Ellbogenaplasie

Klassifikation nach ICD-10
Q74.0 Sonstige angeborene Fehlbildungen der oberen Extremität(en) und des Schultergürtels
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Ellbogenaplasie ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung mit dem Hauptmerkmal einer Aplasie des Ellbogengelenks und entsprechend fehlender Beweglichkeit. Es ist mindestens ein Unterarmknochen mit dem Oberarmknochen knöchern verbunden (Synostose).

Synonyme sind: Angeborene Ankylose; Humeroradiale Synostose; Humeroradiale Fusion; Humeroradioulnare Synostose

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv X-chromosomal. Bislang wurde über wenige Hundert Patienten berichtet. Das männliche Geschlecht ist etwas häufiger betroffen, in nahezu der Hälfte tritt die Aplasie beidseits auf.

Ursache

Die Ursache ist bislang nicht bekannt.

Formen

Nach dem Ausmaß der Synostose können unterschieden werden:

Bei einer radioulnaren Synostose ist das Gelenk und damit die Beweglichkeit erhalten.

Klassifikation

Folgende Klassifikation nach Pfeiffer und Braun-Quentin ist gebräuchlich:

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:

Diagnose

Im Röntgenbild kann die Fusion erst nach einigen Monaten infolge der fortschreitenden Verknöcherung des Knorpels erkannt werden, während im Ultraschall der fehlende Gelenkspalt bereits vorgeburtlich (intrauterin) erkennbar ist.

Im Rahmen von Syndromen

Ellenbogenaplasien können bei einigen Syndromen auftreten:

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 C. J. Wirth, L. Zichner, A. K. Martini: Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. In: W. Winkelmann (Hrsg.): Tumoren, tumorähnliche Erkrankungen. Georg Thieme Verlag, 2003, ISBN 3-13-126181-1
  2. ↑ Eintrag zu Synostose, humero-radiale isolierte. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten), abgerufen am 21. Juli 2024.
  3. ↑ Humeroradial Synostosis. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  4. ↑ Humeroradial Synostosis. In: Online Mendelian Inheritance in Man. (englisch)
  5. ↑ R. A. Pfeiffer, C. Braun-Quentin: Genetic nosology and counseling of humeroradial synostosis. In: Genetic counseling (Geneva, Switzerland), Band 5, Nr. 3, 1994, S. 269–274, PMID 7811427.
  6. ↑ G. Savoldelli, A. Schinzel: Prenatal ultrasound detection of humero-radial synostosis in a case of Antley-Bixler syndrome. In: Prenatal diagnosis, Band 2, Nr. 3, Juli 1982, S. 219–223; PMID 7145849.
  7. ↑ Bernfried Leiber (Begründer): Die klinischen Syndrome. Syndrome, Sequenzen und Symptomenkomplexe. Hrsg.: G. Burg, J. Kunze, D. Pongratz, P. G. Scheurlen, A. Schinzel, J. Spranger. 7., völlig neu bearb. Auflage. Band 2: Symptome. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1990, ISBN 3-541-01727-9.