Elisabeth Plattner, geborene Dietrich, (* 9. Juli 1899 in Stuttgart; † 26. Dezember 1994) war eine deutsche Pädagogin, Schriftstellerin und Vertreterin der Individualpsychologie.
Elisabeth Plattner besuchte das 1899 gegründete Humanistische Mädchengymnasium (heute Hölderlin-Gymnasium) in Stuttgart. Sie studierte Mathematik und Physik in Stuttgart, Tübingen und Genf und schloss mit dem Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Sie zog nach Berlin, wo sie an verschiedenen Privatschulen lehrte. Nach ihrer Heirat 1924 lebte sie einige Jahre in Japan, wo sie an deutschen Schulen in Tokio unterrichtete.
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland war sie in verschiedenen Bereichen pädagogisch tätig: Mütterkurse, erste Veröffentlichungen, Dolmetschertätigkeit, Radiosendungen über Pädagogik. In der von ihr gegründeten Sprachschule führte sie Sprachkurse durch. Nachdem ihre Kinder erwachsen waren, trat sie wieder in den Schuldienst ein, wo sie bis 1963 wirkte. Sie wirkte als Studienassessorin in Stuttgart-Degerloch. Die württembergische Schulbehörde genehmigte einen Schulversuch, womit sie ihre Erfahrungen in die Praxis umsetzen konnte. Ab 1965 untersuchte sie an einem Gymnasium, wie man begabten, aber gescheiterten Schülern zum Erfolg verhelfen konnte.
In zahlreichen Büchern befasste sich Plattner mit erprobten Wegen gewaltloser, führungsstarker Erziehung. In leicht verständlicher Sprache zeigte sie die Entwicklung des jungen Menschen vom Säuglingsalter bis zum Berufsbeginn auf. Sie verwertete dabei Erfahrungsberichte aus dem Familien-, Schul- und Berufsleben sowie Ergebnisse der Tiefenpsychologie. Elisabeth Plattner war Mitarbeiterin an dem von K. Strunz publizierten Standardwerk Pädagogisch-psychologische Praxis an höheren Schulen.
„Viele meinen, es werde „viel zu viel erzogen“; sie wollen ihre Kinder „lieber gar nicht erziehen“. Ist das möglich? – Jedes Wort, jede Handlung, sei es beim Anziehen, bei der Hausarbeit, in Ernst und Scherz, alles, was ein Kind im Laufe des Tages von uns hört oder sieht, wirkt auf die seelische Entwicklung ein. Unser Vorbild wirkt – gut oder schlecht: Es bewirkt mehr, als wir ahnen. Unsere Kleinen lernen zunächst nur durch Nachahmung, nicht durch Worte - auch nicht durch bewusste "Erziehungsversuche"! (…) Weil jedes Kind ein besonderes Kind ist, und auch im täglichen Umgang mit Kindern jeder Augenblick etwas Neues bringt, können uns im einzelnen Fall „Rezepte“ gar nichts helfen, oft sogar schaden.“
Für Wolfgang Metzger gehört Elisabeth Plattner neben Alfred Adler, Fritz Künkel, Rudolf Dreikurs und Alfons Simon zu den Vertretern der praktischen Erziehungslehre der Individualpsychologie, deren Schrifttum seit 1904 vorliegt und die er als ersten Ansatz unter den pädagogischen Ansätzen, die es in (…) Richtung der freien dynamischen Ordnung und Zielerreichung gibt, bezeichnet.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Plattner, Elisabeth |
| ALTERNATIVNAMEN | Dietrich, Elisabeth (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Pädagogin |
| GEBURTSDATUM | 9. Juli 1899 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
| STERBEDATUM | 26. Dezember 1994 |