAME Altschul, Elias
KURZBESCHREIBUNG tschechischer Mediziner und Homöopath
GEBURTSDATUM 8. April 1797
GEBURTSORT Prag
STERBEDATUM 16. Juli 1865
STERBEORT Prag