Elke Schuster

Elke Schuster (* 12. September 1951 in Kronach) ist eine deutsche Regisseurin, Schauspielerin und Ausstatterin.

Ausbildung und Engagements

Zu Schulzeiten war Elke Schuster langjährig Mitglied in der Theatergruppe des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums in Kronach. Nach einem Studium von Germanistik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München debütierte sie als Regieassistentin von Rolf Parchwitz im Münchner TiK-Theater, war unter anderem Schauspielerin in der Theatermanufaktur Berlin und Regieassistentin Friedo Solters vom Deutschen Theater Berlin. Prägend für ihre künstlerische Entwicklung waren die Regisseure Peter Brook und Friedo Solter sowie die Theatermanufaktur Berlin. Sie arbeitet seit 1985 in der Berliner Compagnie als Regisseurin, Schauspielerin, Dramaturgin und Ausstatterin. Sie ist Mitautorin der Stücke und Autorin aller Songtexte. Seit 1991 hat sie fast alle Stücke des Theaters inszeniert und ist dessen künstlerische Leiterin.

Regiearbeit

Als Regisseurin verdichtete sie die Stücke der Hausautorin Helma Fries zu klar strukturierten theatralen Abläufen, schärfte Konflikte und Figurenprofile und integrierte politische Aussagen in die Handlung, sodass diese aus dem dramatischen Geschehen heraus vermittelt wurden. Ihre Inszenierungen zeichnen sich durch eine große Reduktion der Mittel aus. Mit einem sparsamen, leicht transportierbaren Bühnenbild und wenigen Requisiten entwickelte sie in enger Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Wulf Jahn, dem Techniker und Administrator des Theaters, eine klare und konzentrierte Bildsprache – eine Ästhetik, die den Anforderungen eines Tourneetheaters entgegenkam. Seit 2022 spielt die Truppe nur noch in Berlin. Hier hat sich für die Regisseurin die Möglichkeit geboten, den Werkraum der Berliner Compagnie in Berlin-Kreuzberg zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit zu machen und durch eine immer neue Raumdramaturgie jeder Inszenierung einen eigenen Charakter zu verleihen.

Gastspieltätigkeit

Elke Schusters kontinuierliche Regiearbeit trug wesentlich dazu bei, dass die 1981 als professionelles politisches Theater gegründete Berliner Compagnie fast ein halbes Jahrhundert lang zu annähernd 2500 Gastspielen im Inland wie im europäischen Ausland (Polen, Tschechien, Belgien, Italien, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich) eingeladen wurde – in Deutschland unter anderem vom Stuttgarter-, Frankfurter und Düsseldorfer Schauspielhaus sowie vom Thalia Theater in Hamburg. Dabei wurden 24 Inszenierungen von Elke Schuster gezeigt, in 34 Produktionen stand sie selbst auf der Bühne.

Theaterrollen (Auswahl)

Unter anderem hat Elke Schuster in folgenden Stücken mitgespielt.

Inszenierungen

Die nachfolgenden Inszenierungen von Elke Schuster wurden in verschiedenen Medien besprochen.

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Berliner Compagnie. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  2. 1 2 Pressestimmen zu Inszenierungen von Elke Schuster. Berliner Compagnie, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  3. ↑ Stefan Wieszner: Nachschlag. In: Die Tageszeitung: taz. 2. Februar 1994, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 21. Oktober 2026]).
  4. ↑ Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann: Bunt und schrill – das Elend kommt nach Europa. In: Neue Rheinische Zeitung. 20. Juli 2011, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  5. ↑ Natascha Freundel: Quicklebendiges politisches Theater. Deutschlandfunk Kultur, 31. August 2009, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  6. ↑ «Aber nicht küssen ist auch kontraproduktiv». Rosa-Luxemburg-Stiftung, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  7. ↑ DIE GEORGISCHE GELIEBTE. Berlin Bühnen, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  8. ↑ Berliner Compagnie geehrt. In: Frankfurter Rundschau. 26. Januar 2019, abgerufen am 21. Oktober 2026.
  9. ↑ Aachener Friedenspreis an Zdravko Marjanovic und Berliner Compagnie verliehen. In: Domradio. 2. September 2009, abgerufen am 21. Oktober 2026.